Reaktionen

Verbände und Politiker fordern Verbot von Wildtieren in Zirkussen

Nach der Tiger-Attacke auf den Dompteur gibt es zahlreiche Reaktionen von Tierschutzorganisationen und aus der Politik. "Tiger sind und bleiben wilde Tiere und gehören nicht in die Manege", sagte Wildtierexpertin Yvonne Nottebrock von "Vier Pfoten". Allein in den letzten fünf Jahren hätte die Organisation zehn Vorfälle gezählt, bei denen in Deutschland Menschen von Wildtieren im Zirkus verletzt wurden. Hinzu kämen 33 Ausbrüche von Wildtieren. "Ein Haltungsverbot von Wildtieren im Zirkus ist das einzig sinnvolle Mittel." Bereits im Oktober hatte "Vier Pfoten" die Stadt Hamburg aufgefordert, ein lokales Verbot einzuführen.

"Viele Dompteure wollen die Öffentlichkeit glauben machen, dass sie ein besonderes Vertrauensverhältnis zu ihren Großkatzen haben", sagte Biologin Ursula Bauer von der "Aktion Tier - Menschen für Tiere". Die tatsächliche Anzahl der Angriffe von Raubkatzen auf Dompteure oder Pflegepersonal in Zirkussen werde verschwiegen.

Bereits Ende November hatten die SPD-Abgeordneten Anja Domres und Andreas Dressel eine schriftliche Kleine Anfrage zum Thema Tierschutz in Zirkusbetrieben an den Senat gerichtet. Demnach gab es fünf Haltungsbeanstandungen bei den 47 Zirkussen, die 2008 und 2009 in Hamburg gastierten. Auf die Frage eines möglichen Verbots für Zirkusse, Wildtiere zukünftig mitzuführen, antwortete der Senat: "Hamburg hat den Bund anlässlich einer Länderbesprechung im November 2009 noch einmal eindringlich aufgefordert, den Beschluss des Bundesrats umzusetzen und ein Verbot für die Haltung bestimmter Wildtiere in Zirkussen zu erlassen." Der Bund hielte es jedoch für erforderlich, dass zunächst Erfahrungen mit dem neuen Zirkuszentralregister gesammelt würden.