Blankenese

Alles neu in der Bücherhalle Elbvororte

Corinna Benthack, Leiterin der Bücherhalle Elbvororte, zeigt die Stelle, an der sich der künftige Haupteingang befinden wird.

Corinna Benthack, Leiterin der Bücherhalle Elbvororte, zeigt die Stelle, an der sich der künftige Haupteingang befinden wird.

Foto: Roland Magunia

Der Standort in Blankenese wird zur Open Library. Bald gibt es vor Ort flexible Öffnungszeiten und einen neuen Eingang.

Hamburg.  Die Bücherhalle Elbvororte mit Standort Blankenese steht in den kommenden Jahren vor großen Veränderungen. Wie auch andere Hamburger Stadtteilbibliotheken wird sie sukzessive den Schritt zur Open Library gehen. Das bedeutet flexiblere Öffnungszeiten und mehr Selbstständigkeit für die Kunden – getreu dem Motto: Vertrauen gegen Vertrauen. Und: Aus organisatorischen Gründen wird dafür der Bibliothekseingang von der jetzigen linken (westlichen) Seite in den Mittelteil verlegt, sodass Besucher danach künftig von der äußeren Treppe direkt auf den Eingang zugehen.

Wie eine Open Library genau funktioniert, kann man bereits an anderen Hamburger Stadtteilbibliotheken sehen, unter anderem in Lokstedt, Horn und Niendorf. Die Stadtteilbibliothek Finkenwerder ging im Jahr 2014 als erste Hamburgs diesen Schritt, sieben weitere folgten. Die Bücherhallen Hamburg waren damit das erste deutsche Bibliothekssystem, das diesen „Selbstbedienungsservice“ einführte. In den Niederlanden und Dänemark gibt es ihn schon viel länger.

Nutzer können Eingangstür selbstständig öffnen

Das Konzept ist überall gleich: In der Open Library können Besucher ab 18 Jahren die Eingangstür selbstständig mit ihrer Kundenkarte öffnen – auch wenn keine Mitarbeiter vor Ort sind. Ähnlich wie am Eingang einer Bank müssen sie also künftig nicht mehr warten, dass das Personal die Tür aufschließt. Das Terminal prüft am Zentralserver automatisch die Kundenkarte, anschließend kann die Bibliothek wie gewohnt genutzt werden. Ausleihe, Verlängerung und Rückgabe, Zahlungen am Kassenautomaten sowie das WLAN stehen automatisch zur Verfügung.

In der Bücherhalle Elbvororte ist zunächst die Erweiterung der morgendlichen Öffnungszeiten geplant: Bereits ab acht Uhr können sich Kundinnen und Kunden dann in der Bücherhalle aufhalten. Los gehen soll es dann schon zwischen acht und zehn Uhr. Im nächsten Schritt sollen dann zusätzliche Öffnungsstunden am Sonnabend, verlängerte Abend-Öffnungszeiten und die Öffnung auch am Montag folgen. Einen genauen Zeitplan dafür gibt es noch nicht, aber die Vorbereitungsphase hat bereits begonnen.

Fortschreitende Technisierung

Längere und kundengerechtere Öffnungszeiten sind ein Wunsch, der häufig an die Bücherhallen herangetragen wird. Das gilt nicht nur für die „klassischen“ Prozesse wie Ausleihe und Rückgabe. Vielmehr werden Bücherhallen mit ihrem breit aufgestellten Medienangebot auch für Recherchearbeiten als Computer- und Seminarraum genutzt. Und: Neben der klassischen Ausleihe zeichnen sich Hamburgs Bücherhallen schon länger auch durch ihr Engagement für die Stadtgesellschaft aus.

Am Standort Blankenese werden, das als Beispiele, unter anderem die Kurse „Dialog in Deutsch“ zur Sprachförderung angeboten. Gut angenommen wird auch „Silber Smart“ – ein Projekt, bei dem Menschen über 65 in Schulungen die Nutzung von Smartphones und Tablets erlernen. Die Bücherhalle Elbvororte bezeichnet sich auf ihrem Flyer entsprechend als „Raum für Ideen“. Sie sei ein Ort für alle, die „suchen, forschen, lernen, wissen, stöbern, entspannen und sich treffen wollen“.

„Die fortschreitende Technisierung dient nicht dazu, Kontakt mit den Kundinnen und Kunden zu verringern“, wie Corinna Benthack, Leiterin der Bücherhalle Elbvororte, klarstellt. „Vielmehr ermöglicht sie jetzt eine zielgerichtetere Hinwendung auf deren Bedürfnisse.“

Bücherhalle wird im Herbst zehn Jahre alt

Die Bücherhalle Elbvororte wird in diesem Herbst zehn Jahre alt. Sie wurde im Oktober 2009 eröffnet – entstanden aus der Zusammenlegung der Bücherhallen Blankenese, Iserbrook und Rissen. Im Juli 2017 wurden zusätzliche weitere 150 Quadratmeter angemietet. Insgesamt 750 Quadratmeter stehen nun zur Verfügung.

Seit Jahren arbeitet die Bücherhalle sehr erfolgreich, wie einige Zahlen verdeutlichen: 12.000 Besucher kommen pro Monat in die Räume am Sülldorfer Kirchenweg. Im ersten Halbjahr 2019 gab es bereits 527 Neuanmeldungen – eine Steigerung um 45 Prozent gegenüber 2018. In der Bücherhalle Elbvororte werden 43.000 Medien angeboten und 35.000 pro Monat ausgeliehen.