Eppendorf

Diese Ampelschaltung ist einmalig in Hamburg

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Christian Hanke
Die neue Ampelschaltung hat Eppendorf Heidemarie Lange (v.l.), Wolfgang Hinsch und Elisabeth Kammer vom Verein MartiniErleben zu verdanken

Die neue Ampelschaltung hat Eppendorf Heidemarie Lange (v.l.), Wolfgang Hinsch und Elisabeth Kammer vom Verein MartiniErleben zu verdanken

Foto: Wochenblatt

Fußgänger können eine Kreuzung in Eppendorf bei einer Grünphase überqueren, die länger als an vergleichbaren Hauptstraßen ist.

Hamburg.  In Eppendorf gibt es eine Ampelschaltung, die einmalig in Hamburg ist – und dennoch weiß es bisher kaum jemand. Fußgänger, die die Tarpenbekstraße an der Kreuzung Martinistraße überqueren wollen, haben dafür besonders viel Zeit. Zumindest im Vergleich zu ähnlichen Hauptstraßen ist die Grünphase hier länger für die Fußgänger.

Beim Umbau der Kreuzung Tarpenbek- und Martinistraße vor eineinhalb sollte die neue Ampelschaltung schon eingebaut werden. Da es sich um eine technische Neuerung handelte, dauerte es bis ins letzte Jahr, bis die besondere Ampelschaltung genutzt werden konnte. Ganz fertiggestellt ist sie aber noch nicht. Daher wurde sie noch nicht offiziell eingeweiht, so dass bis heute nur Eingeweihte die geheime neue Schaltung nutzen.

Wer drückt, verlängert die Grünphase

Die Neuerung besteht darin, dass die Grünphase nicht mehr durch Tastendruck angefordert werden muss, es sich also nicht mehr um eine sogenannte „Bettelampel“ handelt, sondern, dass sie automatisch auf Grün für Fußgänger umspringt. Wer nun den Taster am Ampelmast drückt, fordert nicht mehr Grün an, sondern verlängert die Grünphase. Die Verlängerung hält sich allerdings in Grenzen, so dass wohl die wenigsten die neue Schaltung registrieren.

Eppendorf hat die neue Ampeltechnik dem Verein MartiniErleben zu verdanken, der die verkehrlichen Bedingungen im Bereich der Martini-, Fricke-, Schede- und Tarpenbekstraße verbessern will. In diesem Quartier befinden sich sehr viele Altenstifte, eine Kita, ein Mehrgenerationenwohnprojekt, dem bald ein zweites folgen wird, sowie eine Kirchengemeinde.

Geplant sind verschieden lange Grünphasen

MartiniErleben machte bereits 2013 auf die kurzen Grünphasen aufmerksam, die den vielen älteren Menschen aus den Altenstiften die Wege ins Zentrum von Eppendorf erschwerten. Dabei wandte sich der Verein erstmals nicht ans Bezirksamt Hamburg-Nord, sondern direkt an die Verkehrsbehörde. Und hatte prompt Erfolg.

Der Taster soll bald sogar verschieden lange Grünphasen gewähren. Davor stehen aber noch technische Probleme, in die auch private Firmen involviert sind. Vermutlich wird der Fortschritt an der Eppendorfer Kreuzung weiterhin ganz unscheinbar Einzug halten.