Verkehr Hamburg

U3 von Baumwall bis Rathaus fünf Monate gesperrt

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Ein 100 Jahre alter Viadukt muss erneuert werden. Fast 50.000 Fahrgäste werden umsteigen und längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen.

Hamburg. Neuer Engpass bei der U-Bahn: Fast 50.000 Fahrgäste werden jeden Tag umsteigen und längere Fahrzeiten in Kauf nehmen müssen, denn die Linie U 3 wird zwischen Rathaus und Baumwall nach dem Hafengeburtstag vom 10. Mai bis zum 3. Oktober in beiden Richtungen voll gesperrt. Die Hochbahn erneuert auf einer Länge von rund 200 Metern den fast 100 Jahre alten U-Bahn-Viadukt zwischen der Straße Kajen und dem Baumwall am Hafenrand. Der Umbau kostet rund 13 Millionen Euro. Einen Busersatzverkehr wird es nicht geben. Die Fahrgäste können ohne Zuschlag auf Schnellbusse und die S-Bahn ausweichen. Zudem pendelt die U 3 zwischen den Haltestellen Baumwall und St. Pauli während der Bauarbeiten nur auf einem Gleis im Zehn-Minuten-Takt.

+++ So umfahren Sie die Sperrung +++

Auch auf die Anreise zum Fanfest während der Fußball-Weltmeisterschaft auf dem Heiligengeistfeld vom 10. Juni an hat die Sperrung Auswirkungen. Denn normalerweise würden viele Fahrgäste von der Innenstadt kommend mit der U 3 bis zu den Stationen St. Pauli oder Feldstraße fahren. Nun empfiehlt die Hochbahn, auf die U 2 auszuweichen und bis zur Messe zu fahren.

Auch Autofahrer müssen mit Verkehrsbehinderungen im Baustellenbereich rechnen: Vom 11. bis zum 22. Mai und vom 19. August bis zum 4. September werden die Straßen Binnenhafenbrücke und Otto-Sill-Brücke zwischen Kajen und der Haltestelle Baumwall gesperrt. Während der gesamten Bauzeit wird der Verkehr auf den betroffenen Straßen in beiden Richtungen nur einspurig geführt. Beim Viadukttausch werden die alten Brückenstahlkonstruktionen komplett erneuert: Die Stahlüberbauten und die massiven Stützpfeiler werden ausgetauscht und die Tiefgründungen neu hergestellt: "Der Austausch des alten Stahlviaduktes ist notwendig, weil die Kosten für die Inspektion und Instandhaltung bei einer nur noch geringen Restnutzungsdauer wirtschaftlich nicht mehr zu vertreten sind", sagt Jens Lang, der als Bereichsleiter für die Infrastruktur bei der Hochbahn verantwortlich ist.

Diese Lösung sei nicht nur wirtschaftlich sinnvoll. Der neue Viadukt werde auch das Stadtbild deutlich aufwerten, so Lang weiter. Statt des fast vier Meter hohen Fachwerkaufbaus der Tragekonstruktion wird künftig eine weit geschwungene Stahlkonstruktion für mehr Transparenz sorgen. Durch die Modernisierung sollen auch die Geräusche der U-Bahn deutlich verringert werden: "Außerdem wird der Kurvernradius östlich der Haltestelle Baumwall vergrößert. Dadurch können die U-Bahnen anstatt bisher mit 30 Stundenkilometern mit bis zu 50 Kilometern pro Stunde in diesem Bereich fahren", sagt U-Bahn-Betriebsleiter Christoph Levin.

Vor der Streckensperrung wird die Hochbahn ihre Fahrgäste umfassend informieren: 50.000 Infozettel mit Fahrtipps sollen an die Kunden verteilt werden und 200 Großplakate an den Haltestellen aufgehängt werden. Außerdem soll an den betroffenen Stationen Servicepersonal eingesetzt werden. Die Streckensperrung wird die Hochbahn für weitere Baumaßnahmen nutzen: Die Haltestelle Baumwall wird modernisiert.

Neben einem neuen Anstrich erhält das denkmalgeschützte Gebäude für die bessere Erschließung der HafenCity im östlichen Zugangsbereich einen weiteren Eingang. Außerdem werden auf der Strecke auf rund 300 Metern insgesamt 450 Schwellen ausgetauscht. Zudem werden die letzten Vorbereitungen für die Inbetriebnahme des neuen "Elektronischen Stellwerks City Ost" getroffen. Insgesamt investiert die Hamburger Hochbahn mit diesen vier Projekten rund 20 Millionen Euro in die Zukunfts- und Leistungsfähigkeit des Hamburger U-Bahn-Systems: "Die Verzahnung der Einzelprojekte und die zeitliche Koordinierung der Vorarbeiten, die zum Teil schon 2009 begonnen haben, sparen Geld und Zeit. Eine Aufteilung würde über Jahre Sperrungen und Bautätigkeiten mit sich bringen", sagt Lang.