Harburg
Seevetal

Kita-Kinder ziehen in Notquartiere

Feuchte Wand im Kindergarten. Da hieß es: Alles einpacken und umziehen.

Feuchte Wand im Kindergarten. Da hieß es: Alles einpacken und umziehen.

Meckelfeld: Erzieher entdecken feuchte Wand in einem Raum. Jetzt müssen vier Gruppen umziehen.

Meckelfeld.  Der Wasserschaden in der Kita Große Wiesen in Meckelfeld wird vermutlich länger andauernde Sanierungsarbeiten nach sich ziehen. In der Einrichtung, die von der Awo in einem Gebäude der Gemeinde Seevetal betrieben wird, war am vergangenen Donnerstag Feuchtigkeit in einer Wand entdeckt worden. Vier Gruppen mit jeweils bis zu 25 Kindern wurden daraufhin vorläufig in anderen Gebäuden der Gemeinde untergebracht.

„Wir haben gegen 14 Uhr in einem Nebenraum der Elefantengruppe, der als Rückzugsraum für die Kinder dient, eine feuchte Stelle entdeckt“, sagt Kita-Leiterin Catrin Feddersen. „Dann nahm das Schicksal seinen Lauf.“ Die Kita wurde zunächst geschlossen, bis 17 Uhr waren alle Kinder abgeholt. Die Stelle sei ungefähr so groß wie ein Fünf-Mark-Stück gewesen, sagt Feddersen.

Die alarmierten Gemeindemitarbeiter seien sofort mit Handwerkern angerückt. „Die haben dann die Wände und auch den Boden aufgemacht, um alle Stellen mit Feuchtigkeit zu finden“, sagt Feddersen. Zurzeit dürfe niemand sonst dort hinein, nicht einmal die Mitarbeiter der Einrichtung.

Die Kita Große Wiesen besteht aus einem Altbau und einem wenige Jahre alten Anbau, in dem die Krippenkinder bis drei Jahre betreut werden. Die Schäden sind im Altbau aufgetreten, in dem die Elementargruppen ihren Platz haben. Zwischen den beiden Gebäudeteilen wurde eine sogenannte Dampfsperre angebracht, sodass keine Feuchtigkeit in den Neubau übertreten und dieser weiterhin genutzt werden kann. Zudem trennt eine Feuerschutztür die beiden Bauten.

Für 88 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren mussten jedoch kurzfristig mehrere Ausweichquartiere gefunden werden. Seit Mittwoch dieser Woche sind nun zwei Gruppen in der Grundschule Meckelfeld untergebracht. „Dort können Räumlichkeiten der Nachmittagsbetreuung genutzt werden“, sagt Andreas Schmidt, Sprecher der Gemeinde Seevetal.

Damit sei eine sinnvolle Lösung gefunden worden. Allerdings werden die Räume weiterhin nachmittags für die Schulkindern benötigt. Deshalb müssen die Kitakinder, die bisher bis 14 Uhr betreut wurden, bis auf Weiteres schon um 13.30 Uhr abgeholt werden.

Eine etwas kleinere Integrationsgruppe mit Ganztagsbetreuung bis 16 Uhr ist ins Meckelfelder Helbach-Haus gezogen. Dort spielen die 18 Kinder nun im sogenannten Kleinen Saal. Dieser etwa 110 Quadratmeter große Raum kann bisher unter anderem für Veranstaltungen angemietet werden. „Das ist zum Glück ein ebenerdiger Raum und daher für die Integrationsgruppe geeignet“, sagt Feddersen.

Eine weitere Ganztagsgruppe hat den Bewegungsraum in der Kita Glüsingen bezogen. „Natürlich müssen in den Ausweichquartieren jetzt alle ein bisschen zusammenrücken“, sagt Schmidt. Entscheidend sei jedoch, dass es gelungen sei, innerhalb weniger Tage geeignete Räume zu finden, die auch über einen längeren Zeitraum genutzt werden können. Denn weitere Umzüge wolle man den Kindern nicht zumuten.

Bis die Kinder zurück in die Kita Große Wiesen können, wird noch einige Zeit vergehen. Mitarbeiter der Gebäudewirtschaft untersuchen laut Schmidt zurzeit, wie groß der Schaden ist und welche Ursache dahinter stecken könnte. Erkenntnisse dazu gebe es bisher nicht. Zu den Untersuchungen gehörten auch Messungen in dem Gebäude, die Ergebnisse müssten anschließend ausgewertet werden. Zu möglichen Gesundheitsgefahren durch die zufällig entdeckte feuchte Wand wollte Schmidt sich nicht äußern.

Diese Bedenken hat auch Kita-Leiterin Catrin Feddersen nicht. „Wir hoffen einfach, dass es jetzt ganz schnell mit der Sanierung geht“, sagt sie. Zumindest der Raum der Elefantengruppe müsse wohl komplett neu gemacht werden, nachdem dort auch der Boden geöffnet wurde.Feddersen ist froh, dass zumindest zügig neue Räume für die vier Gruppen gefunden wurden.

Nach dem Alarm am Donnerstag war die Kita bis einschließlich Dienstag für die Elementargruppen geschlossen geblieben. „Da mehrere Eltern ihre Kinder noch einige Tage zu Haus betreuen können, starten wir diese Woche den notdürftigen Betrieb mit kleineren Gruppen“, sagt Feddersen. Mehrere Gruppen gehen zudem ins Weihnachtsmärchen. „Am Montag sind wir dann wieder im ganz normalen Betrieb, soweit das eben möglich ist.“

Kita der Awo

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) betreibt die Kita Große Wiesen in Meckelfeld in zwei Häusern an der Straße Große Wiesen und an der Bürgermeister-Heitmann-Straße. Es gibt sechs Gruppen für drei- bis sechsjährige Kinder sowie vier Ganztagskrippengruppen für Ein- bis Dreijährige.

Die Kindertagesstätten der Awo arbeiten nach dem Situationsansatz. Das bedeutet: Es werden Situationen aufgegriffen und thematisiert, in denen sich die Kinder momentan oder in absehbarer Zeit befinden. Die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte ist es, die Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten und zu fördern.

Im Landkreis Harburg betreibt die Awo außer der Meckelfelder Einrichtung Kindertagesstätten in Stelle, Rosengarten, Glüsingen und Drage.