Hamburg. Jivamukti, Iyengar & Co: Eimsbüttel hat in den Studios viele verschiedene Yoga-Stile zu bieten. Das Abendblatt hat sie ausprobiert.

Frauen, die in Leo-Leggings und mit ihrer Yogamatte auf dem Rücken durch Eimsbüttel radeln – ein alltägliches Bild. Yogaangebote gibt es viele in dem Bezirk. Allein der Eimsbütteler Turnverband (ETV) bietet mehr als 68 Yogakurse in der Woche an. Und auch in der Kaifu-Lodge begeben sich Yoga-Begeisterte regelmäßig in die Pose „Herabschauender Hund“.

Doch was ist dran, an diesem Yoga-Hype? Abendblatt-Redakteurin Geneviève Wood hat fünf Eimsbütteler Studios besucht und verschiedene Praktiken ausprobiert – mit einigen Erkenntnissen.

1. Roots in Rotherbaum – Jivamukti-Yoga mit lauten Beats und Hitze

Alles so schön hübsch hier. Aus einem Duft-Vaporisator strömen Aromen. Und dann die Menschen, die an diesem Sonntagmorgen um 11 Uhr zum Yoga ins Roots am Mittelweg in Rotherbaum gekommen sind: jung, dynamisch und alle auffallend gutaussehend.

Matte an Matte: Im Yogastudio Roots am Mittelweg in Rotherbaum geht es eng zu. Beim Jivamukti-Yoga wird zu lauten Beats gemeinsam geschwitzt und zu ruhigeren Klängen auch entspannt.
Matte an Matte: Im Yogastudio Roots am Mittelweg in Rotherbaum geht es eng zu. Beim Jivamukti-Yoga wird zu lauten Beats gemeinsam geschwitzt und zu ruhigeren Klängen auch entspannt. © Funke Foto Services | Michael Rauhe

Ein bisschen voll ist es in der ehemaligen Turnhalle im Hinterhof. Matte an Matte geht es in die Asanas (Abfolge der Yogaübungen). Mit der richtigen Einstellung und einer gewissen Gelassenheit lässt sich die Enge prima ausblenden. Das 90-minütige Programm, durch das Yogalehrerin Marie Claussen führt, erfordert ohnehin die volle Aufmerksamkeit.

Jivamukti Yoga – einzelne Asanas gehen flott ineinander über

Und darum geht es doch beim Yoga: bei sich zu sein. In dieser Enge lässt sich das gut üben. Die Yogarichtung, die Claussen praktiziert, nennt sich Jivamukti Yoga. „Einatmen, schiefe Ebene, ausatmen, halbes Chaturanga, Brustkörper nach vorn, Oberarme 90 Grad. Sehr schön, bleib hier!“, lauten ihre Anweisungen. Vokabeln, die Yoga-Fortgeschrittene kennen. Chaturanga kennen andere Sportler als Bretthaltung. Anstrengend.

Diese Stunde ist nichts für Anfänger, die einzelnen Asanas gehen flott ineinander über. Marie Claussen geht durch den Raum, korrigiert bei Bedarf und drückt einen dann sanft in die richtige Position.

Jivamukti Yoga: Eng, heiß und laut – die Musik motiviert

Das Besondere an diesem Yoga-Stil ist „eine Clubatmosphäre“, sagt Claussen. „Es ist eng, heiß und laut.“ Die laute Musik motiviert. 15 Punkte gehören zum Jivamukti Yoga – das sind unter anderem Musik – auch live per Harmonium–, Gesang und Meditation. Spirituelles, also etwas zum Nachdenken, gehört auch dazu.

Was Jivamukti so angenehm macht: Die Yogalehrerin geht im Laufe der Stunde durch die Reihen und massiert die Teilnehmer im Nacken. Zunächst mit kühlendem China-Gel und am Ende der Stunde mit beruhigendem Lavendelöl. Dieses Umsorgtsein ist hervorragend. Wann im Alltag kommt schon jemand daher und massiert einem kurz den Nacken?

Hamburger Yogalehrerin: „Januar und Februar sind die Yogamonate“

Marie Claussen berichtet, dass die Kurse momentan besonders voll sind. „Januar und Februar sind die Yogamonate.“ Viele starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr – mehr Bewegung gehört häufig dazu.

