Eppendorf

Martinistraße: Für Radwege sollen 90 Parkplätze wegfallen

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Friederike Ulrich
An der Martinistraße in Eppendorf sollen fast 90 Parkplätze für neue Fahrradwege wegfallen

An der Martinistraße in Eppendorf sollen fast 90 Parkplätze für neue Fahrradwege wegfallen

Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Ohde

Bezirksamt will die Bedingungen für Radfahrer und Fußgänger verbessern. Was die Grünen begrüßen, sehen SPD und CDU kritisch.

Hamburg. Mit einer Flyeraktion informiert die CDU-Bezirksfraktion ab heute über den drohenden Wegfall von fast 90 Parkplätzen an der Martinistraße in Eppendorf. Diese sollen Fahrradstreifen zum Opfer fallen, die der Bezirk Hamburg-Nord als Teil des Konzepts „Förderung des Radverkehrs“ einrichten will.

Ersten Planungen des Bezirksamts zufolge sollen an der Martinistraße fast durchgehend Fahrradstreifen entstehen. Besonders viele Parkplätze (52) würden zwischen Frickestraße und Curschmannstraße wegfallen, weitere zwischen UKE-Zufahrt und Löwenstraße sowie zwischen Tarpenbek-, Schottmüller- und Erikastraße. Der südliche Teil der Frickestraße soll zur Fahrradstraße werden. Ferner gehören zu den Umgestaltungsmaßnahmen die Einrichtung eines Kreisverkehrs vor dem UKE und die Verbreiterung von Gehwegen.

In der kommenden Sitzung des Regionalausschusses, am 16. April, sollen die Planungen der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt werden. Die CDU-Fraktion kündigt schon jetzt Widerstand an. „Es werden zunehmend Parkplätze in Eppendorf vernichtet“, stellt Ekkehart Wersich, Sprecher im Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude, fest.

Betroffen wären Anwohner und UKE-Besucher

Während manche Maßnahmen durchaus nachvollziehbar seien, weil etwa Fußgänger sich schon heute nicht mehr auf Gehwegen bewegen könnten, sei die Fahrradoffensive von Rot-Grün „völlig inakzeptabel.“ Dass Parkmöglichkeiten an der Martinistraße zugunsten des Radverkehrs verschwinden sollten, sei „ein Schlag ins Gesicht der Eppendorfer, für die diese Parkplätze nachts häufig eine letzte Chance sind, ihr Fahrzeug regelkonform abzustellen“.

Doch nicht nur die Anwohner sind vom Rückgang der Parkplätze betroffen. Generell herrscht in dem Viertel hoher Parkdruck, da hier auch Besucher des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) und des nahen Eppendorfer Parks ihre Autos abzustellen.

Daher ist auch Thomas Domres, Vorsitzender der SPD Hamburg-Nord, den Planungen gegenüber skeptisch. „Das Thema Parkraum muss hier sensibel behandelt werden. Wenn 90 Parkplätze wegfallen sollen, muss noch nachgebessert werden.“ Michael Werner-Boelz von den Grünen begrüßt dagegen die Verbesserungsmaßnahmen für Radfahrer und Fußgänger. „Es ist wichtig, die Belange aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen.“

Die Planungen des Bezirksamts sind noch in einem sehr frühen Stadium. Zu der sogenannten ersten Verschickung, die in der nächsten Woche im Regionalausschuss vorgestellt wird, dürfen sich alle Beteiligten äußern.