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Große Nachfrage nach Impfterminen mit AstraZeneca im Norden

| Lesedauer: 33 Minuten

Corona-Gipfel: Das bedeuten die Beschlüsse für Hamburg

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Der Überblick: Corona-Ausbrüche in Kitas – auch Kinder infiziert. Pendler verlieren weniger Zeit im Stau.

Hamburg. Seit Montag sind in den Bundesländern die zuvor beschlossenen Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Kraft getreten. Doch es gibt bereits jetzt deutliche Unterschiede in den Öffnungsschritten: Während in Schleswig-Holstein der gesamte Einzelhandel wieder öffnen darf, geht Hamburg einen deutlich defensiveren Weg. Am Montag bildeten sich vor den offenen Geschäften im Norden lange Schlangen, darunter waren auch viele Hamburger.

Heute Mittag informierte der Hamburger Senat in der Landespressekonferenz wieder über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Krise. Seit mehreren Wochen schon bewegt sich die Inzidenz in einem Bereich zwischen 65 und 85 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von einer Woche und ist damit noch weit entfernt von dem angestrebten Wert unter 50, ab dem weitere Lockerungen möglich sind.

Corona-News für Hamburg und den Norden am 9. März:

Die aktuellen Corona-Fallzahlen aus ganz Norddeutschland:

  • Hamburg: 2311 neue Corona-Fälle (gesamt seit Pandemie-Beginn: 430.228), 465 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (davon auf Intensivstationen: 44), 2373 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1435,3 (Stand: Sonntag).
  • Schleswig-Holstein: 1362 Corona-Fälle (477.682), 623 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 39). 2263 Todesfälle (+5). Sieben-Tage-Wert: 1453,0; Hospitalisierungsinzidenz: 7,32 (Stand: Sonntag).
  • Niedersachsen: 12.208 neue Corona-Fälle (1.594.135), 168 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 7952 Todesfälle (+2). Sieben-Tage-Wert: 1977,6; Hospitalisierungsinzidenz: 16,3 (Stand: Sonntag).
  • Mecklenburg-Vorpommern: 700 neue Corona-Fälle (381.843), 768 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 76), 1957 Todesfälle (+2), Sieben-Tage-Wert: 2366,5; Hospitalisierungsinzidenz: 11,9 (Stand: Sonntag).
  • Bremen: 1107 neue Corona-Fälle (145.481), 172 Covid-19-Patienten in Krankenhäusern (Intensiv: 14), 704 Todesfälle (+0). Sieben-Tage-Wert Stadt Bremen: 1422,6; Bremerhaven: 2146,1; Hospitalisierungsinzidenz (wegen Corona) Bremen: 3,88; Bremerhaven: 7,04 (Stand: Sonntag; Bremen gibt die Inzidenzen getrennt nach beiden Städten an).

247 Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Schleswig-Holstein

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat sich in Schleswig-Holstein wieder erhöht. Am Dienstag wurden 247 neue Fälle gemeldet, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervorgeht (Datenstand: 9. März). Am Montag waren es noch 97 Neuinfektionen, am Dienstag vergangener Woche 187. Die Zahl der im Zusammenhang mit Covid-19 Gestorbenen beträgt jetzt 1350 – das sind 10 mehr als am Montag.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg ebenfalls leicht an und erreichte 46,2 Ansteckungen je 100.000 Einwohner. Am Vortag lag der Wert bei 45,3. In Schleswig-Holsteins Krankenhäusern wurden mit Stand Dienstag 208 Patienten behandelt. Intensivmedizinische Behandlung brauchten 61 Menschen, davon 40 mit Beatmung. Schätzungsweise sind inzwischen 39.900 Menschen genesen.

Große Nachfrage nach Impfterminen mit Astrazeneca im Norden

Zehntausende weitere Menschen in Schleswig-Holstein haben Corona-Impftermine erhalten. Ab Dienstagnachmittag konnten sich Menschen im Alter von 70 bis 79 Jahren, Beschäftigte in Kitas und Grundschulen sowie chronisch Kranke für Impfungen mit dem Impfstoff von Astrazeneca anmelden. Buchungen waren nach Angaben des Gesundheitsministeriums über das Impfportal des Landes möglich. Zu der Gruppe gehören unter anderem auch Menschen mit Trisomie 21, nach einer Organtransplantation, mit einer Demenz, geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung.

Impfen lassen können sich zudem bis zu zwei enge Kontaktpersonen pflegebedürftiger oder schwangerer Personen sowie verschiedene Berufsgruppen, die einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Dazu zählen beispielsweise Soldaten im Auslandseinsatz und Beschäftigte im Gesundheitsdienst sowie Polizisten, die bei Demonstrationen eingesetzt sind.

Lesen Sie dazu auch das Interview mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther

Höheres Corona-Risiko in Lebensmittelindustrie und Landwirtschaft

Nicht nur Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten gezielt vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus geschützt werden, sondern auch Angehörige bestimmter Berufsgruppen. Diese Auffassung vertrat die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek am Dienstag im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt verwies dafür auf eine Preprint-Studie aus San Francisco.

