Bildung

Jeder sechste Hamburger Schüler versagt in Deutsch

Die Deutschkenntnisse vieler Hamburger Schüler sind ungenügend

Die Deutschkenntnisse vieler Hamburger Schüler sind ungenügend

Foto: Daniel Reinhardt / dpa

Leseverstehen und Sprachgebrauch – Test zeigt erschreckende Ergebnisse bei Drittklässlern an Hamburger Schulen.

Hamburg. Dass die Hamburger Schüler im Vergleich mit Gleichaltrigen anderer Bundesländer ein Problem im Fach Mathematik haben, ist wissenschaftlich belegt. Doch nun wird immer deutlicher, dass es auch im Deutschen nicht zum Besten steht.

Etwa jeder sechste Drittklässler, genau 15 Prozent, hat im Abschnitt Leseverstehen des bundesweit durch­geführten Tests mit dem niedlichen Namen Kermit („Kompetenzen ermitteln“) den Mindeststandard nicht erreicht. Und auch im Bereich Sprach­gebrauch, in dem es etwa um sprachlich-logische Verknüpfungen geht, ist das Ergebnis ähnlich: Hier verfehlten 18 Prozent den Mindeststandard.

Insgesamt sind die Deutschkompetenzen von 35 bzw. 43 Prozent der Drittklässler unterdurchschnittlich: Denn beim Leseverstehen erreichen 20 Prozent nur den Mindeststandard, beim Sprachgebrauch sind es 25 Prozent. Anfang Mai dieses Jahres wurde auch das Leseverstehen der Achtklässler getestet. Das Ergebnis von Kermit 8 legt nahe, dass sich in den fünf Jahren seit der Klassenstufe drei nichts zum Besseren verändert hat: Der Anteil der Schüler, die den Mindeststandard verfehlen, liegt jetzt bei 16 Prozent. Noch einmal 20 Prozent schaffen die Mindestanforderung, bleiben aber unterdurchschnittlich.

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Diese Werte hat der Senat in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Karin Prien veröffentlicht. Bislang hatte die Schulbehörde stets darauf verwiesen, dass die Kermit-Ergebnisse nur den einzelnen Schulen zurückgemeldet werden. In Sachen Deutschleistungen Hamburger Schüler herrschte bereits vor den Sommerferien Alarmstimmung. Damals wurde bekannt, dass die Durchschnittsnote bei der schriftlichen Überprüfung, einer landesweiten Vergleichsarbeit, im Fach Deutsch bei 3,7 lag – an den Gymnasien. Sogar im Angstfach Mathematik war der Durchschnitt mit 3,6 etwas besser.

Kommentar: Alarmstimmung bei der Hamburger Schulpolitik

An den Kermit-Tests haben alle Dritt- und Achtklässler teilgenommen – mit Ausnahme der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, der Schüler der Rudolf-Steiner-Schulen sowie der Jungen und Mädchen, die weniger als ein Jahr in Deutschland leben. „35 Prozent aller Hamburger Drittklässler können nicht richtig lesen, 43 Prozent nicht richtig Deutsch sprechen. Diese traurige Tatsache verändert sich auch kaum durch das längere Drücken der Schulbank“, sagt die CDU-Politikerin Prien. Auch bei den Achtklässlern – nach fünf Jahren Unterricht – sei das Ergebnis nicht besser.

Aus Sicht der Bildungsforscher des zuständigen Instituts für Bildungs­monitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) eignen sich die Kermit-Tests nicht für einen Längsschnittvergleich von Klasse drei zu acht.