Großeinsatz

UKE-Feuer: Mutmaßlicher Brandstifter wieder in Psychiatrie

Der Brand in dem Krankenhaus war abends ausgebrochen. Feuerwehrleute schlugen Fenster der geschlossenen Abteilung ein.

Hamburg. In der Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist am Mittwochabend ein Feuer ausgebrochen. "Die gesamte Abteilung ist verraucht, wir haben Patienten und Klinikpersonal herausgeholt", sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger kurz nach Beginn des Einsatzes. Wegen der unklaren Ausgangslage mit potenziell vielen verletzten Menschen wurde Großalarm ausgelöst: 103 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Das Feuer war in einem Patientenzimmer im Erdgeschoss ausgebrochen, ein Bett und Mobiliar standen in Vollbrand. Durch die starke Rauchentwicklung war die gesamte psychiatrische Abteilung betroffen, was die Rettungsarbeiten zusätzlich erschwerte: "Um hier Zutritt zu erhalten, wurde Hand in Hand mit dem Klinikpersonal gearbeitet, da es sich bei der Station um einen geschlossenen Bereich handelt, der nicht ohne Schließberechtigung betreten werden kann“, sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger.

Mutmaßlicher Brandstifter zurück in Psychiatrie

Im Gebäude­innern versuchten Patienten, die Scheiben gewaltsam zu öffnen. Weil das Gebäude speziell gesichert ist, mussten Feuerwehrleute die Scheiben mit Äxten einschlagen. Zwei Männer und zwei Frauen wurden gerettet. Sie zogen sich Rauchgasvergiftungen zu. Die Patientin verletzte sich zudem durch Splitter der zerstörten Scheibe. Eine weitere Frau erlitt einen Krampfanfall. Schwer verletzt wurde niemand.

Allem Anschein nach wurde das Feuer vorsätzlich von einem Patienten gelegt, der auch bereits am Mittwochabend in Gewahrsam genommen worden war. Am Donnerstag wurde der Mann zurück in die Psychiatrie gebracht.

Belüftung musste rasch erfolgen – wegen Patienten

Die Feuerwehr konnte den Kleinbrand schnell löschen, die Einsatzkräfte verblieben aber weiterhin vor Ort, um das Gebäude zu belüften. Dies hatte Priorität, da auch 22 Personen aus der geschlossenen Abteilung ihre Patientenzimmer verlassen mussten, aber nicht ohne Weiteres umquartiert werden konnten.

Rund um das UKE ist es zu Einschränkungen im Straßenverkehr gekommen. Die Martini- und die Curschmannstraße waren gesperrt. Der Einsatz dauerte mehr als drei Stunden.