Wissenschaftler hatten dafür die Daten von mehr als 10.000 an Covid-19 Verstorbener aus Kalifornien im berufstätigen Alter nach Beruf und Ethnie durchsucht. Das höchste Risiko hatten Mitarbeiter der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft. Danach folgten Transport und Logistik, Baugewerbe und Fabriken. Von der ethnischen Zugehörigkeit her hatten Latinos das höchste Risiko.

Gericht: Kein Recht auf FFP2-Masken vom Jobcenter

Ein Ehepaar aus Delmenhorst ist vor dem Sozialgericht Oldenburg mit seinem Antrag gescheitert, das Jobcenter der Stadt auf kostenlose Versorgung mit wöchentlich 20 FFP-2-Masken pro Person oder eine Kostenerstattung zu verpflichten. Der Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung sei abgelehnt worden, teilte das Gericht am Dienstag mit.

Das Ehepaar, das Hartz-IV-Leistungen bezieht, argumentierte, aufgrund der Corona-Pandemie bestehe eine Maskenpflicht und die Kosten für die entsprechenden Masken vom Regelbedarf nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) nicht gedeckt seien. Das Jobcenter lehnte diesen Antrag ab. Dem folgt das Gericht. (Aktenzeichen S 37 AS 48/21 ER).

Corona-Ausbrüche in Kitas im Norden – auch Kinder infiziert

Wegen positiver Corona-Tests sind Kitas auf Sylt und in Bad Segeberg geschlossen worden. Bei Schnelltests in der Sylt Kita und in der Alten Realschule in Westerland wurden nach Angaben der Gemeinde am Dienstag insgesamt elf Betreuerinnen positiv getestet, wie die Gemeindeverwaltung mitteilte. Keine von ihnen weise Symptome auf. Beide Einrichtungen wurden für den Rest der Woche geschlossen. Mit PCR-Tests sollen die Ergebnisse der Schnelltests überprüft werden.

Der Kreis Segeberg schloss am Dienstag wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend den Evangelisch-Lutherischen Kindergarten und die Krippe Südstadt in Bad Segeberg. Ende vergangener Woche hatten fünf Mitarbeiterinnen positive Schnelltest-Ergebnisse, die mit PCR-Tests bestätigt wurden. Zwei weitere Mitarbeiterinnen und zwei Kinder wurden ebenfalls positiv getestet. Rund 90 Mitarbeiterinnen und Kinder aus fünf Betreuungsgruppen sind aktuell in Quarantäne.

Kitas sind am 22. Februar in weiten Teilen Schleswig-Holsteins aus dem Notbetrieb in den Regelbetrieb unter Corona-Bedingungen gewechselt, auch in den Kreisen Nordfriesland und Segeberg.

Sondersitzung der Bürgerschaft zur Corona-Lage

Die neue Corona-Eindämmungsverordnung des Senats steht am Mittwoch (13.30 Uhr) auf der Tagesordnung einer Sondersitzung der Hamburgischen Bürgerschaft. Darin hatte die rot-grüne Regierung am vergangenen Donnerstag die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Verlängerung des Lockdowns bis Ende März und einem Stufenplan für Lockerungen eins zu eins umgesetzt.

Bei der letzten Bürgerschaftssitzung vor zwei Wochen hatten sich mit Ausnahme der AfD alle Fraktionen angesichts steigender Infektionszahlen und Risiken durch Virusvarianten für eine Fortsetzung des Lockdowns ausgesprochen. Zugleich hatte die Opposition das Krisenmanagement des Senats kritisiert.

Die Sondersitzung war gemeinsam von SPD, Grünen und CDU beantragt und mit großer Mehrheit beschlossen worden. Die AfD war mit einem Antrag gescheitert, noch vor den Bund-Länder-Beratungen am 3. März zusammenzukommen. Normalerweise herrscht während der Frühjahrsferien Sitzungspause.

Minister informiert über Tourismuslage im Norden

Über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Tourismus und mögliche Perspektiven für dieses Jahr berichtet am Mittwoch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, Bettina Bunge, will der FDP-Politiker die Situation der für den Norden besonders wichtigen Branche analysieren. Derzeit ist noch offen, wann Hotels, Ferienwohnungen und Urlauberzentren für Touristen wieder öffnen können. Am 22. März beraten Bund und Länder darüber.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich in den vergangenen Tagen wiederholt optimistisch für eine Öffnung zu Ostern gezeigt. Die Branche selbst betont immer wieder, Beherbergungsbetriebe seien kein Pandemietreiber. Wegen langer Schließungen verzeichnete der Tourismus im vergangenen Jahr erhebliche Einbußen. So sank die Zahl der Übernachtungen in Häusern mit mindestens zehn Betten um fast 20 Prozent auf knapp 29 Millionen und die der Gäste um gut 30 Prozent auf 6,2 Millionen.

