Harburg
45 Minuten Fahrtzeit

Harburger Fünftklässler – zur Schule nach Wilhelmsburg?

Die Abgeordnete Birgit Stöver (CDU) ist schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.

Die Abgeordnete Birgit Stöver (CDU) ist schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.

Foto: Georg Wendt / dpa

Einige Kinder müssen künftig offenbar 45 Minuten lang mit Bus und Bahn zur Stadtteilschule Stübenhofer Weg fahren. Der Grund.

Hamburg. In 45 Minuten mit Bus und Bahn zur Schule – die Hamburger Schulbehörde hält einen solchen Schulweg, wie sie ihn jetzt neun künftigen Fünftklässlern aufgibt, offenbar für zumutbar. Das geht aus einer Schriftlichen Kleinen Anfrage der Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Birgit Stöver hervor.

Weder der Erst-, noch der Zweit- oder Drittwunsch bewilligt

Anlass der Anfrage war die Tatsache, dass für neun Zehnjährige, die aktuell eine vierte Klasse der Grundschule Kapellenweg in Wilstorf besuchen, weder der Erst-, noch der Zweit- oder Drittwunsch bezüglich der weiterführenden Schule von der Schulbehörde bewilligt wurde. Stattdessen wurden offenbar alle neun Kinder gegen ihren Willen der Stadtteilschule Stübenhofer Weg in Wilhelmsburg zugeteilt – einer Schule, die rund sieben Kilometer entfernt liegt.

„Das ist ein Skandal“, sagt Birgit Stöver, bildungspolitische Sprecherin ihrer Partei in der Bürgerschaft. „Man stelle sich vor: Die Kinder sollen mit Ranzen vollgepackt in überfüllten Bussen und S-Bahnen zur Schule fahren, der Schulweg beträgt hin und zurück insgesamt anderthalb Stunden.“

„Kurze Beine, kurze Wege – blanke Ironie!“

Die Aufnahmekapazität an den insgesamt neun weiterführenden Schulen im Harburger Stadtgebiet liegt bei 950 Schülerinnen und Schülern, wobei allein 927 Kinder der Schulregion in diesem Sommer von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen wechseln werden. Hinzu kommen Kinder aus anderen Regionen, wie Süderelbe, von denen ebenfalls einige nach der Grundschule zur weiteren Beschulung nach Harburg wechseln. Stöver: „Kurze Beine, kurze Wege – der Slogan der Schulbehörde ist angesichts dieser Entscheidung blanke Ironie.“