Bürgerschaftswahl

Uni-Umfrage sieht Hamburger Grüne bei 32 Prozent

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Jens Meyer-Wellmann
Katharina Fegebank (Grüne) kandidiert bei der Bürgerschaftswahl als Bürgermeisterin (Archivbild).

Katharina Fegebank (Grüne) kandidiert bei der Bürgerschaftswahl als Bürgermeisterin (Archivbild).

Foto: Markus Scholz/dpa

Tschentscher (SPD) hat dagegen die besten persönlichen Werte. Die Studie offenbart, wo Hamburger die Probleme in der Stadt sehen.

Hamburg. Vier Tage vor der Bürgerschaftswahl hat die Universität Hamburg wieder eine neue „Bürgerumfrage der Sozialwissenschaften für Hamburg“ (BUS 2020) vorgelegt. Die Forscher um Politikwissenschaftler Prof. Kai-Uwe Schnapp haben dafür nach eigenen Angaben 1004 repräsentativ ausgewählte Hamburger befragt – in der Zeit vom 2. Januar bis 14. Februar 2020.

In der Studie, die dem Abendblatt vorliegt, ging es um Wahlabsichten, die Beliebtheit der Spitzenpolitiker, und die für die Hamburger wichtigsten Themen. In der Sonntagsfrage zur Bürgerschaftswahl kommt die SPD in der Uni-Umfrage auf 34 Prozent der Stimmen. Die Grünen folgen nur knapp dahinter mit 32 Prozent. Die CDU liegt bei zwölf, die Linke bei sieben, die FDP bei sechs und die AfD bei fünf Prozent.

Wahlumfrage: Peter Tschentscher hat die besten Werte

Unter den Spitzenkandidaten erhält SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher die besten Werte 67 Prozent der Befragten waren mit seiner Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden – 77 Prozent kannten seinen Namen. Es folgt die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank mit 47 Prozent Zustimmung und 71 Prozent Bekanntheit. Auf Platz drei liegt Linken-Spitzenkandidatin Cansu Özdemir (41 Prozent Zustimmung und 63 Prozent Bekanntheit). Es folgen CDU-Kandidat Marcus Weinberg (23/47), FDP-Frontfrau Anna von Treuenfels (16/33) und AfD-Chef Dirk Nockemann (6/35).

Auf die Frage, wen sie am liebsten als Ersten Bürgermeister hätten, nannten 59 Prozent der befragten Hamburger Tschentscher, 26 Prozent Fegebank, acht Prozent Özdemir, sechs Prozent Weinberg, ein Prozent Nockemann und null Prozent Treuenfels. Eine deutliche Mehrheit wünscht sich also, dass der jetzige Bürgermeister Peter Tschentscher auch nach der Wahl im Amt bleibt.

Als wichtigste Probleme der Stadt nannten die Befragten Verkehr (28 Prozent), Wohnraum (24 Prozent), Infrastruktur (neun Prozent), Umwelt (neun Prozent) und Soziales (sechs Prozent).

Großes Einverständnis gibt es nach der Umfrage mit möglichen Maßnahmen zum Klimaschutz, wie sie auch im neuen Klimaplan festgelegt wurden. Einer verstärkten Aufforstung stimmten 72 voll oder eher zu, schadstoffabhängigen Landegebühren für Flugzeuge 67 Prozent. 64 Prozent wollen, dass der Hafen nur noch von Schiffen mit hohen Umweltstandards angelaufen werden darf, und 59 Prozent befürworten die Pflicht zur Installation von Solaranlagen bei Neubauten oder Dachsanierungen.

Die Hamburger Grünen haben die treusten Wähler

Bei einer Analyse der Wählerwanderung stellten Schnapp und seine Kollegen fest, dass die Grünen die treusten Wähler haben und die Linke die untreusten. 75 Prozent derjenigen, die 2015 die Grünen wählten, wollen das am kommenden Sonntag wieder tun. Bei der Linken liegt dieser Wert bei nur 49 Prozent. Die Grünen sind laut Studie auch die Partei, die die meisten bisherigen Nichtwähler für sich gewinnen kann.

Die Hamburger schätzen sich laut BUS 2020 selbst im Durchschnitt leicht links der Mitte ein. Auf einer Skala von 1 für links und 11 für rechts ordneten sich 22 Prozent bei einer 5 ein, 20 Prozent bei 4 und 16 Prozent bei 3. Der Durchschnittswert lag bei 4,6.

Die Uni hält sich bei ihren Erhebung nach eigenen Angaben an methodische Standards. Ungewöhnlich ist der lange Befragungszeitraum von sechs Wochen. Bei früheren Umfragen wichen die Uni-Ergebnisse bisweilen stärker von denen der bekannten Umfrageinstitute ab.

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