Polizei im Norden warnt vor neuer Corona-Betrugsmasche

Das Landespolizeiamt hat vor einer neuen Betrugsvariante am Telefon im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gewarnt. Dabei geben sich Betrüger beispielsweise als Bundesfinanzverwaltung aus und versprechen eine hohe Ausgleichszahlung aus China gegen eine vermeintlich geringe Bearbeitungsgebühr, um für "die Belastungen der Corona-Pandemie zu entschädigen", wie Landespolizeiamtssprecher Dennis Schneider am Dienstag mitteilte. „Die Geschichte ist ausgedacht, solche Zahlungen gibt es nicht.“

Innerhalb eines kurzen Zeitraums hat es in Schleswig-Holstein nach Polizeiangaben an verschiedenen Orten solche Anrufe gegeben. „Wir haben von einzelnen Versuchstaten Kenntnis, allesamt sind aus Sicht der Täter erfolglos geblieben“, sagte Schneider. „Die Menschen haben richtig reagiert, aufgelegt und die Polizei informiert.“ Bei solchen falschen Gewinnversprechen geben sich Anrufer beispielsweise auch als Lotterievertreter oder Notar aus.

Die Polizei riet, am Telefon niemals persönliche Informationen wie Telefonnummern und Adressen, Kontodaten, Bankleitzahlen, Kreditkartennummern oder Ähnliches preiszugeben. Anrufer sollten keinerlei Zusagen machen.

Über 70-Jährige in Niedersachsen sollen in Kürze Impf-Einladung erhalten

Bei den Corona-Impfungen in Niedersachsen sind die über 70-Jährigen in Kürze an der Reihe. „Wir werden über 70-Jährige in den nächsten Tagen informieren, damit sie sich mit einem Impftermin versorgen können“, sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Dienstag.

Bei den Einladungsschreiben werde auf die Daten der Einwohnermeldeämter zurückgegriffen. Bei den Einladungsschreiben für die über 80-Jährigen im Januar hatte es Pannen gegeben. So wurden auch Verstorbene angeschrieben, weil auf Daten eines externen Dienstleister zurückgegriffen wurde. Kritisiert wurde auch die schleppende Terminvergabe. Laut Ministerium wurden inzwischen die Kapazitäten der Hotline erheblich ausgebaut. Auch online können Impfwillige einen Termin vereinbaren.

Mecklenburg-Vorpommern verschärft Einreiseregeln für Polen drastisch

Mecklenburg-Vorpommern hat die bundesweit strengsten Einreiseregelungen für Menschen aus dem Nachbarland Polen beschlossen. Künftig müssen Grenzpendler alle 48 Stunden einen negativen Corona-Test vorlegen, sagte der Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin. Schnelltestzentren sollen noch in dieser Woche an den Grenzübergängen Ahlbeck und Linken in Betrieb genommen werden.

Mit den Maßnahmen bereite sich die Landesregierung auf eine mögliche Einstufung Polens als Hochrisikogebiet vor. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald gebe es gegenwärtig sinkende Infektionszahlen, in ganz Polen hingegen stiegen sie. Dahlemann sagte, Mecklenburg-Vorpommern habe jetzt die strengste Testpflicht aller Bundesländer. Sie seien auch strenger als die Bundeseinreiseverordnung.

Corona treibt Digitalisierung an Hamburgs Schulen voran

In der Corona-Krise hat die Digitalisierung der Hamburger Schulen erhebliche Fortschritte gemacht. „Mittlerweile haben 347 von 367 staatlichen Schulen in allen oder in der großen Mehrzahl ihrer Schulgebäude W-Lan“, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) am Dienstag. Das entspreche einer Quote von 95 Prozent. „Vor einem Jahr waren es gerade einmal 66 staatliche Schulen.“ Neben dem Breitbandausbau komme auch die Hardware-Ausrüstung voran. So sollen zum Start des neuen Schuljahres alle 21 400 Lehrer, Sozialpädagogen und Erzieher an Hamburgs staatlichen Schulen mit Dienst-Tablets oder -Laptops ausgestattet sein.

Für Schüler, die über keine eigenen Endgeräte verfügten, habe die Behörde bereits 63.000 Geräte angeschafft. Außerdem stünden für die insgesamt 220.000 Schülerinnen und Schüler 35.553 Desktop-Computer zu Verfügung. Trotz aller Bemühungen sei man aber noch nicht am Ziel. „Wir können nicht in wenigen Monaten ein riesiges IT-System mit über 30.000 Beschäftigten, insgesamt 285.000 Anwenderinnen und Anwendern, über 1000 Schulgebäuden und rund 2,7 Millionen Quadratmetern Schulraum auf das digitale Niveau eines Dax-Konzerns führen“, sagte Rabe.