In den Kursen von Claussen und ihrer Mitstreiterin Janka Oeljeschlager geht es weniger um Esoterik: Es geht um Bewegung unter Anleitung, man wird an die Hand genommen. „Du sollst mit einem guten Gefühl herausgehen“, sagt die 38-Jährige. Aber klar, es geht auch darum, sich wahrzunehmen und ins Gleichgewicht zu kommen – körperlich und auch geistig.

Yoga: Mantra-Singen geht auch, wenn man nicht so spirituell ist

Es ist also egal, dass die Frau vor mir den Handstand schafft. Ich rolle mich lieber in die Haltung des Kindes. Ich muss hier gar nichts, darf auch entspannen, wenn mir danach ist. Und ja, auch Mantra-Singen gehört in diese Stunde. „Auch wenn die Spiritualität nicht so deins ist, lass dich einfach drauf ein“, sagt Marie Claussen. Gern doch. Denn was gibt es Schöneres, als an einem Sonntagvormittag auf einer Matte zu liegen und dem Gesang der anderen zu lauschen? Mitsingen kann ich ja beim nächsten Mal.

Roots, Mittelweg 146,www.rootsyoga.de. Eine Mitgliedschaft kostet 95 Euro im Monat, eine einzelne Stunde zwischen 18 und 23 Euro. Zehnerkarte: 165 Euro. Es werden verschiedene Yogastile angeboten.

2. Iyengar Yoga Zentrum in Eimsbüttel: Es kommt sogar auf Position des kleinen Zehs an

Montagabend am Eppendorfer Weg. Kontrastprogramm. „Beim Iyengar-Yoga bekommt man nichts geschenkt, alles kommt aus sich selbst heraus“, sagt Yogalehrerin Ute Marek. Der Unterschied zu anderen Yogarichtungen ist das viel genauere Üben der Haltungen und die präzisen Korrekturen. Es wird sehr viel Wert auf die richtige Körperausrichtung gelegt.

Das ist schon etwas für Feinschmecker. Denn sogar die Position des linken kleinen Zehs hat Auswirkungen – auf das Schulterblatt etwa. Hier geht es schnörkellos zu. Pragmatisch führt Ute Marek durch die 90 Minuten.

Yoga kann auch bedeuten, einfach mal in den Seilen zu hängen. Wie hier Abendblatt-Redakteurin Geneviève Wood beim Iyengar-Yoga.
Yoga kann auch bedeuten, einfach mal in den Seilen zu hängen. Wie hier Abendblatt-Redakteurin Geneviève Wood beim Iyengar-Yoga. © Genevieve Wood | Genevieve Wood

Trotz täglicher Dehn- und Stretchübungen zu Hause sind es zunächst die Defizite, die ich zu spüren bekomme. Wie anstrengend etwa gerades Sitzen ist – Gurte um die Hüfte herum helfen bei der Position. Das fühlt sich gut an. Marek legt immer wieder Hand an und führt mich etwa beim Trikonasana – dem Dreieck – in die richtige Position. Erstaunlich, wie weit sich Schultergelenke mit ihrer Hilfe drehen können.

Iyengar-Yoga – Wahrnehmung jedes einzelnen Muskels entscheidend

Schludrig darf man hier nicht sein. Ute Marek sieht alles und reagiert prompt. Das muss sie auch. „Die Wahrnehmung jedes einzelnen Muskels ist entscheidend – und die Position kann viel verändern.“ Wer Führung sucht, bekommt sie hier. Die Übungen wirklich präzise durchzuführen, ist gar nicht so leicht, aber wie immer im Leben: Das regelmäßige Wiederholen macht den Unterschied.

Ute Marek zeigt Abendblatt-Reporterin Geneviève Wood beim Iyengar-Yoga am Eppendorfer Weg, wie man anständig im Dreieck steht.
Ute Marek zeigt Abendblatt-Reporterin Geneviève Wood beim Iyengar-Yoga am Eppendorfer Weg, wie man anständig im Dreieck steht. © FUNKE Foto Services | Michael Rauhe

Bestes Beispiel, wie effektiv Bewegung sein kann, ist die älteste Kursteilnehmerin an diesem Abend: Die 84-Jährige hängt im Laufe der Stunde kopfüber am Seil. Andere machen einen Kopfstand. Ich probiere das Seil aus. Das Gefühl, wie schwerelos im Raum zu hängen und alle Last vom Rücken zu nehmen, ist einmalig.

