Nach dem Wahldebakel

Interner Streit um CDU-Personal wird heftiger

Wankum verpflichtet sich juristisch, Hecht nicht mehr als "charakterlos" zu beschimpfen. Hecht hatte Unterlassungserklärung angestrebt.

Hamburg. Heute Abend diskutiert die CDU erstmals öffentlich ihr desaströses Wahlergebnis. Doch noch bevor das "Mitgliederforum" im Bürgerhaus Wilhelmsburg beginnt, wüten interne Streitereien über Fehler der Vergangenheit und nötige Konsequenzen.

Die härtesten Keulen schwingen die Bürgerschaftsabgeordneten Heiko Hecht und Andreas Wankum. Letzterer hat nun schriftlich versichert, Heiko Hecht nicht erneut als "Mensch ohne Charakter" zu beschimpfen oder zu sagen, "der Mann gehört in eine Anstalt". Sonst müsste er eine Geldstrafe von 5001 Euro zahlen. Heiko Hecht hatte eine gerichtliche Unterlassungserklärung angestrebt.

Hintergrund ist auch Hechts Vorwurf gegenüber dem scheidenden Landeschef Frank Schira. Dieser wolle nur seine "Pfründe " sichern, anstatt jüngeres Personal nach vorne zu lassen. Wankum hatte Hecht daraufhin attackiert. Hecht reagierte mit juristischen Schritten, "um Kritik weiter zu ermöglichen".

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Wankum legte trotzdem nach, wenn auch mit anderen Worten. Hecht habe in Sitzungen in der Bürgerschaft mit "teilweise verletzenden" Zwischenrufen bereits der Partei geschadet. "Es war manchmal so schlimm, dass ich mich fast schon für ihn schämte", so Wankum. "Ungeachtet dessen" wolle er sich nun aber mit Hecht "versöhnen".

Heftig geht auch der Vorsitzende der CDU Oberalster, Nils Wolk, auf seinen Kollegen Dennis Thering, Vorsitzender der CDU Alstertal, los. Thering sei nur "durch die Protektion seines politischen Ziehvaters Frank Schira" schon mit 26 Jahren Chef einer der größten Ortsverbände geworden, schreibt Wolk in einer Mitteilung. Auch jetzt unterstütze er den Landesvorsitzenden Schira noch "in blindem Kadavergehorsam". Thering bezeichnete die Vorwürfe als "völlig absurd". Nach Schiras angekündigtem Rückzug vom Parteivorsitz attackiert Wolk auch Marcus Weinberg, der Interesse an der Nachfolge bekundet hatte. Weinbergs Warnung vor einem Verlust an Kontinuität dreht Wolk um: Gerade "ein Bruch in dieser fehlgeleiteten Kontinuität" sei doch für einen Neuanfang nötig.