Heiligengeistfeld

Ferrari rast mit 100 km/h über Hamburger Dom: Zeugen gesucht

Mehrere Menschen mussten auf dem Hamburger Dom zur Seite springen, um sich vor einem Zusammenstoß mit dem schnellen Sportwagen zu schützen.

Mehrere Menschen mussten auf dem Hamburger Dom zur Seite springen, um sich vor einem Zusammenstoß mit dem schnellen Sportwagen zu schützen.

Foto: Michael Rauhe

25-Jähriger brettert tagsüber mit Luxusauto zwischen Schaustellerbuden hindurch. Mehrere Menschen müssen zur Seite springen.

Hamburg. Bis zu 560 Pferdestärken unter der Haube, befeuert von einem fauchenden Achtzylinder-Motor und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 310 km/h – wer sich den Boliden zum stolzen Preis von rund 180.000 Euro leisten kann, bekommt mit dem Ferrari California ein rassiges Luxusspielzeug erster Güte geliefert. Eignet sich wohl auch zum „Cruisen“ auf dem Jungfernstieg oder anderen städtischen Hotspots ganz prima – zumindest für solche Fahrer, die dem für andere nervtötenden Schaulaufen etwas abgewinnen können. Nur was hat eine derartige Protzkraft auf dem Hamburger Dom zu suchen?

Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, ist ein 25 Jahre alter Mann mit einem weißen Ferrari California bereits am 29. Juli zur Mittagszeit über den Rummelplatz gerast. Zwar hatte der Dom da noch nicht geöffnet, dennoch hielten sich zahlreiche Menschen, darunter Passanten und auch Schausteller, auf dem Terrain auf.

Beifahrer filmte Raserei auf dem Hamburger Dom

Nachdem er gegen 12.35 Uhr an der Feldstraße auf das Gelände am Heiligengeistfeld mit schon stark überhöhter Geschwindigkeit einbog, heizte er über die Mittelgasse in Richtung Budapester Straße, mittenmang zwischen den Schaustellerbuden und Fahrgeschäften hindurch. Und zwar, so schätzte ein Zeuge, der den Vorfall der Polizei meldete, mit „gut 100 km/h“. Allerdings steht die Geschwindigkeit noch nicht endgültig fest.

„Nach bisherigem Ermittlungsstand fuhr er mit stark überhöhter Geschwindigkeit zwischen den aufgebauten Ständen des Hamburger Dom hindurch“, sagte Polizeisprecher Finn Lewin. Mehrere Menschen hätten zur Seite springen müssen, um sich vor einem Zusammenstoß mit dem irrwitzig schnellen Sportwagen zu schützen, der über der Gasse parallel zum Millerntorstadion bretterte. Der Zeuge berichtete weiter, dass ein Beifahrer des Slowenen die halsbrecherische Fahrt mit seinem Handy filmte.

Polizei sucht Zeugen

Die alarmierte Polizei konnte den Dom-Raser wenig später während einer Fahndung mit mehreren Streifenwagen im Bereich der Balduinstraße/ Erichstraße stoppen. „Der Führerschein des 25-Jährigen wurde sichergestellt“, so Lewin weiter. Nach Abendblatt-Informationen ist der junge Mann wegen illegalen Waffenbesitzes der Polizei bekannt – er soll schon einmal mit einem Einhandmesser und Schreckschussmunition aufgegriffen worden sein. Bei dem Halter des Ferraris wiederum soll es sich um einen mehrfach, unter anderem wegen schweren Raubes und Körperverletzung vorbestraften Mann handeln.

Gegen den 25-Jährigen ermittelt die Polizei jetzt wegen Straßenverkehrsgefährdung. Die Verkehrsermittler suchen Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben – insbesondere solche, die dem Ferrari ausweichen mussten. Hinweise an die Polizei unter Telefon 040/ 428656789 oder an jede Polizeidienststelle.