Konzert in der Großen Freiheit

Gruppenkuscheln mit Johannes Oerding

Foto: Hamburger Abendblatt / Andreas Laible / Hamburger Abendblatt / Andreas Laible/Andreas Laible

Keiner im Publikum sollte sich allein fühlen. Nach guten zwei Stunden und vier Zugaben verließ jeder einzelne der 1500 Leute glücklich den Saal.

Draußen zwitschern die Vögel, Touristengruppen versammeln sich auf dem Beatlesplatz und Mütter schieben den Kinderwagen noch eine Runde Gassi. Es ist 19 Uhr, taghell und die Große Freiheit hat noch eine Weile Schonfrist, bevor die Junggesellenabschiede beginnen und das Feiervolk die Straße belagert.

Das hat auch Sänger Johannes Oerding erkannt und will/muss trotzdem Feierlaune verbreiten. Sein Versprechen lautet deshalb gleich zu Beginn: „Wir spielen, bis es stockdunkel ist“ – und da Johannes Oerding ein ehrlicher Kerl ist, tut er das auch.

Von Beginn an herrscht Harmonie im Saal. Oerding liebt sein Publikum und sein Publikum liebt ihn. „Fasst euch an die Hände, schließt die Augen, umarmt euch“ fordert er gleich mehrmals während des Konzerts. Und so beginnt das große Gruppenkuscheln. Oerding liefert eine Steilvorlage nach der nächsten: „Boxer“, den Titelsong seines zweiten Albums, spielt er sogar in einer 10-Minuten-Version mit Mitsing-und Schmuseeinlagen, kurz darauf ein Balladen-Medley seines Debutalbums „Erste Wahl“ und zum Schluss schließlich „Engel“, beim dem sich wirklich jeder mit irgendjemandem im Arm liegt.

Dazwischen gibt es Reggea-Schunkelmusik bei „Ich tu es trotzdem“ oder „Die Tage werden anders sein“ und immer wieder Solo-Einlagen von Johannes Oerding, die als Stand-Up-Comedy durchgehen könnten. Keiner im Publikum soll sich allein fühlen, mal sollen die 60-Jährigen einen Refrain allein singen, dann die 20-Jährigen, mal die Frauen, mal die Männer und dann wird auch noch der jüngste Zuschauer im Raum ermittelt und bekommt eine Cola spendiert. Ja, Johannes Oerding steht voll und ganz im Dienste seiner Fans. Und so verlässt nach guten zwei Stunden und vier Zugaben auch jeder einzelne der 1500 Leute glücklich den Saal. Der ein oder andere vielleicht sogar mit einem neuen Kuschelpartner.