Corona: Diese Testverfahren gibt es

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antigen-Selbsttest: Die einfachste Test-Variante zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus. Wird nicht von geschultem Personal, sondern vom Getesteten selbst angewandt. Gilt als vergleichsweise ungenau.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

Zahl der Infektionsfälle in Hamburger Pflegeheimen geht zurück

Die Zahl der Neuinfektionen in Pflegeeinrichtungen gehen weiter zurück. Wie die Gesundheitsbehörde mitteilt, sind zurzeit in insgesamt 14 Einrichtungen 27 Bewohner infiziert; in keinem Pflegeheim gibt es mehr als fünf Fälle. In Hamburg sind 23 Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen aktuell Corona-infiziert. Für Besucher gilt weiterhin, dass sie mit einem Schnelltest nachweisen müssen, dass sie nicht infiziert sind.

Hamburg will Schnelltest-Kapazität steigern

Hamburg will die Kapazität für kostenlose Corona-Schnelltests bis Ende der Woche auf rund 30.000 pro Tag ausbauen. Auch im diesbezüglich noch unterversorgten Bereich Süderelbe würden im Laufe der Woche Testmöglichkeiten mit einer Kapazität von mehreren Tausend pro Tag geschaffen, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund der Tatsache, dass die Verordnung des Bundes zur Vergütung der Tests erst seit Sonntag vorliege, seien die Gespräche mit einigen Testanbietern noch nicht abgeschlossen. Dass man bereits seit Montag teste, sei schon ein Erfolg.

Hamburgerinnen und Hamburger können seit Montag in gut 100 über die Stadt verteilten Testzentren, Arztpraxen und Apotheken einmal pro Woche kostenlos Schnelltests machen. Zunächst lag die Kapazität bei 25.000 Tests pro Tag.

Die Kosten übernimmt auf Beschluss der Ministerpräsidenten und der Kanzlerin der Bund. Laut Helfrich stehen dafür insgesamt 18 Euro pro Test bereit - 12 Euro für die Durchführung und sechs für das Material. Nachschub sei nicht das Problem. "Die Testverfügbarkeit stellt gegenwärtig nicht den Engpass dar."

Zur Zahl der bereits durchgeführten Tests konnte Helfrich keine Angaben machen. Diese würden von den Testanbietern nicht tagesaktuell gemeldet. "Wahrscheinlich können wir die Gesamtzahl erst nach der Abrechnung nennen", sagte er. Die Anzahl der PCR-Tests in Hamburgs liegt pro Werktag aktuell durchschnittlich bei rund 15.300 Testungen. Davon sind, wie schon in der Vorwoche, rund 4,1 Prozent positiv.

Die AHAL-Regeln gegen Corona: So verringern sie das Ansteckungsrisiko

  • Abstand halten: Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Hygiene: Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund, waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife und achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Im Alltag Maske tragen: Auch wo die (erweiterte) Maskenpflicht nicht gilt, ist es empfehlenswert, sich und andere vor Ansteckung zu schützen. FFP2-Masken oder OP-Masken bieten Schutz vor Ansteckung
  • Lüften: Wenn Sie sich mit anderen Personen in einem Raum aufhalten, lüften Sie regelmäßig, um das Risiko einer erhöhten Viruskonzentration in der Raumluft zu verringen
  • Außerdem: Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Niedersachsen: Neue Gesundheitsministerin hält an Inzidenzwerten fest

Niedersachsens neue Gesundheitsministerin Daniela Behrens will Öffnungsschritte in der Pandemie weiterhin an den Inzidenzwert knüpfen. Es handele sich um einen gut messbaren Wert, der das Infektionsgeschehen auf regionaler Ebene reflektiert, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Hannover. „Ich weiß, dass einige Kommunen enttäuscht sind“, räumte die Ministerin ein. Allerdings müsse in den Hochinzidenz-Kommunen das Infektionsgeschehen weiter eingedämmt werden. Wo mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gezählt werden, bleibt es bei den bisherigen Einschränkungen. Am Dienstag waren dies landesweit sechs Kommunen, darunter auch die Region Hannover.

Diese Regelung hatte scharfe Kritik des Niedersächsischen Städtetages und des Handelsverbands Niedersachsen ausgelöst. Es gebe keine Planbarkeit für Eltern von Kita-Kindern oder den Einzelhandel, hieß es.

Corona-Krankschreibungen sind in Gesundheitsberufen am häufigsten

Beschäftigte in Gesundheitsberufen in Schleswig-Holstein sind nach Zahlen der AOK Nordwest im vergangenen Jahr am häufigsten im Zusammenhang mit Corona krankgeschrieben worden. In der Zeit von März bis Dezember 2020 sei die Covid-19-Arbeitsunfähigkeitsquote bei medizinischen Fachangestellten mit 3,4 Prozent am höchsten gewesen, teilte die AOK am Dienstag mit. Es folgten Beschäftigte in der Ergotherapie mit 3,1 Prozent und Assistenzkräfte in Rechtsanwaltskanzleien mit 3,0 Prozent.