Eimsbüttel: Iyengar Yoga Zentrum – auch den Raum zu fegen, ist Meditation

Aber es geht nicht nur um anstrengende Körperpositionen. In der Entspannungsphase führt Ute Marek uns auf eine Gedankenreise. Wir liegen bequem unter warmen Decken, das Licht ist gedämmt. „Entspann dein Gehirn, es wird klein und sinkt in die Schale des Hinterkopfes“, sagt sie mit ruhiger Stimme. Om.

Nein, eine Nackenmassage gibt es hier nicht, weder Kerzenschein noch Duftöl. Stattdessen räumen alle Teilnehmer am Ende noch den Raum auf, einige fegen ihn aus. „Aufräumen ist auch eine Übung, das Fegen des Raumes Meditation“, sagt Marek. Und es klingt nicht ironisch, sondern ganz logisch.

Iyengar Yoga Zentrum, Eppendorfer Weg 57a, www.iyengar-yoga-zentrum-hamburg.de. Ein Kurs pro Woche kostet 65 Euro im Monat, zwei Kurse 95 Euro. Eine Einzelkarte 22 Euro, eine Zehnerkarte 200 Euro.

3. Kaifu-Lodge: Yin Yoga als Gegengewicht zum hektischen Großstadtleben

Man könnte meinen, Yin Yoga sei etwas für Faule. Es ist ein Stil, bei dem man im Sitzen und Liegen Haltungen lange hält – etwa drei bis fünf Minuten. „Das ist der Unterschied zu anderen Yogastilen“, sagt Karo Wiebel. Die 53-Jährige hat Yin Yoga 2010 als Erste in Hamburg in der Kaifu-Lodge eingeführt. Und noch immer bietet sie dort diese Yoga-Richtung an.

Yin Yoga mit Karo Wiebel in der Kaifu-Lodge in Hamburg-Eimsbüttel.
Yin Yoga mit Karo Wiebel in der Kaifu-Lodge in Hamburg-Eimsbüttel. © FUNKE Foto Services | Michael Rauhe

Mit Faulheit hat das Ausharren in verschiedenen Positionen aber nichts zu tun. Es ist alles viel tiefgründiger, wenn wir auf unseren Matten liegen. Mit dem Rücken auf einem Bolster (eine dicke Kissenrolle). Die Beine fallen nach links und rechts im sogenannten Schmetterling auseinander, die Füße sind zusammen, die Arme ausgestreckt. So dehnen wir unsere Oberkörpervorderseite: sehr angenehm.

Yoga in der Kaifu-Lodge: Beim Yin Yoga wird das Bindegewebe gedehnt

Da sind zum einen die körperlichen Vorteile beim Yin Yoga: „Beim Dehnen sollen die Faszien – das Bindegewebe – erreicht werden“, sagt Karo Wiebel. Das sorge auf Dauer für mehr Flexibilität, Elastizität und Mobilität für die Gelenke.

Zum anderen ist da die geistige Ebene. Und die – das merkt man in dieser Yin-Yoga-Stunde sofort – hat einen besonders hohen Stellenwert. „Yin steht für Passivität, für das Dunkle, das Introvertierte, das Innehalten“, so Wiebel. „Und das ist der perfekte Ausgleich zu unserer Yang-dominierten westlichen Welt. Yang steht für Aktivität, für das Schnelle, Aktive, das Helle und das Extrovertierte.“

Das Liegen auf dem Yoga-Bolster entspannt den Oberkörper. Drei bis fünf Minuten lang verharrt man in den jeweiligen Positionen beim Yin Yoga.
Das Liegen auf dem Yoga-Bolster entspannt den Oberkörper. Drei bis fünf Minuten lang verharrt man in den jeweiligen Positionen beim Yin Yoga. © FUNKE Foto Services | Michael Rauhe

Zum Yin Yoga kann auch eine punktuelle Massage gehören

Auf einer weiteren Ebene erreichen die Übungen auch die Meridiane im Körper. Das sind in der traditionellen chinesischen Medizin-Kanäle, in denen die Lebensenergie fließen soll. Nach der traditionellen chinesischen Medizin haben Haltungen Einfluss zum Beispiel auf bestimmte Organe.

