Hamburg

Senat soll Sierichstraße fahrradfreundlich umbauen

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Timo B. Kranz (Grüne) und Alexander Kleinow (SPD) stehen an der Sierichstraße. Sie sind empört, dass die Verkehrsbehörde einen Umbau der Straße ablehnt.

Timo B. Kranz (Grüne) und Alexander Kleinow (SPD) stehen an der Sierichstraße. Sie sind empört, dass die Verkehrsbehörde einen Umbau der Straße ablehnt.

Foto: Reiffert/GRÜNE Fraktion Nord

Das fordert Grün-Rot im Bezirk Nord vom Rot-Grünen Senat. Die Verkehrsbehörde lehnt den Umbau bisher ab.

Hamburg. Noch ist die Sierichstraße in Hamburg eine Ausnahme unter den Straßen in Deutschland und Europa – weil auf ihr zweimal täglich die Fahrtrichtung für beide Spuren gewechselt wird.

Zugleich ist die wichtige Verbindung zwischen Innenstadt und den nördlichen Stadtteilen bisher, vorsichtig gesagt, nicht durchweg optimal auf den Rad- und Fußverkehr eingestellt. Deswegen haben Grüne und SPD, die im Bezirk Nord eine Koalition bilden, den Senat gebeten, für eine Umgestaltung zu sorgen.

Sie fordern „barrierefreie Fußwege“ und eine „Radverkehrsführung, die so attraktiv ist, dass zukünftig keine Radler*innen mehr auf den Gehwegen anzutreffen sind“. Zudem solle die „Lücke in der östlichen Alster-Fahrradachse zwischen Bellevue und Fährhausstraße geschlossen werden“.

Verkehrsbehörde lehnt Umbau ab

Beim rot-grünen Senat allerdings beißen die Bezirkspolitiker bisher auf Granit. Antwort der Behörde für Wirtschaft und Verkehr: „Der Straßenzug befindet sich in einem verkehrssicheren Zustand und es sind derzeit keine Verbesserungen im Rahmen des Erhaltungsmanagements vorgesehen. Da es für den Fuß- und Radverkehr gute Parallelrouten gibt, wird … zurzeit nur eine geringe Priorität für die Verbesserung der Fuß- und Radverkehrsführung … gesehen.“

Grün-Rot im Bezirk empört das. „Die Antwort macht mich fassungslos“, sagt Grünen-Bezirksfraktionschef Timo B. Kranz. „Für die Verkehrsbehörde ist eine Straße offenbar bereits dann verkehrssicher, wenn man mit dem Auto ungebremst durchsausen kann. Sie verschließt die Augen vor den Gefahren gerade für Menschen mit Seh- und Gehbehinderungen durch Radfahrende, die sich nicht auf die Fahrbahn trauen und daher die Gehwege nutzen.“

Gefahren für Radfahrer mindern

SPD-Bezirksfraktionschef Alexander Kleinow fügt hinzu: „Kfz haben kein Exklusivrecht auf Nutzung dieser Strecke. Aufgabe der Behörden ist es, Gefahren für Radfahrende sowie Fußgänger zu mindern und nicht, sie klein zu reden.“ Beide Fraktionsvorsitzenden fordern von SPD und Grünen auf Landesebene, die Sierichstraße zum Thema der laufenden Koalitionsverhandlungen zu machen. Der neue Senat müsse seine Position in dieser Sache überdenken.