Hamburg

Illegales Rennen: Beifahrer stirbt, Fahrer in U-Haft

Bei dem schweren Unfall war die Sievekingsallee in ein Trümmerfeld verwandelt worden. Nun liegen neue Erkenntnisse vor.

Hamburg. Vier Wochen nach dem mutmaßlichen illegalen Autorennen an der Sievekingsallee in Hamburg-Horn ist nun der Beifahrer (39) des beteiligten 5er-BMW gestorben. Zudem sitzt der 22 Jahre alte Fahrer des Unfallwagens inzwischen in Untersuchungshaft. Nach dem Strafverfahren wegen des Verdachts des illegalen Straßenrennens hat die Polizei ihre Ermittlungen nun um den Vorwurf der fahrlässigen Tötung erweitert.

Der Fahrer des BMW und sein Beifahrer waren nach der schweren Kollision mit zwei Audi A6 mehr als eine Stunde in dem Unfallwagen eingeklemmt.

Polizei ermittelt auch gegen Audi-Fahrer

Auch gegen einen der beiden Audi-Fahrer (19) ermittelt die Polizei. Er gilt als mutmaßlicher Widersacher des illegalen Autorennens. Des Weiteren ist auch von einem vierten Auto am Unfallort die Rede – und die Beteiligten erwarten möglicherweise weitere Strafverfahren.

Den Angaben zufolge fuhren neben den elf Beteiligten in drei Fahrzeugen ein weiteres Auto mit vier Insassen auf der Sievekingsallee. Alle 15 Personen sind rumänische Staatsangehörige, die nach Abendblatt-Informationen sogar teilweise aus derselben Ortschaft kommen. Einige von ihnen sind aktuell in Hamburg, andere in Rumänien gemeldet.

Bei einer Prüfung des Landeskriminalamts, wie die Männer in den Besitz der Fahrzeuge gelangt sind und ob es sich um eine Einbrecherbande gehandelt haben könnte, wurden keine weiteren Straftaten nachgewiesen.

Sievekingsallee: Wie es zu dem Unfall kam

Der schwere Unfall hatte sich am 13. Oktober gegen 1.40 Uhr ereignet. Laut Polizei fuhr ein 20 Jahre alter Mann zu dieser Zeit mit seinem Audi A6 auf der linken Spur stadteinwärts, als sich nach seinen Angaben von hinten ein 5er-BMW und ein weiterer Audi A6 mit hoher Geschwindigkeit nähern.

Der 22 Jahre alte Fahrer des BMW habe den neben ihm fahrenden Audi überholt und sei dann auf den rechten Fahrstreifen gewechselt, um nicht mit dem vorausfahrenden Audi zu kollidieren, hieß es später.

Autoteile mehr als 100 Meter weit geschleudert

Doch das Manöver misslang. Es kam in Höhe der Hausnummer 177 zur Kollision mit dem überholten Audi. Dieser drehte sich, schleuderte gegen mindestens elf geparkte Autos und ins Heck des vorausfahrenden Audi. Auch der BMW geriet ins Schleudern und krachte auf der Mittelinsel in einen Baum. Die Insassen des BMW wurden dabei in ihrem Fahrzeug eingeklemmt.

Die Feuerwehr brauchte eine Stunde und 20 Minuten, um den Fahrer und seinen 39 Jahre alten Beifahrer aus dem Wrack zu befreien. Beide Männer wurden noch am Ort des Unfalls von Notärzten behandelt. Auch die beiden weiteren Insassen des BMW wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Der mutmaßliche Widersacher des illegalen Autorennens hat Glück. Der 19-Jährige bleibt wie sein gleichaltriger Beifahrer unverletzt. Der Fahrer des vorderen Audi A6 wird bei dem schweren Unfall leicht verletzt.

Die Sievekingsallee glich nach der Kollision einem Trümmerfeld. Wrackteile der völlig zerstörten Unfallwagen wurden herumgeschleudert, die Unfallstelle hat laut Polizei eine Länge von 110 Metern.