St. Pauli

Das Aus für die Stammkneipe der Turbojugend

Ein Bild aus glücklicheren Turbojugend-Tagen: Die Fanclubs der norwegischen Band Turbonegro versammeln sich vor dem Schlemmereck auf dem Kiez

Ein Bild aus glücklicheren Turbojugend-Tagen: Die Fanclubs der norwegischen Band Turbonegro versammeln sich vor dem Schlemmereck auf dem Kiez

Foto: Axel Heimken / picture alliance / dpa

Am Donnerstag hat der Umbau der ehemaligen Kultkneipe begonnen – was der Pächter nun mit dem Schlemmereck vor hat.

Hamburg.  Es hatte sich bereits angedeutet, nun ist das Aus für das Schlemmereck, die Stammkneipe der Turbojugend, besiegelt. Das Team rund um die „Vier vom Eck“, die in Absprache mit dem Pächter Süphü Demirocak die Eckkneipe so weiter betrieben hatten, wie Kultwirt Herbert Stender das bis zu seinem Tod vor rund anderthalb Jahren getan hatte, stehen spätestens am Donnerstag vor vollendeten Tatsachen.

„Es wird gerade alles rausgerissen“, sagt Arne Schulz (33, Name geändert), „ich könnte heulen.“ Demirocak hatte bereits im Februar mitgeteilt, dass das Schlemmereck aus seiner Sicht zu wenig Gewinn abwerfe und dringend modernisiert werden müsse. Das sahen und sehen die „Vier“, zu denen Schulz gehört, anders.

Schlemmereck wird „ganz normale Kneipe“

Das Schlemmereck habe schwarze Zahlen geschrieben, die Gäste seien vom altmodischen Charme der Eckkneipe und von der servierten Hausmannskost begeistert gewesen. Doch entsprachen die Zahlen nicht den Vorstellungen des Pächters, man wurde sich nicht einig. Die „Vier“ beendeten die Zusammenarbeit.

Was nun aus dem Schlemmereck wird? Eine „ganz normale Kneipe“, sagt Demirocak. Viel mehr steht noch nicht fest. Nun soll erst einmal renoviert werden, das wird bis zu zwei Monate dauern, schätzt er. Dann will er das Schlemmereck wiedereröffnen, als Raucherkneipe ohne Küche – und eventuell unter neuem Namen. Er bedauere auch, dass aus dem Konzept der Vier nichts wurde, wie er sagt: „Leider hat das nicht geklappt.“

Zumindest nicht so, wie er sich es gedacht hatte.