Harburg
Kinderbetreuung

Seevetal will 383 neue Kitaplätze schaffen

Die Kita an der Lindhorster Straße in Hittfeld ist schon in Betrieb. Die Gemeinde Seevetal will nun weitere Einrichtungen schaffen.

Die Kita an der Lindhorster Straße in Hittfeld ist schon in Betrieb. Die Gemeinde Seevetal will nun weitere Einrichtungen schaffen.

Foto: HA

In fünf Ortsteilen der Gemeinde sind acht neue Betreuungseinrichtungen geplant. Zeitplan steht noch nicht fest.

Hittfeld.  Eltern, die in der Gemeinde Seevetal einen Kitaplatz für ihr kleines Kind suchen, müssen sich noch immer häufig mit Notlösungen zufrieden geben oder finden gar keine geeignete Betreuung. Deshalb sollen in der Gemeinde in den kommenden Jahren sechs Kita-Neubauten, eine Pavillon-Anlage sowie eine Kita in einem bestehenden Gebäude entstehen. Auf diese Weise sollen 383 zusätzliche Plätze – 185 im Krippenbereich sowie 198 im Elementarbereich – geschaffen werden.

Zwar gibt es in Seevetal zumindest für alle drei- bis sechsjährigen Kinder rein rechnerisch einen Platz im Kindergarten. Doch zum einen fehlen im Elementarbereich vielfach die Ganztagsplätze, auf die viele Eltern angewiesen sind. Zum anderen ist die Versorgung im Krippenbereich bei weitem noch nicht ausreichend. Nur 56,7 Prozent der Kinder unter drei Jahren können derzeit betreut werden. Werden die Plätze bei Tagesmüttern und -vätern dazugerechnet, beträgt die Quote 67,2 Prozent.

Drei Projekte in Maschen sind konkret in Planung

Das Thema Kinderbetreuung stellt die Gemeinde weiterhin vor große Herausforderungen. Um dem Bedarf in Zukunft besser gerecht zu werden, soll nun massiv in den Kita-Ausbau investiert werden. Die Gemeinde rechnet für 2020 mit Kosten von 600.000 Euro pro Gruppe. In den Folgejahren könnte es konjunkturell bedingt mehr sein. Zudem unterstützt die Gemeinde Vorhaben privater Investoren, die Kitas bauen wollen. „Der Bedarf ist weiterhin hoch“, sagt Sprecher Andreas Schmidt. „Mit den derzeitigen Planungen versuchen wir, den Bedürfnissen der Eltern entgegen zu kommen.“

Grundlage für die anvisierten Standorte (Grafik) ist der sogenannte Masterplan Kinderbetreuung, an dem eine Arbeitsgruppe seit dem vergangenen Jahr gearbeitet hat. Er sieht folgendes vor: In Maschen wird eine langfristig nutzbare Pavillon-Anlage für zwei altersübergreifende Gruppen und eine Integrationsgruppe am Moorweidendamm aufgestellt (1). In diese Räume ziehen 18 Kinder aus dem Regenbogenkinderland, zudem entstehen 30 Kindergarten- und zehn Krippenplätze. Der Betrieb soll im Frühjahr 2020 aufgenommen werden.

Jugendzentrum zieht um, Kita zieht ein

In unmittelbarer Nähe, am Moorweidendamm/Schützenstraße (2), ist ein Neubau für fünf weitere Gruppen geplant. Wann dieser bezugsfertig sein wird, steht noch nicht fest. Die Kinder aus den Pavillons an der Seevetalstraße in Glüsingen ziehen in die neue Einrichtung. Zusätzlich werden zehn neue Plätze für Krippenkinder sowie 60 Plätze für Drei- bis Sechsjährige geschaffen.

Im Frühjahr 2020 soll zudem der Umbau der bisherigen Jugendfreizeitstätte an der Horster Landstraße abgeschlossen sein. Das „Village“ zieht um, in dem Haus wird eine Kita mit zwei Krippen- und zwei Elementargruppen eröffnet (3). Hier entstehen allerdings nur 15 zusätzliche Plätze für Kleinkinder, da jeweils 25 Kinder aus den Pavillons am Schulkamp sowie aus der evangelischen Kita Maschen hierher umziehen.

Kita an neuem Seniorenheim in Fleestedt soll 2021 eröffnen

In Hittfeld (6) wird am Meyermannsweg auf einem gemeindeeigenen Grundstück eine Einrichtung für fünf Gruppen gebaut. Zwei Krippengruppen aus den Pavillons an den Reetwiesen ziehen ein, zusätzlich entstehen 15 Krippen- und 45 Elementarplätze in drei altersübergreifenden Gruppen. Einen Zeitpunkt für die Eröffnung gibt es noch nicht.

In Fleestedt (4) soll ein Neubau für zwei Gruppen, den die Lindhorst-Gruppe in ihr Projekt für ein Seniorenheim an der Winsener Landstraße integriert hat, voraussichtlich 2021 fertig gestellt sein. Hier wird Platz für eine Krippen- und eine Integrationsgruppe sein. Ein weiterer Neubau für vier Krippengruppen in Fleestedt ist geplant, noch fehlt jedoch ein geeigneter Standort (5). Dieses Projekt könnte ebenfalls von einem Investor umgesetzt werden.

Teil des Plans sind außerdem zwei weitere Standorte im Gemeindegebiet, die jedoch bisher nicht in der Politik beraten worden sind. Zum einen geht es um einen Neubau in Bullenhausen (8), in den die Krippengruppe aus den Pavillons am Lührsweg sowie 20 weitere Krippen- und 15 Kindergartenkinder einziehen könnten. Zum anderen könnte in Glüsingen (7) ein Neubau für zwei Krippen- und zwei altersübergreifende Gruppen auf dem Grundstück der Awo-Kita an der Seevetalstraße entstehen.

Versorgung soll für 81 Prozent der Kleinkinder reichen

Sollten alle Projekt wie vorgesehen umgesetzt werden, stünden insgesamt 622 Krippenplätze zur Verfügung, das entspricht einer Versorgungsquote von 81 Prozent. Im Elementarbereich stiege diese Quote mit 1436 Plätzen sogar auf rund 122 Prozent. Eine rechnerische Überversorgung ist allerdings vorgeschrieben, um auch Kindern, die erst im Laufe eines Kita-Jahres drei Jahre alt werden und dann einen Rechtsanspruch haben, einen Platz anbieten zu können.

Selbst in diesem Idealfall bleibt die Herausforderung, für jede Einrichtung auch einen Betreiber und ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Darüber hinaus könnte die Planung von der Wirklichkeit eingeholt werden: Grundlage für die Maßnahmen zur Erweiterung des Betreuungsangebots sind die aktuellen Kinderzahlen in der Gemeinde.

Diese könnten jedoch durch verschiedenen Neubaugebiete – zum Beispiel in Fleestedt, Maschen und Hittfeld – sowie durch die Übernahmen älterer Häuser durch junge Familien und auch den Trend zu einem dritten Kind noch einmal ansteigen.