Zum Yin Yoga kann auch eine punktuelle Massage gehören: Mit einem Golfball streichen wir immer wieder über bestimmte Zonen unserer Fußsohlen. Dazu spricht Karo Wiebel die gesamte Stunde über in einem angenehmen, sanften Ton zu uns – ihre Stimme wirkt wie eine warme Dusche.

Yin Yoga: Vom Rentner bis Studenten – alle sehnen sich nach einem Ausgleich

Wie sehr uns unser schnelllebiges, teils hektisches Großstadtleben erschöpft, zeigt sich in dieser Stunde, in der der Andrang so groß ist, dass kaum noch Platz zwischen den Matten ist. Wiebel: „Die Sportler, die Älteren, aber auch die gestresste Jurastudentin – sie alle kommen in diese Stunde, die Gruppe ist sehr gemischt.“

Viele sehnen sich offenbar nach einem Ausgleich zu unserer reizüberfluteten Welt. Und es ist zumindest in dieser Nacht das beste Durchschlafmittel. Selten habe ich so tief geschlafen wie nach dieser Yin-Yoga-Einheit.

Kaifu-Lodge, Bundesstraße 197,www.kaifu-lodge.de. Ein Tagesticket für die gesamte Kaifu-Lodge kostet wochentags 30 Euro, eine Mitgliedschaft gibt es regulär ab 84 Euro im Monat. Eine Zehnerkarte für das gesamte Fitnessstudio kostet 250 Euro.

4. Studio 78 in Eimsbüttel: Feuer- und Nasenlochatmung beim Kundalini

Ja, das entspricht doch dem Yoga-Klischee: Zur Begrüßung an diesem kalten, grauen Mittwochmorgen im Studio 78 schenkt Nike Clausing erst einmal Tee aus. Im Yogaraum leuchten Kerzen, aus den Boxen kommen ruhige Klänge, ein Buddha steht auf der Fensterbank. Eine schöne Wohlfühlatmosphäre für die kommenden 60 Minuten.

Nike Clausing unterrichtet Kundalini-Yoga im Studio 78 an der Emilienstraße in Eimsbüttel.
Nike Clausing unterrichtet Kundalini-Yoga im Studio 78 an der Emilienstraße in Eimsbüttel. © FUNKE Foto Services | Michael Rauhe

Wohlfühlen ja, aber nicht ohne Anstrengung. Nach einem Warm-up folgt eine Übungsreihe, die sich mit Lebensenergie befasst, sagt Clausing. „Wir wollen das Nervensystem beruhigen und auf null bringen, sodass man einen guten Punkt hat, von dem man aus gute Entscheidungen treffen kann und sich nicht so im Gedankenkarussell gefangen fühlt.“

Beim Kundalini-Yoga geht es auf eine Reise ins eigene Ich

Dazu wird beim Kundalini-Yoga viel mit dem Atem gearbeitet. Ziel ist es, sich später gut zu fühlen, voller Lebensenergie. Typisch ist dabei die musikalische Begleitung – aus dem Lautsprecher und aus unseren eigenen Kehlen. Summen geht auch. „Wir wollen die Vibrationen spüren.“

Die Augen sind beim Kundalini gern geschlossen. „Es geht um eine Reise ins Ich. Darum, sich selbst wahrzunehmen und zu spüren.“ Das ist wohl etwas, dass alle Yoga-Praktiken gemeinsam haben.

Beim Feueratmen sollen wir kraftvoll und gleichmäßig ein- und ausatmen, die Zunge hinausstrecken und hecheln wie ein Hund, den Beckenboden dabei fest anspannen. Wie anstrengend kann Atmen sein? Richtig fies wird es, dabei die Arme auch noch minutenlang parallel zu den Seiten auszustrecken und zu bewegen. „Wie mit einem Flügelschlag reinigst du so den Raum“, sagt Nike Clausing. Und wenn sie das sagt, klingt es nicht einmal seltsam. Der Effekt dabei: „Hältst du die Arme über den Kopf, senkt das den Cortisolanteil – Stress wird abgebaut.“

Yoga: Kundalini – Übungen können bei Migräne oder Depressionen helfen

Später atmen wir durch ein Nasenloch ein, durch das andere aus. Alle Übungen sind mit kräftigem Atmen und rhythmischen Bewegungen verbunden. Rollt man die Zunge zusammen, streckt sie aus und atmet ein und durch die Nase aus, setzt das das Nervensystem auf null, sagt die Expertin.

