Elbphilharmonie

Anne-Sophie Mutter sensibilisiert für Kinderschicksale

Anne-Sophie Mutter unterstützt die Organisation Save the Children mit einem Benefizkonzert in Hamburg. (Symbolbild)

Anne-Sophie Mutter unterstützt die Organisation Save the Children mit einem Benefizkonzert in Hamburg. (Symbolbild)

Foto: dpa / Eckehard Schulz

"Das ist vierzig Mal die voll besetzte Elphi" – die Stargeigerin veranschaulicht vor ihrem Benefizkonzert das Leid im Jemen.

Hamburg. Es gibt Musiker, die leben in ihrem Elfenbeinturm und verschließen die Augen vor dem Rest der Welt. Anne-Sophie Mutter ist da anders. Die deutsche Stargeigerin hat einen empathischen Blick für die harte, bisweilen schockierende Realität außerhalb ihrer Komfortzone. Sie engagiert sich für verschiedene humanitäre Projekte; das Schicksal von Kindern liegt ihr ganz besonders am Herzen.

Wie nahe ihr das Thema geht, war am Sonnabendmittag zu spüren. Bei einer Pressekonferenz vor ihrem Benefizkonzert in der Elbphilharmonie zugunsten von Save the Children zeigte sich Mutter spürbar schockiert über die Information, dass derzeit etwa 420 Millionen Kinder in Kriegs- und Konfliktregionen aufwachsen müssen.

Anne-Sophie Mutter engagiert sich im Jemen

„Dass weltweit jedes fünfte Kind betroffen ist, wusste ich nicht, das raubt mir die Sprache“, gestand die 55-jährige Musikerin, die Save the Children schon seit dreißig Jahren zur Seite steht und gerade besonders intensiv bei der Arbeit im von Kriegen zerrütteten Land Jemen unterstützt. „Wenn wir uns vorstellen, dass 85.000 Kinder unter fünf Jahren seit Beginn des Krieges gestorben sind – dann ist das vierzig Mal diese junge, wunderschöne Elphi, vierzig Mal der voll besetzte Konzertsaal“, sagte Mutter sichtlich angefasst.

Ein eindringliches Bild, das einen nicht so schnell wieder loslässt. Und das soll es ja auch nicht. Die Geigerin nutzt ihre Popularität, um aufzurütteln und uns für die kaum vorstellbare Not im Jemen zu sensibilisieren. „Es geht ja um die Frage: Wollen wir wegsehen oder jetzt nochmal einen Aufruf starten und dieses Elend in den Blickpunkt rücken? Zweieinhalb Millionen stillende Mütter sind an der Grenze des Verhungerns“, mahnte Mutter und betonte: „Wir brauchen Spenden!“

Benefizkonzert kommt Save the Children zugute

Wie katastrophal die Zustände im Jemen sind, schilderte Susanna Krüger, Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende von Save the Children, die im vergangenen Jahr selbst dorthin gereist ist. „Zwei Drittel der Gesamtbevölkerung sind von humanitärer Hilfe abhängig, die nur durch Hilfsorganisationen hineinkommt oder durch Menschen, die etwas hinein schmuggeln. Viele Dinge sind so teuer, dass sie sich kaum jemand leisten kann, weil die meisten schon seit Jahren kein Gehalt mehr bekommen. Es gibt verschiedene Milizen, die sich gegenseitig bekämpfen und zahllose Inlandsflüchtlinge, die in Zelten auf der Straße leben müssen.“

Save the Children ist seit den 60er Jahren im Land und derzeit die größte humanitäre Organisation vor Ort. Sie ist auch dort präsent, wo kaum noch jemand anderes hingelangt, wie Krüger erklärt. „Wir verteilen Nahrungsmittel, wir arbeiten in Krankenhäusern, wir unterstützen Schulen, und wir bieten den Kindern Schutzräume, damit sie sich von dem erholen können, was sie dort erleben.“