Islamismus

Witwe von IS-Rapper "Deso Dogg" in Hamburg verhaftet

Bundesanwaltschaft ließ Omaima A. verhaften. Ihr wird unter anderem Mitgliedschaft im "Islamischen Staat" vorgeworfen.

Hamburg. Die Bundesanwaltschaft hat am Montag in Hamburg eine mutmaßliche Terroristin verhaften lassen. Wie der Generalbundesanwalt mitteilt, wird Omaima A. vorgeworfen, Mitglied der terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat" zu sein. Zudem werden der 34-Jährigen Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und die Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht gegenüber ihren Kindern vorgeworfen. Nach Abendblatt-Informationen erfolgte der Zugriff in Neugraben.

Im Frühjahr war nach Recherchen des arabischen TV-Senders Al Aan TV bekannt geworden, dass Omaima A. zusammen mit ihren Kindern wieder in Hamburg lebt. Im Jahr 2015 soll sie laut Bundesanwaltschaft mit ihren drei minderjährigen Kindern nach Syrien gereist sein, "um dort im Herrschaftsgebiet der ausländischen terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat (IS)“ zu leben".

Omaima A. heiratete in Syrien Deso Dogg

Sie habe in Raqqa zusammen mit ihrem damaligen Ehemann Nadar H. in einer gemeinsamen Wohnung gelebt: "Fortan führte Omaima A. den Haushalt und erzog die gemeinsamen Kinder im Sinne der IS-Ideologie und ermöglichte so ihrem damaligen Ehemann Nadar H., für die terroristische Vereinigung als Kämpfer tätig zu werden. Von dem IS erhielten sie sowohl für sich als auch für ihre Kinder monatliche finanzielle Zuwendungen. Im März 2015 übte die Beschuldigte zudem die tatsächliche Gewalt über ein Sturmgewehr Kalaschnikow AK 47 aus."

Nachdem Nadar H. bei einem Luftangriff getötet worden war, soll Omaima A. so genannte Kondolenz-Zahlungen erhalten haben, bevor sie nur wenige Monate später "das höherrangige IS Mitglied Denis C." heiratete. Dabei handelt es sich nach Abendblatt-Informationen um Denis Cuspert, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Deso Dogg. Nach Streitigkeiten mit diesem soll sie im September 2016 nach Deutschland zurückgekehrt sein.

Verdächtige war den Behörden seit langem bekannt

IS-Rückkehrer wie Omaima A. stehen im besonderen Fokus der Sicherheitsbehörden. 32 IS-Anhänger – 29 Männer und drei Frauen – waren bis zum Frühjahr aus den syrischen und irakischen Kriegsgebieten bisher nach Hamburg zurückgekehrt. Laut Verfassungsschutz leben in Hamburg gegenwärtig 771 Salafisten – 648 Männer und 123 Frauen. 410 gelten als Unterstützer des militanten Dschihad.

Nach Abendblatt-Informationen ist Omaima A. auch den Hamburger Behörden seit langem als Salafistin und Dschihadistin bekannt. Bereits 2012 geriet ihre Mutter in den Fokus des Hamburger Verfassungsschutzes, als diese ein muslimisches Kaufhaus in der Harburger City aufbauen wollte – ihre Internetsuche nach Projektpartnern versah sie mit dem Hinweis: „Nur Muslime!!!“

Omaima A. soll am Dienstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.