Wilhelmsburg

Frist abgelaufen – Soulkitchen-Halle wird geräumt

Trotz der Räumung will Soulkitchen-Betreiber Mathias Lintl weiter für den Erhalt der Halle kämpfen. Einem Gutachten zufolge ist die Statik in Gefahr, das Gebäude soll abgerissen werden.

Hamburg. Zapfenstreich auf dem Soulkitchen-Gelände in Wilhelmsburg: Nach Ablauf der Frist, die die städtische Sprinkenhof AG eingeräumt hatte, ist Soulkitchen-Betreiber Mathias Lintl nun dabei, die Halle zu räumen. Schallplatten, Gastroinventar und Möbel werden aus der Halle geschafft und in Containern und privaten Lagerräumen verstaut. Einiges könne vorerst in der Halle bleiben.

Grund für die Räumung: Angeblich ist die Standsicherheit des Gebäudes gefährdet. Laut Gutachten der Sprinkenhof AG gibt es an der Halle an der Industriestraße in Wilhelmsburg Baumängel. Deshalb hatte der Bezirk die Halle bereits im Juni geschlossen. Trotzdem fanden auf dem Gelände weiter Veranstaltungen statt – unter freiem Himmel. Damit sollte ursprünglich bis Ende August Schluss sein, doch eine Stadtteilinitiative für die Soulkitchen-Halle hatte mit einer Online-Petition eine Verlängerung der Frist bis Ende September erwirkt. Die ist nun abgelaufen – daher die Räumung. „Die Zeit für Open-Air-Veranstaltungen ist nun ohnehin langsam vorbei“, sagt Lintl. „Es wird ja schon wieder kühler draußen.“

Lintl träumt von Rückkehr in die Soulkitchen-Halle

Trotz der Räumung gibt Lintl die Hoffnung nicht auf, irgendwann wieder zurückzukehren in die Halle, die durch Fatih Akins Film „Soulkitchen“ bekannt wurde. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude soll abgerissen werden. Dass die Halle so baufällig ist, dass ein Abriss unumgänglich ist, bezweifelt Lintl. Er und würde gern schnellstmöglich ein neues Gutachten von Statikern und Architekten in Auftrag geben. „Aber die lassen uns ja nicht mit unabhängigen Statikern in die Halle“, klagt er.

Ob Lintls Hoffnung, in die Halle zurückzukehren realistisch ist, steht in den Sternen. Laut Finanzbehörden-Sprecher Daniel Stricker soll nach der Räumung erst einmal der Boden auf Schadstoffbelastung geprüft und gegebenenfalls saniert werden. Danach gelte wie bisher der Bebauungsplan, der Industrie- und Gewerbeflächen vorsieht. Und Interessenten für das Grundstück gebe es auch schon.

In jedem Fall will Mathias Lintl in der Wilhelmsburger Kulturszene aktiv bleiben. Zusammen mit anderen Kulturschaffenden aus Wilhelmsburg wolle er sich für den Kulturkanal engagieren, sagt er. Außerdem habe er einige Veranstaltungen in Planung. Was genau das für Veranstaltungen sind, sei aber noch nicht spruchreif.