Die fest vorgeschriebenen Übungsreihen beim Kundalini – und das ist dann doch überraschend – können sich direkt auf unsere Hormone auswirken. „Jede Übung hat eine spezielle Wirkungsweise“, sagt Clausing. Die Übungen können bei Migräne oder Depressionen helfen.

„Kundalini mag am Anfang vielleicht nicht besonders spaßvoll sein, aber es wirkt wie Medizin.“ Es geht um den Bliss nach der Stunde, diese Glückseligkeit. Noch spüre ich ihn nicht, aber sicher beim nächsten Mal.

Studio 78, Emilienstraße 78,www.studio78-hamburg.de. Ein Jahresvertrag für einmal wöchentlich Yoga kostet 50 Euro, Yoga so viel man will 70 Euro im Monat, ein Einzelticket 15 Euro. Neben Kundalini-Yoga werden auch andere Stile sowie Pilates unterrichtet.

5. Tribe Yoga Base in Eimsbüttel: Im 60-Minuten-Flow Körper und Geist erholen

Ausgerechnet an diesem Montagmittag also Yoga in der Mittagspause: Lunch-Yoga. Der Schreibtisch ist voll mit Arbeit, an Entspannung ist eigentlich nicht zu denken. Draußen vor der Tribe Yoga Base am Weidenstieg in Eimsbüttel bereiten sich die Kinder der benachbarten Kita auf einen Ausflug vor, drinnen liegen 17 Teilnehmerinnen und ein Mann auf ihren Matten.

Schöner verdrehen mit Yoga: Amy Schulz zeigt es in der Tribe Yoga Base am Weidenstieg in Eimsbüttel, wie man sich richtig dreht und dehnt.
Schöner verdrehen mit Yoga: Amy Schulz zeigt es in der Tribe Yoga Base am Weidenstieg in Eimsbüttel, wie man sich richtig dreht und dehnt. © FUNKE Foto Services | Marcelo Hernandez

Vinyasa Yoga steht an. „Das ist ein dynamischer Flow mit fließenden Abfolgen von Haltungen in Verbindung mit Atmung, die in die Kraft gehen“, sagt Yogalehrerin Amy Schulz. Kraftvoll, ja, und gesund soll es sein. Schulz geht die Stunde über immer wieder durch die Reihen und korrigiert die Positionen.

Wie beim Iyengar-Yoga auch schon stehe ich auch dieses Mal nicht ordnungsgemäß im Dreieck. Vorsichtig legt Amy Hand an. Das Ziel der einstündigen Einheit mittags um 12.30 Uhr: „Einfach raus aus dem Kopf, rein in den Körper“, sagt Amy Schulz. Gar nicht einfach, wenn die Gedanken an die Arbeit einen nicht loslassen.

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Dann aber gibt es hier einfach zu viel zu tun, die Ansagen der Yogalehrerin und die von uns auszuführenden Bewegungen folgen zackig aufeinander. Die Übungen heißen „Liegender Schmetterling“, „Kaktusarme“, „Stuhl“, „Kriegerin“. Tatsächlich gelingt es dadurch, den Kopf nach und nach auszuschalten.

Yoga: Position „Happy Baby“ kann den unteren Rücken entspannen

Das Mittagstief aber macht sich doch bemerkbar, Hunger inklusive. Die Kraft lässt ein wenig nach, und so ist die Kindshaltung heute meine liebste Position. In dieser darf man sich ganz klein machen und entspannen. Angenehm ist das.

Ebenso das „Happy Baby“. Bei dieser Position strecken wir alle die Beine in die Luft wie ein Baby, das tut dem unteren Rücken gut. Nach einem Shavansa, der Entspannungsphase unter warmen Decken, ist nach drei Gongschlägen das Mittagsyoga vorbei. Fazit: Eine wohltuende Pause mitten am Tag.

Tribe Yoga Base, Weidenstieg 17,www.tribeyogabase.de. Eine Einzelkarte kostet 18 Euro, eine Monatskarte 119 Euro, eine Mitgliedschaft mit Mindestlaufzeit kostet 89 Euro im Monat. Auch hier gibt es verschiedene Yogarichtungen.