Hamburg. Der denkmalgeschützte Warmwasserblock aus der Schumacher-Ära auf der Veddel wird modernisiert. Erste Mieter kehren bald zurück.

Am Donnerstag informierten sich Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) und Saga-Vorstandssprecher Thomas Krebs über den Baufortschritt des prominenten Warmwasserblocks auf der Veddel. Wie berichtet, ist die denkmalgerechten Sanierung des Saga-Wohnblocks höchst aufwändig. Sie wird fünf Jahre dauern und ist extrem herausfordernd für das Unternehmen.

Nun befindet sich der erste von fünf Bauabschnitten kurz vor der Fertigstellung. Das sogenannte Torhaus wurde bereits abgerüstet. Anders als die übrigen Bereiche musste dieser prägnante Gebäudeteil von innen gedämmt werden, um die Originalfassade weiterhin zeigen zu können. Der Rest des Blocks erhält eine Außendämmung.

Saga: Prominenter Wohnblock auf der Veddel wird saniert

Wie geplant, können die ersten Mieter und Mieterinnen ab Juli sukzessive zurück ins Torhaus ziehen. Sie wurden vorübergehend in anderen Wohnungen des Unternehmens untergebracht und zahlen, wie die anderen Rückkehrer, dann eine Anfangsmiete von 6,70 Euro. Die Miete für neue Bewohner beträgt 6,90 Euro. Ihrem Protest ist es letztlich zu verdanken, dass der bedeutende Wohnblock nicht abgerissen, sondern saniert wurde.

„Die von Fritz Schumacher geplante Wohnstadt auf der Veddel ist eine der bedeutendsten Hamburger Großwohnsiedlungen der damaligen Zeit“, betonte Brosda. „Der Warmwasserblock nimmt als erster Block mit fließend warmem Wasser innerhalb dieses Ensembles einen besonderen Platz ein und kann uns viel über die Baugeschichte erzählen.“

Saga-Haus: Denkmalschutz und zeitgemäßes Wohnen vereinbaren

Gemeinsam mit der Stadtentwicklungsbehörde und dem Bezirk Hamburg-Mitte sei es gelungen, die vorbildliche denkmalgerechte Sanierung durch die Saga auf den Weg zu bringen. „Mit diesem Projekt zeigt sich, wie gut Denkmalschutz und zeitgerechtes Wohnen zusammenpassen, wenn alle Seiten konstruktiv zusammenarbeiten.“

Die Saga sei sich der städtebaulichen Bedeutung des Warmwasserblocks für die Veddel und darüber hinaus bewusst, ergänzte Krebs. Doch ebenso wichtig sei es auch, „aufwendige denkmalgerechte Modernisierungen unter Berücksichtigung der heutigen Ansprüche an bezahlbares Wohnen mit der nötigen Wirtschaftlichkeit sozial verantwortlich in Einklang zu bringen“.

Der Warmwasserblock auf der Veddel – links ein Stück der denkmalgerecht sanierten Fassade, rechts ein noch unsanierter Abschnitt.
Der Warmwasserblock auf der Veddel – links ein Stück der denkmalgerecht sanierten Fassade, rechts ein noch unsanierter Abschnitt. © Philipp Reiss

Bedeutendes Gebäude auf der Veddel im Sinne der Mieter erhalten

Umso mehr freue er sich, dass dies beim Warmwasserblock gemeinsam und auch dank der Förderung durch die IFB Hamburg einmal mehr gelungen sei. „So können wir dieses für den Ort und seine Geschichte bedeutende Gebäude auch im Sinne unserer Mieterinnen und Mieter erhalten.“

Der Warmwasserblock mit 161 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit wurde in den Jahren 1928 und 1929 nach städtebaulichen Entwürfen Fritz Schumachers errichtet. Es handelte sich dabei um das erste Gebäude auf der Veddel mit fließend warmem Wasser für die Bewohnerinnen und Bewohner. Daher hatte sich auch der Denkmalschutz sehr für den Erhalt eingesetzt.

Die Saga hatte das Gebäude im Sommer 2015 in seinem baulich schlechten Zustand übernommen und seitdem intensiv an einer Lösung, insbesondere unter Berücksichtigung der Interessen der Mieterinnen und Mieter, gearbeitet. Ziel war es, bezahlbare Mieten mit der erforderlichen Modernisierung des Ensembles in Einklang zu bringen.

Saga – denkmalgerechte Sanierung mit hohem Aufwand

Das Erscheinungsbild des Gebäudekomplexes wird durch die behutsame denkmalgerechte Modernisierung gewahrt. Gleichzeitig werden die erforderlichen baulichen und energetischen Verbesserungen umgesetzt. Dabei werden Teilbereiche der Fassade durch eine aufwendige Fugensanierung sowie viele weitere historisch bedeutsame Details im Originalzustand erhalten.

Dazu gehören Vordächer, Dachabschlüsse und neue Holzfenster, die den Originalen nachempfunden sind, aber den zeitgemäßen energetischen und schallschutztechnischen Ansprüchen genügen. Zur energetischen Ertüchtigung zählt neben der Dämmung der obersten Geschossdecken, der Kellerdecken und einem Teil der Innenwände auch der Einbau eines neuen Blockheizkraftwerks.