Stark betroffen waren demnach auch Berufe der Kinderbetreuung und -erziehung sowie zahnmedizinische Fachangestellte mit jeweils 2,9 Prozent. Vergleichsweise wenige Krankschreibungen im Zusammenhang mit Covid-19 gab es dagegen bei Berufen in der Landwirtschaft mit einem Anteil 0,4 Prozent und bei Kraftfahrern (0,6 Prozent). Von März bis Dezember registrierte die AOK bei ihren Versicherten im nördlichsten Bundesland 3890 Arbeitsunfähigkeiten im Zusammenhang mit Covid-19.

Impfungen auf den Halligen haben auf Hooge begonnen

Die ersten Halligbewohner sind am Dienstag auf Hooge (Kreis Nordfriesland) gegen Corona geimpft worden. Der offizielle Impfstart für die nordfriesischen Inseln und Halligen ist eigentlich am Donnerstag. Aus logistischen Gründen wurden rund zwei Dutzend über 80-Jährige und andere Berechtigte auf Hooge allerdings bereits am Dienstag geimpft. Der Arzt Gerhard Steinort aus Langenhorn fuhr am Morgen mit der Fähre von Schlüttsiel auf die Hallig. Den gut gekühlten und sicher verpackten Impfstoff von Biontech/Pfizer hatte er am Abend zuvor aus dem Impfzentrum in Husum abgeholt.

Der 75-jährige Steinort kommt seit sechs Jahren alle 14 Tage auf die Hallig und hält dort seine Sprechstunde ab. Jetzt hat er gemeinsam mit den beiden Halligpflegern Thomas Hedderich und Guido Dommershausen auch die Impfungen übernommen. Die Impfungen gegen Sars-CoV-2 sind die letzten Amtshandlungen des Arztes. Ende März, nach dem Setzen der zweiten Impfung, geht er endgültig in den Ruhestand.

Niedersachsen: Corona-Schnelltests zunächst in rund 1000 Arztpraxen

Mehr als 1000 Arztpraxen in Niedersachsen bieten derzeit kostenlose Corona-Schnelltests an. Diese hätten sich auf eine Umfrage der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) vom Wochenende zurückgemeldet, teilte ein Sprecher des Verbands am Dienstag mit. Seit Montag hat jede Bürgerin und jeder Bürger Anspruch auf einen kostenlosen Antigen-Schnelltest pro Woche, vorgenommen von geschultem Personal etwa in Apotheken, Testzentren oder Praxen. Bund und Länder hatten das Angebot vereinbart, der Bund übernimmt die Kosten.

Bei welcher der rund 13.000 Arztpraxen in Niedersachsen so ein Test möglich ist, können Interessierte unter www.arztauskunft-niedersachsen.de sehen. Unter „Besonderheiten“ lässt sich dort nach Corona-Schnelltestmöglichkeiten suchen. Die Liste werde derzeit ergänzt und sukzessive wachsen, so die KVN. Viele Praxen hätten aber deutlich gemacht, dass die vorhandenen Schnelltests nicht gleich für alle reichten. Daher sollen Bürgerinnen und Bürger vor dem Besuch in der Praxis anrufen.

Knapp 63.000 Hamburger komplett geimpft

Es gibt weiter Verzögerungen bei den Impfstofflieferungen. Es habe große Lieferausfälle gegeben bei AstraZeneca, 28.000 Impfdosen würden in dieser Woche erwartet und um die 20.000 Impfdosen von Biontech wöchentlich, sagte Julia Offen, stellvertretende Sprecherin des Senats. In den nächsten Schritten sollen Menschen mit schweren Vorerkrankungen in speziellen Schwerpunktpraxen geimpft werden. Gut 125.500 Personen haben bereits eine Corona-Schutzimpfung erhalten; davon etwa 62.900 auch die Zweitimpfung.

Zahl der Infektionsfälle in Hamburger Pflegeheimen geht zurück

Die Zahlen der positiv Getesteten in den Pflegeeinrichtungen sinken weiter kontinuierlich: Aktuell sind in insgesamt 14 Einrichtungen 27 Bewohnerinnen und Bewohner infiziert; in keiner Pflegeeinrichtung gibt es mehr als 5 Fälle. Stadtweit sind 23 Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen aktuell Corona-infiziert. Besucherinnen und Besucher von Pflegeeinrichtungen müssen nachweisen, dass bei ihnen keine SARS-CoV-2-Infektion besteht. Die Durchführung von Schnelltests ist in den Einrichtungen selbst möglich.

Britische Mutante macht in Hamburg rund 20 Prozent der Fälle aus

Die Virusvarianten sind weiter auf dem Vormarsch. Laut dem Robert Koch Institut (RKI) machen die britischen Mutanten zurzeit rund 20 Prozent der Infektionen aus. In Hamburg gab es heute im Vergleich zu gestern 81 Fälle mehr. Der Nachweis über die britische Variante B.1.1.7 liegt bisher in 177 Fällen vor (90 mehr im Vergleich zur Vorwoche), in weiteren 1.272 Fällen besteht der Verdacht auf diese Mutation. Die südafrikanische Variante scheint hingegen in Hamburg bisher keine große Rolle zu spielen: Bisher wurde diese nur in einem Fall bestätigt, weitere neun Verdachtsfälle werden zurzeit geklärt. Die brasilianische Variante wurde in Hamburg erstmals bei einem Infizierten nachgewiesen, zudem gibt es einen Verdachtsfall.

