St. Pauli

Katz-und-Maus-Spiel nach Raddiebstahl vor der Davidwache

Die Davidwache auf St. Pauli (Archivbild).

Die Davidwache auf St. Pauli (Archivbild).

Foto: dpa Picture-Alliance

Statt sich mit seinem Diebesgut davonzumachen, blieb der Langfinger auf dem Kiez – auch dann noch, als er das Rad schon wieder los war.

Hamburg. Es gibt Menschen, denen ist einfach nicht zu helfen: Der 34 Jahre alte Fahrraddieb vom Kiez scheint in diese Kategorie zu gehören. Am Dienstagabend stellte ein Rennradfahrer seinen fahrbaren Untersatz vor der Davidwache ab, um den Beamten eine mutmaßlich hilflose Person zu melden. Sein Rad schloss er nicht ab – wahrscheinlich in dem Glauben, dass niemand so dreist ist, direkt vor der bekanntesten Polizeiwache Deutschlands eine Straftat zu begehen.

Das stellte sich als Trugschluss heraus.

Dreister Fahrraddieb kommt zurück zur Davidwache

Vielleicht wäre der 34-Jährige mit seinem schamlosen Diebstahl sogar durchgekommen, wäre er nur etwas weniger faul gewesen. Bloß um die Ecke in die Talstraße zu gehen, das reichte in diesem Fall allerdings nicht aus. Denn der Bestohlene machte sich ohne Umwege selbst auf die Suche nach seinem Rennrad – und fand Dieb und Diebesgut in trauter Zweisamkeit in der Kiez-Querstraße. "Er hielt diesen an und konnte sein Fahrrad zurückerlangen", heißt es von der Polizei dazu.

Der im Wortsinn findige Radfahrer ging danach schnurstracks zurück zur Davidwache, um den Diebstahl anzuzeigen. Als er mit einer Streifenwagenbesatzung wieder aus dem Kommissariat herauskam, trafen sie auf – genau, den Dieb. Vielleicht wollte er nachschauen, ob das Rennrad erneut ohne Schloss geparkt wurde. Stattdessen wurde er festgenommen und später dem Haftrichter vorgeführt.