Gastronomie Hamburg

Nach großem Brand: Restaurant Zur Ratsmühle eröffnet wieder

| Lesedauer: 4 Minuten
Das Restaurant Zur Ratsmühle in Hamburg serviert weiterhin deutsche Küche.

Das Restaurant Zur Ratsmühle in Hamburg serviert weiterhin deutsche Küche.

Foto: Michael Rauhe / HA

Zu Beginn des Jahres vernichtete ein Feuer das Bootshaus Wolfgang Töns. Deshalb musste das benachbarte Lokal komplett renoviert werden.

Hamburg. Das rote Absperrband mit Polizeiaufschrift ist endlich weg, der Zugang zum Restaurant Zur Ratsmühle wieder ungehindert passierbar. Geschäftsführerin Katarzyna Burdecka ist gerade dabei, die Weihnachtsdekoration anzubringen, denn das Restaurant am Alsterlauf, ein beliebtes Hamburger Ausflugsziel, wird am 9. Dezember wiedereröffnet. „Endlich“, sagt sie, denn eigentlich hätte es schon im Frühjahr so weit sein sollen. Doch es gab viele Schwierigkeiten.

Die Renovierung des ein wenig in die Jahre gekommenen Traditionsrestaurant war schon im Gange, als ein Großfeuer in der Nacht zum 29. Januar 2021 das direkt angrenzende Bootshaus Wolfgang Töns vernichtete. Das Restaurantgebäude konnte gerettet werden, es war ebenso gefährdet wie ein ganz nahe gelegenes Einfamilienhaus. Ein technischer Defekt hatte den Brand im den Bootsschuppen ausgelöst. Der Feuerwehr gelang es, das Feuer kontrolliert zu löschen, dank der Brandmauer zwischen den Gebäuden sprang das Feuer nicht auf das Restaurant über. Doch Löschwasser und der Brandgeruch in den Räumen setzten dem Restaurant zu. Auch die Auswirkungen auf Leitungen und Rohre waren unklar.

Gastronomie Hamburg: Renovierung war sehr aufwendig

„Wir mussten mit der Renovierung nach dem Brand wieder ganz von vorn anfangen“, sagt Katarzyna Burdecka. An der Seite der 28-Jährigen arbeitet Restaurant- und Betriebsleiter Benjamin Egerter Rose. Die Betreiber des Restaurants, eine Gruppe von Investoren, wollen gern im Hintergrund bleiben, sagt Burdecka. Ihren Angaben zufolge gehört das gesamte Areal weiterhin der Wolfgang Töns Bootsvermietung. „Soviel ich weiß, soll das Bootshaus demnächst auch wieder aufgebaut werden.“

Dass es bis zur Neueröffnung so lange gedauert hat, hatte diverse Gründe, sagt Burdecka. „Wir hatten lange Zeit kein Gas, keinen Strom, kein heißes Wasser und überall hing der Brandgeruch.“ Auch wegen der aufwendigen Begutachtungen durch Versicherungen und Behörden habe sich vieles verzögert. Auch die neuen Küchengeräte seien plötzlich nicht lieferbar gewesen. Inzwischen sind alle Leitungen erneuert worden, die fest verbaute Inneneinrichtung wie die Bar als zentrales Element wurde neu gestrichen, ein neuer Boden verlegt. Teile der Wände haben jetzt eine geflammte Holzvertäfelung. Auch das Mobiliar ist neu. Zu den Holztischen gesellen sich jetzt bequeme Polsterstühle in Grau, Curry und Petrol. Auch die sanitären Anlagen wurden komplett renoviert und entsprechen jetzt modernen Standards. Ein besonderer Hingucker ist dort die Blätter-Decke.

Deutsche Küche wird nun moderner interpretiert

Ein großes Plus der Ratsmühle ist die große Terrasse mit 80 Sitzplätzen, die durch Seitenwände, eine Überdachung und Heizstrahler winterfest gemacht wurde. „Die Strahler werden mit Strom betrieben“, sagt Burdecka. Bei schönem Wetter könne man die Markise zurückfahren, „dann kann man bei uns auf der Terrasse einen Drink im Sonnenuntergang mit Blick aus den Alsterlauf nehmen.“ Die Ratsmühle wolle ein Restaurant für alle Generationen sein. Spaziergänger, Radler, Paddler, alle seien willkommen, sagt die neue Geschäftsführerin, ob nur zu Kaffee und Kuchen, auf ihr Lieblingsgericht oder zu einer Feier.

Man werde weiter deutsche Küche servieren, aber sie etwa moderner interpretieren und anrichten. Auf der Karte stehen Gerichte wie gebratene Scholle (19,90 Euro), Matjes „Hausfrauen-Art“ (14,50 Euro), Roastbeef (17,90 Euro), oder Bauernfrühstück (12,90 Euro). Aber auch Pastagerichte und Salate werden angeboten. Am Wochenende gibt es bis 13 Uhr Frühstück, danach warme Küche. Und auch wer am Nachmittag Hunger bekommt, ist gut aufgehoben: „Bei uns gibt es den ganzen Tag über bis 22 Uhr warme Gerichte“, sagt Burdecka.

Gastronomie Hamburg: Jetzt gibt es auch Ordercubes

Damit die Gäste sich beim Servicepersonal bemerkbar machen können, hat Benjamin Egerter Rose sogenannte Ordercubes für jeden Tisch bestellt. Mit den kleinen „Bestellwürfeln“ können die Gäste die Bedienung rufen, wenn sie bestellen oder bezahlen möchten.

Die gebürtige Danzigerin lebt seit sieben in Hamburg und hat seither nach eigenen Angaben in diversen Lokalen rund um den Kiez und in Altona gearbeitet. „Eigentlich wollte ich nur für eine Saison bleiben“, sagt sie, nun freue sie sich auf die neue Aufgabe. Und sie hoffe, dass ihnen die Coronapandemie keinen Strich durch die Rechnung macht.

Ratsmühlendamm 2, Mo–Fr ab 12 Uhr, Sa/So ab 10 Uhr, warme Küche jeweils bis 22 Uhr.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hamburg