30 Schnelltestzentren in Hamburg

Mittlerweile gibt es 30 Testzentren über die Stadt verteilt, 67 Hausärzte und 18 Apotheken. "Wir haben auch südlich der Elbe ein Angebot für das Thema Schnelltestung. Sowohl Hausarztpraxen als auch Apotheken südlich der Elbe bieten das an, das man sich dort kostenlos schnelltesten lassen kann", sagte Offen. Die Praxen seien jedoch in der Liste nicht öffentlich einsehbar, damit es nicht zu Schlangenbildungen komme.

"Deshalb möchten wir alle bitten, die 116117 anzurufen, darüber ist eine Buchung möglich bei den Hausärztinnen und Hausärzten und auch bei den Apotheken", so Julia Offen. Auch online könne weiterhin ein Termin ausgemacht werden. Darüber hinaus werde es ein Angebot mit Testbussen geben, auch südlich der Elbe. "Dazu wird die Sozialbehörde Ende der Woche noch etwas konkretere Angaben machen können."

Schnelltests in Schulen nach den Ferien

In den Schulen sollen nach den Ferien sukzessive die Schnelltests eingeführt werden. In der ersten Woche nach den Ferien solle sichergestellt werden, dass alle Schulbeschäftigen zwei mal in der Woche einen Selbsttest an sich durchführen können, sagte Rabe. Das solle so lange aufrecht erhalten werden, bis alle Beteiligten geimpft seien. "Ich gehe davon aus, dass die Lehrkräfte im Laufe dieser Woche Impftermine im Impfzentrum vereinbaren können. Wann diese Termine dann sind, das hängt natürlich davon ab, wie viel Testkapazität zur Verfügung steht", so Rabe.

Schrittweise sollen auch Schülern Selbsttests zur Verfügung gestellt werden. Wenn ein Schnelltest positiv ausfällt, werden die Schüler von den Eltern abgeholt und der Fall an das Gesundheitsamt gemeldet. Dann wird ein PCR -Test durchgeführt.

In Schulen müssen medizinische Masken getragen werden

In den Schulen müssen von allen Schülerinnen und Schülern Masken getragen werden. "Wir haben ja bereits schon in den Weihnachtsferien deutlich gemacht, dass die Masken im Unterricht von allen Schülerinnen und Schülern getragen werden müssen, also auch den Grundschülerinnen und -schülern", sagte Rabe und stellte klar, dass dies "medizinische Masken sein müssen".

Neue Corona-Zahlen für Hamburg: Inzidenz wieder gestiegen

Die für das Ressort Gesundheit zuständige Hamburger Sozialbehörde hat am Dienstag 203 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am vergangenen Dienstag waren es mit 183 weniger Fälle. Somit steigt der Inzidenzwert wieder etwas und liegt nun bei 80,35 (Vortag: 79,3) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Seit Beginn der Pandemie wurden in der Hansestadt 53.758 Covid-19-Erkrankungen registriert. Von ihnen gelten nach RKI-Schätzungen 48.500 als genesen. Die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern liegt bei 259 (Stand: 8. März). 92 Menschen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch behandelt werden müssen, 75 von ihnen kommen aus Hamburg.

Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts liegt die Zahl der Todesfälle in Hamburg bei 1312 – es ist kein weiterer Toter hinzugekommen (Stand: 8. März).

Hamburger Polizei warnt vor Corona-Betrügern

Die Polizei Hamburg warnt erneut vor Trickbetrügern, die es darauf abgesehen haben, ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Dabei wird auch immer wieder die Corona-Krise als Mache benutzt. So hatten sich die Betrüger in der Vergangenheit unter anderem als Ärzte ausgegeben und behauptet, ein naher Angehöriger sei an Corona erkrankt, befinde sich mit akuten Beschwerden in einem Krankenhaus und benötige eine Behandlung mit Spritzen aus Amerika im Wert von mehreren tausend Euro.

In den vergangenen Tagen wurden mehrere Fälle bekannt, in denen die Betrüger älteren Menschen am Telefon angebliche Corona-Hilfen in Höhe von 12.000 oder 24.000 Euro in Aussicht stellten. Allerdings sollten sie dafür eine Bearbeitungsgebühr von knapp 1000 Euro überweisen. Die Angerufenen, unter anderem ein 81-jähriger Mann aus Marmstorf und eine 91-jährige Frau aus Eißendorf, schöpften aber schnell Verdacht, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Und so kam es zu keinen Transaktionen.

