Hamburg

Illegales Rennen mit Teddy-Trophäe: Zollbeamtin muss zahlen

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Symbolbild.

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Foto: Getty Images/iStockphoto

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich die 31-Jährige in Hamburg ein Rennen mit einem neun Jahre jüngeren Mann geliefert hat.

Hamburg. Sie fuhren etwa sieben Kilometer durch die Hamburger Innenstadt, traten dabei ordentlich aufs Gas, drängten auf die Busspur und vollzogen reihenweise gefährliche Überholmanöver. Und am Ende der Raserei wurde von einem der beiden Autos ein riesiger Stoffteddy zum anderen Wagen überreicht - bei etwa Tempo 80. Weil sie damit ein illegales Autorennen veranstaltet haben sollen, mussten sich am Dienstag eine 31 Jahre alte Frau und ein 22 Jahre alter Mann vor dem Amtsgericht verantworten. Laut Anklage waren sie teilweise mit mehr als 100 Kilometer pro Stunde unterwegs.

Sie sei mit einer Freundin auf dem Dom gewesen und habe eilig zu der Geburtstagsfeier eines Freundes kommen wollen, sagte die Angeklagte Nicole A. Ein Autorennen habe sie mitnichten veranstaltet. Aber ihre Freundin habe den Riesenteddy auf dem Beifahrersitz eines BMW entdeckt und das Stofftier gern für ihren kleinen Sohn bekommen wollen.

Zollbeamtin wollte unbedingt den Teddy bekommen

Durch Gesten hätten sie dies dem Fahrer des anderen Wagens signalisiert. „Er fuhr los, ich zügig hinterher, um an den Teddy heranzukommen“, formulierte die Zollbeamtin. Sie habe nie den Verkehr gefährden wollen. „Ich hätte es mir nie verziehen, wenn ich jemanden verletzt hätte.“ Auch der Mitangeklagte Tim M. bestritt, dass es sich um ein Autorennen gehandelt habe. Er habe sich „geschmeichelt gefühlt“, dass zwei attraktive Frauen zu ihm rübengeguckt hätten, sagte der 22-Jährige. Von drei Teddys, die er auf dem Dom gewonnen hatte, habe er einen während der Fahrt ins andere Auto rübergereicht.

Eine Polizeibeamtin, die die beiden Wagen verfolgte, fuhr selber teilweise Tempo 110. „Und der Abstand zu den beiden BMW hat sich noch vergrößert“, erzählte die Zeugin. Der Staatsanwalt sprach im Plädoyer von einem „grob verkehrswidrigen Verhalten“. Die Angeklagten hätten sich „einem Geschwindigkeitsrausch hingegeben“. Der Richter verhängte schließlich für beide Angeklagten Geldstrafen.

Geldstrafen und Führerscheinentzug

Zollbeamtin Nicole A. muss 5400 Euro zahlen, der arbeitslose Tim M. 720 Euro. Bei beiden wird für insgesamt 18 Monate der Führerschein eingezogen. Er sei überzeugt, dass es sich um ein illegales Kraftfahrzeugrennen gehandelt hat, begründete der Richter seine Entscheidung. Die Angeklagten hätten sich „gegenseitig angestachelt, sich durch den Verkehr geboxt“ und hätten „möglichst Höchstgeschwindigkeit erzielen“ wollen, so der Vorsitzende. Ob es sich bei der Übergabe des Teddys womöglich um eine Trophäe gehandelt habe, wisse er nicht. „Das war einfach nur mordsgefährlich. Das war lebensmüde.“

( bem )

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