Kino

Hamburgs Filmfest zeigt 144 Werke aus 46 Ländern

Der Film
„Porträt einer
jungen Frau
in Flammen“
von Regisseurin Céline
Sciamma läuft
in einer neuen
Reihe über
das Gegenwartskino.

Der Film „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ von Regisseurin Céline Sciamma läuft in einer neuen Reihe über das Gegenwartskino.

Foto: Alamode Film

Das Kinofestival ist vom 26. September an in fünf Kinos zu Gast. Den wichtigsten Festivalpreis bekommt die Schauspielerin Nina Hoss.

Hamburg.  Nina Hoss, Ken Loach und Ulrich Tukur sind die Namen, mit denen das Filmfest Hamburg bei der 19. Auflage vom 26. September bis zum 5. Oktober punkten will. „Tauch ein in fremde Welten!“, lautet das Motto, unter dem 144 Filme aus 46 Ländern in fünf Kinos gezeigt werden: im Abaton, Cinemaxx Dammtor, Metropolis, Passage und Studio.

Eröffnet wird das Festival mit dem französischen Film „Die schönste Zeit unseres Lebens“ von Regisseur Nicolas Bedos. Filmfest-Chef Albert Wiederspiel hat ihn in Cannes gefunden: „Dort laufen sonst oft ernste, traurige oder politische Filme, es gibt nur wenig zu lachen. Dies ist eine extrem zu Herzen gehende Komödie.“ Frankreich ist mit 20 Filmen im Hamburger Programm stark vertreten.

Gezeigt werden mehrere Filme, die schon auf anderen Festivals Lorbeeren verdienten. Darunter sind die Jack-London-Adaption „Martin Eden“ von Pietro Marcello und der Siegerfilm aus Locarno, „Vitalina Varela“ von Pedro Costa aus Portugal. In Cannes ausgezeichnet wurde der Thriller „Der Leuchtturm“ von Martin Eggers.

Neuer Programmpunkt

Neu ist der Programmpunkt „Gegenwartskino im Fokus“. Zwei Filmemacher präsentieren ihr jüngstes Werk und werden mit einer Werkschau geehrt. Zum Auftakt sind das die französische Regisseurin Céline Sciamma, die ihre Arbeit „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ mitbringt, in der es um eine lesbische Liebesbeziehung geht. Besonderer Aufmerksamkeit darf sich auch ihr philippinischer Kollege Lav Diaz sicher sein. Sein Film „The Halt“ gilt als beinahe schon chaplineske Abrechnung mit dem Präsidenten des Landes, Rodrigo Duterte. Diaz’ Filme sind ebenso beliebt wie berüchtigt wegen ihrer Spieldauer, die bis zu zehn Stunden betragen kann.

Anders als in Cannes hat man beim Filmfest keine Abneigung gegen Produktionen von Streaming-Diensten und zeigt den Netflix-Animationsfilm „I Lost My Body“. Schockiert zeigte sich Wiederspiel über die Teilnahme des Films „The Joker“, einer 55 Millionen teuren Warner-Produktion, beim Festival in Venedig, die dort soeben den Goldenen Löwen gewann. „Warum ist so ein Film im Wettbewerb?“, fragte er. „Wir sollten uns auf den Nachwuchs konzentrieren.“

Douglas-Sirk-Preis geht an Nina Hoss

Unter den deutschen Filmen dürften die Lenz-Neuverfilmung „Deutschstunde“ und die TV-Produktion „Unterm Birnbaum“ nach Fontane, ein Arte-Porträt über Ulrich Tukur sowie der Hamburg-Film „Gipsy Queen“ von Hüseyin Tabak Zuschauer finden. Die renommierteste Auszeichnung des Filmfests, der Douglas-Sirk-Preis, geht an die Schauspielerin Nina Hoss, die gleich in zwei Filmen zu sehen sein wird.

Geehrt wird sie am 29. September vor der Vorführung von Katrin Gebbes neuem Film „Pelikanblut“, in dem sie die Hauptrolle spielt. Der zweite Film mit ihr ist das von Hoss’ Schauspielkollegin Ina Weisse inszenierte Werk „Das Vorspiel“, das gerade beim Festival in Toronto begeisterte Kritiken einheimste. „Der Douglas-Sirk-Preis ist nicht für das Lebenswerk gedacht, sondern für Filmschaffende, die sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere befinden“, stellte Wiederspiel klar.

Abschlussfilm ist „Sorry We Missed You“ vom britischen Regie-Altmeister Ken Loach (83), der das Sozialdrama persönlich vorstellt. Angeblich ist es, wieder einmal, sein „letzter“ Film.

Mehr Infos: www.filmfesthamburg.de