Radrennen

Die wahren Helden der Hamburg Cyclassics

Als ein Mann während der Hamburg Cyclassics wegen eines Herzinfarktes mit seinem Rad stürzt, reagieren drei Polizeianwärter geistesgegenwärtig und avancieren zu Lebensrettern.

Hamburg. Nach fünf Stunden und 45 Minuten überquerten die deutschen Radsportler John Degenkolb und André Greipel bei den Cyclassics als erste Fahrer die Ziellinie auf der Hamburger Mönckebergstraße. Sie ließen sich auf dem Podium als Helden des Renn-Sonntags feiern - zumindest sportlich. Denn die eigentlichen Helden im Hintergrund waren andere: Drei Hamburger Polizeischüler wurden am Rande des Rennens zu Lebensrettern!

Denn der tolle Rennsporttag hatte auch seine Schattenseiten: Die Einsatzkräfte mussten 200 Mal zur Hilfe eilen und insgesamt wurden 66 Fahrer ins Krankenhaus eingeliefert. Zwei gestürzte Teilnehmer kamen mit Schädelverletzungen in die Klinik und ein Mann musste sogar nach einem Herzinfarkt während des Rennens noch an der Strecke wiederbelebt werden.

Dank der Aufmerksamkeit dreier junger Polizeianwärter wurde diesem Mann schnell geholfen. Die 21 Jahre alte Kim Scheuer stand in unmittelbarer Nähe, als sie ein Scheppern hörte und den Sturz des Mannes bemerkt. Mit ihrer Kollegin Laura-Marie Winkel, 24, eilte sie dem regungslosen Sportler sofort zu Hilfe und brachten ihn in die stabile Seitenlage - genau so, wie sie es vor kurzem noch in der Polizeischule gelernt hatten.

Mit Blaulicht kam dann auch der 27 Jahre alte Nachwuchspolizist Maximilian Spitta zur Unfallstelle und begann umgehend mit der Wiederbelebung. Obwohl der verunglückte Sportler stark aus dem Mund blutete, zögerte Spitta keine Sekunde und holte den Mann durch Mund-zu-Mund-Beatmung erfolgreich zurück ins Leben. Über den Kontakt zu fremdem Blut machte er sich keinerlei Gedanken, der Kampf um das Leben des Mannes hatte Vorrang! Ohne den selbstlosen Einsatz Spittas hätte der Verletzte womöglich nicht überlebt.

Über den Zustand des Radsportlers, der von der Rennstrecke ins Krankenhaus Altona gebracht wurde, konnte die Polizei keine Angaben machen.