Panne in Hamburg

Auch Tschentscher betroffen: Mailsystem tagelang lahmgelegt

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Jens Meyer-Wellmann
Auch das Büro von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) war von der E-Mail-Panne betroffen.

Auch das Büro von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) war von der E-Mail-Panne betroffen.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Massive Probleme bei Senat, Behörden und Bürgerschaft. Viele Mails kommen nur mit großer Verspätung an. 50.000 sind betroffen.

Hamburg. E-Mails, die sich nicht versenden lassen, nicht ankommen oder erst Stunden oder sogar Tage später beim Empfänger landen: Der Hamburger Senat, die Behörden und die Bürgerschaft waren bis zum Donnerstag von massiven Störungen beim elektronischen Datenverkehr betroffen. Die Pressemitteilungen der Fraktionen oder Behörden erreichten ihre Adressaten oft erst am Folgetag, Mails von außerhalb des Behördennetzes kamen mit großer Verspätung an, selbst das Bürgermeisterbüro hatte massive Probleme mit den Mails.

Wie es zur E-Mail-Panne kam

Schuld waren nach Abendblatt-Informationen Probleme beim IT-Dienstleister Dataport. Seit Dienstagvormittag habe sich der Versand und der Empfang von E-Mails verzögert, teilte Dataport auf Abendblatt-Anfrage mit. „Von den Verzögerungen betroffen waren E-Mails, die aus dem Behördennetz hinaus oder in das Netz hinein gesendet wurden“, sagte Dataport-Sprecherin Britta Heinrich. „Die Verzögerungen wurden durch ein defektes System für Spam- und Virenschutz ausgelöst. Es stoppte in kurzen Intervallen die Verarbeitung der E-Mails.“

Grundsätzlich betroffen war demnach der externe Mailverkehr aller 50.000 Hamburger Verwaltungsmitarbeiter – nicht aber E-Mails, die innerhalb des Behördennetzes versendet wurden.

Bürgerschaft irritiert über Dauer der E-Mail-Panne

Am Dienstag und auch noch am Mittwoch und Donnerstag sei es zu Verzögerungen bei Versand und Empfang der E-Mails gekommen. Eine erste Lösung habe bereits am Dienstag dafür gesorgt, dass die Mail-Systeme die Verarbeitung hätten fortsetzten können. „Die Warteschlangen vor den Systemen waren aber erst am Donnerstagmorgen abgebaut. Bis dahin konnte es also noch zu Verzögerungen kommen“, so Heinrich. „Zurzeit läuft der E-Mail-Versand ohne Verzögerungen.“ Solche Probleme seien sehr ärgerlich, aber nicht vollständig auszuschließen, hieß es.

In den Behörden und Bürgerschaftsfraktionen, die bereits am Dienstag vom IT-Service der Bürgerschaft informiert worden waren, zeigte man sich vor allem irritiert über die Dauer der Störung von insgesamt fast zwei ganzen Tagen. Während der Bürgerschaftssitzung am Mittwoch verschickte Pressemitteilungen hatten die Redaktionen oft erst am Donnerstag erreicht – nachdem die Berichte über die Debatten längst gedruckt waren.

Dataport ist der IT- und Kommunikations-Dienstleister der öffentlichen Verwaltung für die norddeutschen Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen und Sachsen-Anhalt und die Steuerverwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Die Anstalt des öffentlichen Rechts wurde auf Grundlage eines Staatsvertrages zum Jahresbeginn 2004 gegründet und hat rund 4000 Mitarbeiter. Wegen technischer Probleme bei der städtischen Kommunikation war Dataport in den vergangenen Jahren in Hamburg immer wieder in die Kritik geraten.