Extremismus Hamburg

Hakenkreuz-Schmierereien in KZ-Gedenkstätte

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Die Täter konnten entkommen. Zeugen für die Tat gibt es offenbar kaum. Staatsschutzabteilung der Kripo hat die Ermittlungen übernommen.

Hamburg. Mitten im regen Besuchsbetrieb am Ostermontagnachmittag haben bislang unbekannte Täter eines der zentralen Mahnmale in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Täter konnten entkommen. Zeugen für die Tat gibt es offenbar kaum. Die Staatsschutzabteilung der Kripo hat die Ermittlungen übernommen.

Zwischen 13 und 15 Uhr müssen der oder die Täter auf das gut besuchte Gedenkstätten-Gelände gekommen sein. Auf eines der frei stehenden Mahnmale zur Erinnerung an die mehr als 100.000 Menschen, die während des Zweiten Weltkrieges Häftlinge des Konzentrationslagers waren, sprühten sie in roter Farbe zwei Hakenkreuze in jeweils zwei mal vier Meter Größe. Im Umfeld fanden Mitarbeiter kurz darauf gesprühte SS-Runen. Die Täter waren zu diesem Zeitpunkt bereits geflüchtet. Die Mitarbeiter bedeckten die Nazi-Schmierereien, machten sie kurz darauf als solche unkenntlich. Gestern entfernten Spezialisten die Sprühfarbe.

In Hamburg und bundesweit löste die Tat Entsetzen aus: Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer, ein Dachverband mit 60 Mitgliedsorganisationen, sprach ihre Erschütterung aus. SPD-Fraktionschef Michael Neumann sagte: "Die Tat ist ein Beweis geistiger Armut bei ihren Urhebern und beschämend für unsere Stadt." Auch die Linke zeigte sich entsetzt. Sprecher Martin Bialluch: "Es ist alarmierend, dass Neofaschisten sich mit ihren Parolen immer weiter vorwagen."