Velo-Route

Radverkehrskonzept in Bergedorf soll in Fahrt kommen

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Jan Schubert
Uneben, ruckelig, kein Fahrkomfort: Radfahrer müssen auf der Dietrich-Schreyge-Straße mit schlechtem Kopfsteinpflaster klarkommen. Dabei gehört die Gasse zwischen Stuhlrohrhallen und Vierlandenstraße doch zum Bergedorfer Radwegekonzept.

Uneben, ruckelig, kein Fahrkomfort: Radfahrer müssen auf der Dietrich-Schreyge-Straße mit schlechtem Kopfsteinpflaster klarkommen. Dabei gehört die Gasse zwischen Stuhlrohrhallen und Vierlandenstraße doch zum Bergedorfer Radwegekonzept.

Foto: Jan Schubert / BGDZ

Die Verwaltung darf nun endlich die Dietrich-Schreyge-Straße umgestalten – Teil einer künftigen West-Ost-Route durch Bergedorf.

Hamburg.  Am 23. Februar 2017, also vor über vier Jahren, beschloss die Bezirksversammlung die Umsetzung des Bergedorfer Radverkehrskonzepts. Demnach soll es zwei bezirkliche Velorouten geben und somit Strecken, auf denen Radfahren komfortabler werden soll, mit einer West-Ost-Route vom Stuhlrohrquartier bis hin zum Brookdeich und einer Nord-Süd-Verbindung bis hinunter zum Schleusengraben. Nun gibt es Bewegung in der Planung: Für die etwa 150 Meter lange Dietrich-Schreyge-Straße hat der Hauptausschuss die Verwaltung beauftragt, mit den Planungen zu beginnen.

Es geht los: Bergedorfer Radfahrkonzept wird umgesetzt

Denn radfahrerischen Genuss bietet der Straßenabschnitt nicht, der von der Vierlandenstraße zur Brücke vor den Stuhlrohrhallen führt. Der Fahrbahnbelag ist Kopfsteinpflaster und in miserablem Zustand. Nicht selten weichen Radfahrer deshalb links und rechts auf die Gehwege aus, düsen auf ebener Fläche an den parkenden Autos vorbei. Das führt zu Konflikten mit Fußgängern: „Ich bin ein erbitterter Gegner von Radlern auf dem Gehweg. Das geht gar nicht, passiert aber dort immer wieder“, sagt Norbert Fleige, verkehrspolitischer Sprecher der Bergedorfer Grünen und selbst häufig mit dem Fahrrad unterwegs. Fleige war die Umsetzung jenes Radverkehrskonzepts zuletzt „zu zögerlich“.

Abstimmung mit Maßnahmen auf der Vierlandenstraße

Was in der Dietrich-Schreyge-Straße entstehen soll, da möchte der Politiker aus Neuallermöhe nicht so viele Erwartungen formulieren – mit dem Verweis, dass „wir bisher nur Planungskosten für das Radverkehrskonzept haben“. Er wisse um den hohen Parkdruck in der kleinen Verbindungsgasse und wolle keine Stellflächen entfernen, denn dafür bestehe dort viel Bedarf, so Fleige. Nur eine kleine Sache könnte sich der Grüne vorstellen: „Ich habe nichts gegen Kopfsteinpflaster, aber vielleicht bekommen wir ein etwas glatteres hin, wie zum Beispiel an einigen Stellen in Altona.“ Vermutlich zum Jahresende 2021 könnten erste Vorschläge für die Dietrich-Schreyge-Straße im Verkehrsausschuss diskutiert werden.

Eine zwingende Voraussetzung beim Umgestalten der Straße ist, dass dies mit dem großzügigen Umbau der Vierlandenstraße zusammenpasst. Hier wird der Landesbetrieb Brücken und Gewässer (LSBG) unter anderem zwischen den Einmündungen Rektor-Ritter-Straße und Dietrich-Schreyge-Straße eine Sprunginsel bauen. Die Arbeiten auf der Vierlandenstraße starten im kommenden Jahr und sollen 2023 abgeschlossen sein.

Erst einmal keine Bürgerbeteiligung bei der Planung

Grüne, FDP und SPD, die Fraktionen der Bergedorfer Koalition, drücken jetzt aufs Tempo für die Fahrradverbindung. Schon jetzt wünschen sich Radler eine vernünftige Ausweichmöglichkeit über die Dietrich-Schreyge-Straße, da an der Bergedorfer Straße mehrere Bauprojekte (Bergedorfer Tor an der Kreuzung zum Weidenbaumsweg sowie Körber-Haus gegenüber dem CCB) das Fahrradfahren unmöglich, mindestens aber unkomfortabel machen. Bisher ist im Zuge einer West-Ost-Veloroute lediglich der Brookdeich fahrradfreundlicher gestaltet worden, der Bereich zwischen Brookkehre und Brookdamm wurde zur Fahrradstraße.

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Im Grunde wäre seine CDU bei der Umgestaltung dabei – doch dem Fünfhausener Bernd Capeletti fehlt ein ganz entscheidender Punkt: „Der Bürger muss an den Planungen beteiligt werden.“ Das finden die Koalitionäre aber nicht und lehnten diesen Zusatz in ihrem Antrag ab. Norbert Fleige begründet: „Ich finde es schwierig, aus dem hohlen Bauch heraus zu diskutieren, ohne vorher etwas präsentiert zu bekommen.“ Das deckt sich in etwa auch mit dem Ansinnen der Verwaltung, die Bürgerbeteiligung eher bei größeren Straßen oder Baumaßnahmen sinnvoller findet.

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