Hamburg

Lindners Uni-Auftritt verboten: Jusos attackieren Fegebank

Der Hamburger Juso-Vorsitzende Alexander Mohrenberg.

Der Hamburger Juso-Vorsitzende Alexander Mohrenberg.

Foto: Jusos HH

Für die „Freiheitskrise“ an der Uni sei auch die grüne Senatorin verantwortlich, meint Hamburgs Juso-Chef, Alexander Mohrenberg.

Hamburg. Angesichts der jüngsten Vorkommnisse sieht Hamburgs Juso-Chef Alexander Mohrenberg eine „Freiheitskrise“ an der Hamburger Universität – und macht dafür die grüne Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank verantwortlich. „Als Senatorin hat sie die Aufgabe, die Freiheit des Denkens zu verteidigen und Raum für die Entfaltung von Argumenten zu schaffen“, sagte Mohrenberg dem Abendblatt. „Statt ihre Pflicht zu erfüllen und die Uni in ihrer Tradition als freie Wissenschaftsinstitution zu präsentieren, bekräftigt sie Verbote und verbannt das demokratische Gespräch.“

Dabei bezieht sich der Chef der SPD-Jugendorganisation darauf, dass der FDP-Bundesvorsitzende Christin Lindner an der Uni nicht vor Studierenden auftreten durfte – mit Verweis auf eine Uni-Regelung, die parteipolitische Veranstaltungen an der Hochschule verbietet. Fegebank hatte die Regelung verteidigt und gesagt, sie sei der Überzeugung, dass Universitäten parteipolitisch neutral sein müssten und nicht Bühne für Parteipolitik sein dürften.

Juso-Chef Mohrenberg verweist nun darauf, „dass zuvor auch andere Parteipolitiker/-Innen auftreten durften und ein Unterschied für Außenstehende nicht erkennbar war“. Die Verwaltung habe ihre Absage mit formalen Gründen und angeblicher Unkenntnis begründet. „Das halten wir für einen großen Fehler“, so Mohrenberg. „Gerade weil wir mit Christian Lindner in den meisten Punkten nicht übereinstimmen, hätten wir uns eine Auseinandersetzung der Studierendenschaft gewünscht.“

Jusos werfen Fegebank „fehlende Kontrolle“ vor

Mohrenberg verweist darauf, dass auch Bundes-Jusochef Kevin Kühnert bei den Hochschul-Jusos an der Uni diskutiert habe. Die Uni hatte gegenüber der FDP behauptet, davon nichts gewusst zu haben. Das sei unwahr, so Mohrenberg. „Wie E-Mails belegen, war die Veranstaltung der Präsidialverwaltung bekannt“, so der Juso-Chef.

Dass dies dementiert werde, offenbare „Fehler in der Kommunikation und fehlende Kontrolle“, so Mohrenberg. „Wenn Katharina Fegebank schon mit einer kleinen Krise auf Papier überfordert ist, was passiert, wenn in Wilhelmsburg die Deiche brechen?“ Die Jusos stünden „für einen freien Diskurs an der Universität“.

Zuletzt hatte die Uni auch negative Schlagzeilen gemacht, weil die Vorlesungen des AfD-Gründers Bernd Lucke niedergeschrien wurden. Fegebank hatte dies zunächst halbherzig kritisiert und später deutlichere Worte gefunden.