Bildung

Schwache Leistung in Deutsch: CDU fordert Konsequenzen

CDU-Bildungspolitikerin Karin Prien

CDU-Bildungspolitikerin Karin Prien

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Jeder sechste Hamburger Schüler versagt in Deutsch. Karin Prien will das Abschneiden der einzelnen Hamburger Schulen erfragen.

Hamburg.  Die CDU-Bildungspolitikerin Karin Prien hat den rot-grünen Senat aufgefordert, im Hinblick auf die Defizite der Schüler in Deutsch „wirksam gegenzusteuern“. Das sei besonders angesichts der Tatsache erforderlich, „dass mit den vielen Flüchtlingskindern weitere große Herausforderungen auf die Schulen zukommen“.

Laut der Senatsantwort auf eine Prien-Anfrage haben 15 Prozent der Drittklässler beim Kermit-Test (Kompetenzen ermitteln) im Bereich Leseverstehen den Mindeststandard nicht erreicht. Insgesamt sind die Kompetenzen von 35 Prozent der Schüler unterdurchschnittlich, beim Sprachgebrauch sind es sogar 43 Prozent. Und auch bei dem parallel im Mai 2015 durchgeführten Test Kermit 8 ist das Ergebnis nicht besser: 36 Prozent der Achtklässler erreichen beim Leseverstehen nicht den Durchschnitt, 16 Prozent verpassen den Mindeststandard.

In Hamburg nehmen an den Kermit-Tests fast alle Schüler der jeweiligen Klassenstufe teil. Die Überprüfung der Kompetenzen erfolgt bundesweit, der Test heißt in den anderen Ländern jedoch Vera (Vergleichsarbeiten). Unterschiedlich ist auch der Anteil teilnehmender Schüler. Neben den bundesweit einheitlichen Tests gibt es zudem länderspezifische Ergänzungen. Aus diesen Gründen hält die Schulbehörde einen Vergleich der Hamburger Ergebnisse mit denen anderer Länder für nicht seriös. Dafür gebe es spezielle Ländervergleichsarbeiten.

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Die meisten Kultusministerien halten die Gesamtwerte der Vera-Tests ohnehin unter Verschluss. Ausnahmen haben bislang nur Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gemacht. Berlin etwa hat aber sogar die Gesamtergebnisse der Schulen nach den jeweiligen Bezirken veröffentlicht. CDU-Politikerin Prien kündigte an, in diesem Punkt noch einmal mit einer Senatsanfrage nachsetzen zu wollen.

So sehen die Kermit/Vera-Tests aus: Die Drittklässler müssen im Bereich Sprachgebrauch unter anderem Lückentests ausfüllen. Beispiel: Zur Vervollständigung des Satzes „Leonie geht zu Fuß in die Schule, ... sie ein Fahrrad hat“ gibt es vier Vorschläge, von denen einer angekreuzt werden muss: indem, obwohl, weil und wenn. Beim Leseverstehen wird etwa ein rund 250 Wörter umfassender Text vorgegeben, der einer Fabel nachempfunden ist. Zum Inhalt der Geschichte müssen die Schüler Fragen beantworten.

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Schulsenator Ties Rabe (SPD) hat bereits 2014 einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Verbesserung der Deutsch- und besonders der Rechtschreibleistungen präsentiert, der nun an den Schulen umgesetzt wird. Unter anderem sollen die Schüler am Ende von Klasse vier einen Basiswortschatz von 800 Wörtern sicher beherrschen. „Wir müssen wissen, ob die vom Senator angekündigten Maßnahmen Wirkung zeigen, deswegen müssen die Ergebnisse der Kompetenztests veröffentlicht werden“, sagt Prien.