Motorrad-Festival in Hamburg

Senat stellt sich quer - Aus für die Harley Days

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Ulrich Gaßdorf

Foto: dpa

Die Begründung für die Absage der Harley Days: Das Treffen von Tausenden Motorradfahrern passe nicht in Europas Umwelthauptstadt.

Hamburg. Die Hamburg Harley Days lockten seit 2004 Jahr für Jahr gut eine halbe Million Besucher in die Hansestadt. Im vergangenen Jahr nahmen an der Parade mehr als 10 000 Motorradfahrer aus ganz Europa teil. Doch damit ist nun Schluss: 2010 wird es keine Harley Days geben.

Das bestätigte Veranstalter Uwe Bergmann von der uba Event-Agentur dem Hamburger Abendblatt: "Der Senat hat mir signalisiert, dass es in diesem Jahr und im Jahr 2011 kein grünes Licht für diese etablierte Veranstaltung geben wird." Das geht auch aus einem Brief der zuständigen Behörde für Kultur, Sport und Medien (BKSM) hervor, den Senatorin Karin von Welck (parteilos) unterzeichnet hat. Die Behörde befürchtet eine zu hohe Belastung für die Hamburger Bürger.

Außerdem geht sie davon aus, dass die Durchführung der Harley Days im Zusammenhang mit Hamburgs Auszeichnung als Europäische Umwelthauptstadt 2011 (European Green Capital) "erhebliche politische Diskussionen auslösen" würde. BKSM-Sprecherin Ilka von Bodungen sagte dem Abendblatt: "Wir haben dem Veranstalter mitgeteilt, dass die Durchführung der Harley Days in Bezug auf die Akzeptanz der Hamburger Bürger und aus ökologischen Gesichtspunkten schwer durchsetzbar erscheint."

Die formale Entscheidung müsse allerdings auf Bezirksebene getroffen werden, sobald ein Antrag des Veranstalters vorliegt, das Motorradtreffen an einem bestimmten Ort in der Stadt auszurichten. Doch einen solchen Antrag will Veranstalter Bergmann nun gar nicht erst stellen: "Unter diesen Voraussetzungen würde ich mich doch nur lächerlich machen", sagt er. Unterstützung für Bergmann kommt von Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Hans-Jörg Schmidt-Trenz: "Die Harley Days haben einen hohen Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt.

Es kommen Motorradfreunde aus ganz Europa, die viel Geld in Hamburg ausgeben." Es wäre sehr schade, wenn die Hansestadt eine so renommierte Veranstaltung verlieren würde, sagte er. Das sieht der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Gregor Maihöfer, ähnlich: "Wir haben dafür wenig Verständnis. Diese wichtige Veranstaltung war immer ein Gewinn für Hamburg und hat der Gastronomie und Hotellerie gute Umsätze beschert."