In anderen Fällen boten Betrüger am Telefon die Buchung eines Impftermins an. Nachdem zuletzt ein 83-jähriger Mann aus Sülldorf darauf entgegnet hatte, wegen gesundheitlicher Einschränkungen nicht ins Impfzentrum kommen zu können, war ihm eine Impfung in seiner Wohnung angeboten worden. Auch dieser Trick war zum Glück erfolglos: Der Mann hegte Zweifel und sprach mit einem Angehörigen, der daraufhin die Polizei verständigte. Vermutlich wollte den Mann bei dem angeblichen Impftermin in seiner Wohnung bestehlen.

Zweiter Tag in Folge ohne neu gemeldete Corona-Tote in Hamburg

In Hamburg scheint sich die Impfung von Risikogruppen wie Pflegeheimbewohnern und Hochbetagten im Rückgang der Zahl der Corona-Toten niederzuschlagen. Den zweiten Tag in Folge meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstag für Hamburg keinen neu gemeldeten Fall, bei dem ein Mensch an oder mit dem Corona-Virus gestorben ist. Zwei Tage in Folge habe es das in diesem Jahr noch nicht gegeben, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Gesamtzahl der Corona-Toten gab das RKI für Hamburg unverändert mit 1312 an, bundesweit waren es demnach 72 189 seit Ausbruch der Pandemie. Die Corona-Schutzimpfungen in den Hamburger Pflegeeinrichtungen waren im vergangenen Monat abgeschlossen worden. Unter den Bewohnern hatte es besonders viele Todesopfer gegeben. Von den rund 110 000 über 80-Jährigen habe bereits gut die Hälfte zumindest eine erste Impfung erhalten, sagte Helfrich.

Asklepios Kliniken bieten Unterstützung bei den Impfungen an

Um die Impfungen zu beschleunigen, haben die Asklepios Kliniken jetzt den Gesundheitsbehörden ihre Unterstützung angeboten. So könnten nicht nur eigene Mitarbeiter, sondern - bei Lieferung der Impfstoffe - ab sofort auch deren Angehörige sowie ambulante und stationäre Patient*innen geimpft werden, teilt das Unternehmen mit. In einem weiteren Schritt könnte das Impfangebot dann auch kurzfristig auf weitere Bevölkerungsgruppen ausgeweitet werden.

Gericht: Niedersachsen hat gegen Infopflicht verstoßen

Die niedersächsische SPD/CDU-Landesregierung hat zu Beginn der Corona-Epidemie gegen die Informationspflicht des Landtags verstoßen. Das hat der Staatsgerichtshof in Bückeburg am Dienstag geurteilt und damit einer Klage der Opposition stattgegeben.

„Die Landesregierung ist ihrer Verpflichtung nicht in erforderlichem Maße nachgekommen“, sagte der Präsident des Gerichtes, Thomas Smollich. Die Landesregierung sei nach der Landesverfassung verpflichtet, den Landtag über Regelungen grundsätzlicher Bedeutung wie die Corona-Verordnungen zu unterrichten. Es stehe nicht im Ermessen der Regierung, darauf in besonderen Lagen zu verzichten.

Verwirrung um Geschäftsöffnung: Niedersachsen präzisiert Regeln

Nach der Verwirrung um Geschäftsöffnungen in sogenannten Hochinzidenzkommunen hat die niedersächsische Landesregierung die Regeln präzisiert. So seien Anprobetermine für individuell bestellte Kleidungsstücke wie Hochzeitskleider, Anzüge oder Arbeitskleidung auch in Hochinzidenzkommunen erlaubt, teilte die Landesregierung am Dienstag mit. Das gelte aber nicht für das Anprobieren von Jeans, T-Shirts oder Pullovern in normalen Bekleidungsgeschäften.

„Würde man den Begriff Anprobetermine auch auf diese Bereiche ausdehnen, würde das de facto eine Öffnung von weiten Teilen des Einzelhandels bedeuten“, sagte eine Regierungssprecherin. Das sei allerdings in Kommunen, deren Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche, über 100 liege, nicht zu verantworten. Die Landesregierung bat Geschäftsinhaber und Kunden noch um ein wenig Geduld.

Für Verwirrung hatte am Montag allerdings mancherorts gesorgt, dass Lockerungsschritte wie der Termineinkauf nicht in Städten und Kreisen mit einer Inzidenz von über 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen gelten. Möbelhäuser in der Region Hannover öffneten zum Termineinkauf und beriefen sich auf unklare Regelungen seitens des Landes.

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AstraZeneca-Impftermine sind in Schleswig-Holstein buchbar

Ab heute (17.00 Uhr) können sich in Schleswig-Holstein Beschäftigte in Kitas und Grundschulen sowie chronisch kranke Menschen für Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca anmelden. Buchungen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums über das Impfportal des Landes (www.impfen-sh.de) möglich. Zu der Gruppe gehören unter anderem auch Menschen mit Trisomie 21, nach einer Organtransplantation, mit einer Demenz, geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung.

