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Nach 9-Euro Ticket: HVV kündigt neue Angebote an

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Nahverkehr in Hamburg: Der Hvv stellt seine Fahrkarten-Angebote ab September vor.

Nahverkehr in Hamburg: Der Hvv stellt seine Fahrkarten-Angebote ab September vor.

Foto: IMAGO / Jürgen Ritter

Mit dem Ende des 9-Euro-Tickets wird das Bus- und Bahnfahren wieder teurer: Der HVV bietet im September dennoch attraktive Fahrkarten an.

Hamburg. Wenn am Mittwoch das bundesweite Angebot des 9-Euro-Tickets im Nahverkehr endet, ist das Interesse an günstigen Fahrkarten auch in Hamburg sehr groß. Eine Nachfolge wie beispielsweise Berlin plant der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) nicht. Am vergangenen Freitag hatten viele Hamburgerinnen und Hamburger für eine Verlängerung des 9-Euro-Tickets demonstriert.

Neu beim HVV: 5er-Tageskarte für 29.90 Euro

Der HVV hat am Montagvormittag nun die Einführung eine 5er-Tageskarte angekündigt für alle Fahrgäste, die nicht täglich, aber regelmäßig mit Bus und Bahn fahren. Über die HVV-App und die HVV-switch App können Fahrgäste ab 1. September 2022 die 5er-Tageskarte kaufen. „Dieses neue Angebot richtet sich vor allem an diejenigen, die nicht täglich, aber dennoch regelmäßig mit dem HVV fahren“, so HVV-Sprecherin Silke Seibel.

Die 5er-Tageskarte kostet 29,50 Euro (Hamburg AB). Gegenüber dem Kauf von fünf einzelnen Tageskarten ergibt sich damit eine Ersparnis von 23 Prozent. Die 5er-Tageskarte kann im Voraus gekauft und innerhalb von 30 Tagen flexibel genutzt werden, die erste Tageskarte ist sofort mit Kauf der 5er-Tageskarte gültig. Sie ist auch für die Geltungsbereiche der Ringe A-C (47 Euro), A-D (59 Euro), A-E (76 Euro) und A-F (88 Euro) verfügbar.

Fahrkarten im HVV: Aktion für "Flex-Abo"

Wie berichtet bietet der HVV auch das sogenannte „Flex-Abo“ an für Kunden, die ein neues Abo abschließen. Sie können sich noch bis zum 14. September mit einem Aktionscode (FLEX-ABO22) für „Flex-Abo“ entscheiden. Bezahlen müssen die Fahrgäste erst ab dem 1. Oktober 2022.

Für alle Abonnenten gilt vom 1. September bis 30. September 2022 folgende Sonderregelung: Die Fahrkarten gelten an Samstagen, Sonntagen ganztägig sowie montags bis freitags ab 11 Uhr jeweils bis 6 Uhr des Folgetags unabhängig vom eingetragenen Geltungsbereich im HVV-Gesamtbereich (Ringe A-H). Die Abonnenten dürfen eine weitere Person und drei Kinder zwischen 6 und 14 Jahren mitnehmen.

Bilanz des 9-Euro Tickets: 5,5 Millionen zufriedene Kunden

HVV-Geschäftsführerin Anna-Theresa Korbutt sagt: „Das 9-Euro-Ticket hat von Anfang an viel bewegt, im wahrsten Sinne des Wortes: 5,5 Millionen zufriedene Kundinnen und Kunden, die von der Aktion profitiert und 270 Millionen Fahrten unternommen haben, 60-75.000 Tonnen CO2 wurden dabei eingespart. Das 9-Euro-Ticket hat uns gezeigt: Immer mehr Menschen sind bereit, ihr Mobilitätsverhalten zu verändern, mehr mit Bussen und Bahnen unterwegs zu sein und den Pkw stehen zu lassen – wenn Angebot und Preisgestaltung stimmen."

Die Bilanz des 9-Euro-Tickets nimmt sich Korbutt zu Herzen und will mit der Erkenntnis arbeiten: "Genau dort setzen wir auf allen Ebenen an, um unsere Fahrgäste – unsere Bestandskund*innen und auch diejenigen, die den ÖPNV jetzt für sich entdeckt haben – auch nach der Phase des 9-Euro-Tickets langfristig von der Mobilitätswende überzeugen zu können.“

Weitere attraktive Angebote müssten einfach und unkompliziert sein, die Menschen finanziell entlasten und damit gleichzeitig den Klimawandel maßgeblich voranbringen, so Korbutt.

9-Euro-Ticket: Was kommt danach?

Bei einer Sonderkonferenz am Freitag hatten die Verkehrsminister der Länder den Bund aufgefordert, zeitnah einen tragfähigen und nachhaltigen Vorschlag zur Nachfolge des Neun-Euro-Tickets vorzulegen. Sie forderten den Bund auch auf, die Kosten zu übernehmen.

Anjes Tjarks, Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende sagte: „Das 9-Euro-Ticket hat gezeigt, dass die Menschen gerne Bus und Bahn fahren – und dass das auch nach der Pandemie gilt. Es hat aber auch gezeigt, dass die Verbesserung unseres Bus- und Bahnsystems dringend angezeigt ist. Insbesondere das Schienensystem muss widerstandsfähiger und auf mehr Kapazität ausgelegt werden. Dafür benötigen wir Regionalisierungsmittel des Bundes.“

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