Integration

Hamburgs Polizei und Feuerwehr werden bunter

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Eine Beamtin wirbt in einer Ditib-Moschee für den Polizeidienst (Archivbild).

Eine Beamtin wirbt in einer Ditib-Moschee für den Polizeidienst (Archivbild).

Foto: Arne Dedert / picture alliance / dpa

Bei Neueinstellungen steigt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund, so der Senat auf Anfrage von Kazim Abaci (SPD).

Hamburg.  Mit der Kampagne „Wir sind Hamburg! Bist du dabei?“ wirbt der Senat seit einigen Jahren bei Menschen mit Migrationshintergrund für den öffentlichen Dienst. Nun sind erste Erfolge erkennbar: Polizei und Feuerwehr in Hamburg stellen mehr Bewerberinnen und Bewerber mit Migrationshintergrund ein – das geht aus den Antworten des Senats auf eine Kleine Anfrage von Kazim Abaci, integrationspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, hervor.

Demnach stieg der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund unter allen Neueinstellungen für den Polizeivollzugsdienst von 15 Prozent im Jahr 2017 (78 von 504) auf 20 Prozent im Jahr 2018 (115 von 580). Auch im ersten Quartal 2019 lag sie mit rund 18,5 Prozent (53 von 287) über dem Wert von 2017. Von den 246 neuen Mitarbeitern mit Migrationshintergrund hatten 50 ihre Wurzeln in der Türkei, 43 in Polen und 20 in Russland, der Rest verteilt sich auf viele weitere Länder.

Bei der Feuerwehr erhöhte sich der Anteil der Menschen mit ausländischen Wurzeln unter den Neueinstellungen von 9,5 Prozent in 2017 (15 von 157) auf 11,3 Prozent in 2018 (25 von 221) dagegen nur leicht. Im ersten Quartal 2019 lag er bislang bei gut zehn Prozent (fünf von 49). Sieben dieser 45 neuen Mitarbeiter stammen aus Polen, fünf aus Russland, vier aus der Türkei, je zwei aus den USA, Frankreich, der Schweiz und Kasachstan.

Bei allen Einstellungen für den öffentlichen Dienst liegt der Migranten-Anteil bei 18,2 Prozent

Zum Vergleich: Wie aus dem Personalbericht des Senats hervorgeht, hatten von den in 2017 eingestellten 1185 Auszubildenden und Studierenden der öffentlichen Verwaltung 216 einen Migrationshintergrund. Das entsprach einem Einstellungsanteil von 18,2 Prozent, nach 17,2 Prozent im Vorjahr. Der Senat hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Anteil auf 20 Prozent zu steigern, damit sich die Bevölkerungsverhältnisse besser in der Verwaltung widerspiegeln. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg: Ende 2017 hatte nach Angaben des Statistik­amt Nord gut 650.000 Hamburger einen Migrationshintergrund, das waren rund 35 Prozent aller Einwohner.

„Hamburg hat erkannt, dass die jungen Menschen mit ihren Erfahrungen, ihren Sprachkenntnissen und ihrem interkulturellen Wissen eine wertvolle Bereicherung für den öffentlichen Dienst sind“, sagte der SPD-Politiker Abaci. „Der öffentliche Dienst muss ein Spiegelbild unserer Gesellschaft sein. Nur so können wir die Teilhabe für alle Bevölkerungsgruppen bestmöglich gestalten. Die Kampagne ,Wir sind Hamburg! Bist du dabei?’ leistet dafür einen entscheidenden Beitrag.“

( dey )