Impfen lassen können sich zudem bis zu zwei enge Kontaktpersonen pflegebedürftiger oder schwangerer Personen sowie verschiedene Berufsgruppen, die einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Dazu zählen beispielsweise Soldaten im Auslandseinsatz und Beschäftigte im Gesundheitsdienst sowie Polizisten, die bei Demonstrationen eingesetzt sind.

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Pendler in Hamburg verlieren 2020 weniger Zeit im Stau

Im Corona-Jahr 2020 haben Pendler in Hamburg deutlich weniger Zeit in Staus und zähflüssigem Verkehr verloren. Wer in der Hansestadt mit dem Auto zur Arbeit fuhr, musste im Schnitt mit 33 Stunden Zeitverlust im Vergleich zu freien Straßen rechnen. Im Jahr zuvor waren es noch 48 Stunden. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix hervor.

Hamburg belegt damit wie im Vorjahr Platz vier. Autofahrer in München trifft es der Analyse zufolge mit 65 Stunden nach wie vor am schlimmsten, dahinter folgten Berlin und Nürnberg. Die Zahl der Fahrten in die deutschen Innenstädte habe im Vergleich zu der Zeit vor der Krise deutlich abgenommen. So habe sie im Februar 2021 rund 40 Prozent unter dem Vorkrisen-Niveau von Februar 2020 gelegen.

„Das Coronavirus verändert die Art und Weise, wann, wo und wie wir uns bewegen“, sagte Bob Pishue, Verkehrsanalyst bei Inrix. „Die morgendlichen Pendlerströme in die Städte gingen weltweit zurück, da die Menschen ihre Fahrten zu Büros, Schulen, Einkaufszentren und anderen öffentlichen Orten reduzierten.“

Tschentschers Statement nach Corona-Gipfel

So lockert Hamburg bis Ostern den Corona-Lockdown

Wildgehege im Klövensteen bleibt vorerst geschlossen

Hamburg Trotz der Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen bleibt das Wildgehege Klövensteen im Hamburger Westen vorerst geschlossen. Der Aufbau eines für die Öffnung notwendigen Terminvergabesystems und die damit verbundene Dokumentation der Besucher seien aus Kapazitätsgründen nicht möglich, teilte das Bezirksamt Hamburg- Altona am Montag mit.

Der Forst Klövensteen werde als Naherholungsgebiet jedoch offen gehalten. „Es wird jedoch darum gebeten, auch hier die gängigen Hygiene- und Abstandsregelungen einzuhalten sowie aus Rücksicht gegenüber der Natur die Wege nicht zu verlassen“, hieß es in der Mitteilung. Die Regierungschefs von Bund und Ländern hatten sich darauf verständigt, dass bei einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 ab Montag neben Museen und Ausstellungen auch Tier- und Wildparks wieder öffnen dürfen.

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Corona: UKE-Forscher untersuchen Abwehrzellen in der Lunge

Da noch nicht erforscht ist, wie die Entzündungsreaktionen in der Lunge bei schwer an Corona Erkrankten abläuft, haben Wissenschaftler des Universitätsklinkums Hamburg-Eppendorf (UKE) Abwehrzellen in der Lunge und im Blut von Corona-Kranken durchgeführt. „Wir haben T-Gedächtniszellen in der Lunge gefunden, die stark expandiert waren und auch nach Entfernung des Virus noch eine starke Zytokinexpression aufwiesen“, so Dr. Christian Krebs vom UKE.

Die Forschenden konnten Hinweise für wichtige Zell-Zell-Wechselwirkungen von T-Gedächtniszellen mit entzündungsfördernden Gedächtniszellen in der Lunge identifizieren, die eine besondere Bedeutung haben könnten, heißt es weiter. Das Ziel weiterer Untersuchungen sei es nun, Therapien zu entwickeln, die auf die Entfernung dieser krankmachenden Botenstoffe abzielen.

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Krise: Schlechtestes Geschäftsjahr für Lufthansa Technik

Nach dem coronabedingt schlechtesten Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte blickt die Lufthansa Technik AG leicht zuversichtlich, aber auch mit Sorge in die Zukunft. Vorstandschef Johannes Bußmann sagte am Montag, er rechne frühestens Ende 2023, möglicherweise auch erst 2024 mit einer Rückkehr zum Niveau von 2019. "Wir haben das Ende dieser Durststrecke leider noch nicht erreicht." Gleichzeitig kündigte er den Abbau weiterer rund 1000 Stellen beim Weltmarktführer bei der herstellerunabhängigen Wartung, Reparatur und Überholung ziviler, kommerziell betriebener Flugzeuge an.

Die Lufthansa Technik habe noch nie solch ein Geschäftsjahr erlebt, sagte Bußmann. Viele Airlines hätten im Zuge der Corona-Krise Flugzeuge ausgemustert oder dauerhaft geparkt - was zu deutlichen Rückgängen auch bei der Wartung geführt habe. "Die Umsatzerlöse sanken um 2,8 Milliarden Euro auf 3,7 Milliarden Euro im Jahre 2020. Dies entspricht einer Veränderung von minus 43 Prozent."

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( cw/lag/hie/dpa )

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