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Hamburg: 2020 das wärmste Jahr seit Wetteraufzeichnung

| Lesedauer: 10 Minuten
Wetter in Hamburg: Am Freitag wird der vorerst letzte Hitzetag in der Hansetstadt erwartet.

Wetter in Hamburg: Am Freitag wird der vorerst letzte Hitzetag in der Hansetstadt erwartet.

Foto: Marcelo Hernandez

Noch ein Hitzetag in Sicht – dann schwingt das Wetter um. Umweltsenator Jens Kerstan informierte über die Folgen der Hitze.

Hamburg. Die Hitze in Hamburg und im Norden legt eine kleine Pause ein. Bei Höchstwerten von 25 Grad und einem Sonne-Wolken-Mix können die Menschen am Dienstag nach den extrem hohen Temperaturen in den vergangenen Tagen mal wieder durchatmen. Doch am Freitag ist erneut ein Hitzetag mit 30 Grad in Sicht – es wird jedoch der letzte im August sein. Schon am Wochenende heißt es: Tschüs Hochsommer!

Wetter: Alle aktuelle Entwicklungen am Dienstag, den 18. August im Hitzeblog:

Hamburg: 2020 das bisher wärmste Jahr seit Wetteraufzeichnung

Der August ist bis jetzt der wärmste Monat und 2020 das bisher wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 84 Jahren, wie die Umweltbehörde am Dienstag mitteilte. Und: Die Niederschlagsmenge in diesem Frühjahr war mit 79 Litern je Quadratmeter die geringste in den vergangenen zehn Jahren.

„Hamburg erlebt erneut ein Jahr der Wetterextreme", sagte Jens Kerstan. "Das sind weitere Auswirkungen des Klimawandels." Die Zahl der Hitzetage sei genauso gestiegen wie die Durchschnittstemperatur. "Hinzu kommt die Trockenheit, die besonders im Frühjahr extrem war", so Kerstan.

Wichtiger Appell des Umweltsenators an die Hamburger

Im Zusammenhang mit der lang anhaltenden Hitzewelle sprach Umweltsenator Kerstan von einem "dramatischen Geschehen". Er appelliert an die Hamburger, "sorgsam mit dem Wasser" umzugehen. In den vergangenen Tagen sei der Wasserverbrauch pro Person um ein Drittel gestiegen. Am vergangenen Freitag hatte der Wetterdienst von einer Rekord-Hitzewelle in Hamburg seit Beginn der Messungen im Jahre 1891 gesprochen.

"Jeder sollte sich fragen, ob das tägliche Wässern des Gartens wirklich notwendig ist", sagte Kerstan. Auch das tägliche Rasensprengen und Befüllen des Pools sollte hinterfragt werden. Engpässe bei der Trinkwasserversorgung gebe es noch nicht. Dennoch sollte jeder verantwortungsvoll mit dem Wasser umgehen, so Kerstan.

Umweltsenator informiert über die Hitze und den Wasserbrauch

Seit 12.45 Uhr informiert Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) in der Landespressekonferenz anlässlich des 30. Geburtstages des Nationalparks Hamburgisches Wattenmeer gemeinsam mit dem Nationalparkleiter Dr. Klaus Janke über die Entstehung, Spezielles und die Highlights aus "30 Jahren Erfolgsgeschichte". Anschließend berichtet Kerstan über den Hitzesommer und Wasserverbrauch in Hamburg.

Hamburg: Noch ein Hitzetag, dann sagt der Hochsommer Tschüs

Lüften und Durchatmen: Dazu haben die Menschen in Hamburg und ganz Norddeutschland am Dienstag Gelegenheit. Bei angenehmen 25 Grad in Hamburg, 23 Grad auf Sylt, Sonne und Wolken ist es nicht mehr ganz so heiß wie in den vergangenen Tagen. "Das Gewitterrisiko ist sehr gering", sagt der Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Und: Vorbei ist der Sommer noch nicht. "Am Mittwoch klettert das Thermometer erneut auf 28 Grad", so der Wetterexperte. Laut Deutschem Wetterdienst kann es "ganz vereinzelt" Schauer oder kurze Gewitter geben.

Nach einem Sonne-Wolken-Mix am Donnerstag und Höchsttemperaturen um die 25 Grad erwartet Hamburg am Freitag zudem ein weiterer Hitzetag. "Dann wird das Thermometer aller Voraussicht nach noch mal 30 Grad anzeigen", so Jung. "Es wird der letzte Hitzetag im August sein." Bereits am Freitagabend können heftige Gewitter aufziehen, die gleichzeitig das Ende des Hochsommers einläuten. Jung: "Ab dem Wochenende werden die Temperaturen unter 25 Grad bleiben."

Sommer 2020: Hamburg von seiner schönsten Seite

Wetter: Alle aktuelle Entwicklungen am Montag, den 17. August im Hitzeblog:

Polizei zieht Bilanz: Fast 700 Falschparker rund um Seen und Elbstrand

Die Polizei Hamburg hatte vor dem Hochsommer-Wochenende den dringenden Appell an die Hamburger gerichtet, nach Möglichkeit mit dem ÖPNV, dem Rad oder zu Fuß zu Seen und Stränden in der Stadt zu fahren – und, falls das nicht geht, darauf zu achten, die Rettungswege freizuhalten. Für einige verhallte der Appell gänzlich ungehört: Allein am Strandweg in Blankenese wurden mehr als 500 Fahrzeuge abgewiesen, die keine Durchfahrtgenehmigung hatten. Weitere 105, die es trotz fehlender Ausnahmegenehmigung mit dem Auto an den (Elb-) Strandweg zog, bekamen ein Knöllchen.

Insgesamt haben die Beamten 96 Autos abschleppen lassen und 698 Parkverstöße an Badeseen und an der Elbe festgestellt. Die bessere Nachricht: "Verstöße gegen die [Corona-] Eindämmungsverordnung wurden nicht festgestellt."

Hitzewelle schwächt sich ab – Gewitter erwartet

Nach zwölf Tagen mit Temperaturen um die 30 Grad schwächt sich die Hitzewelle im Norden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes ab. Für den Abend und die Nacht zum Dienstag werden in Hamburg und Schleswig-Holstein Gewitter mit Starkregen erwartet, wie der Wetterdienst am Montag warnte. Die Temperaturen sollen am Dienstag auf bis zu 27 Grad steigen, am Mittwoch auf maximal 25 Grad.

Am vergangenen Freitag hatte der Wetterdienst von einer Rekord-Hitzewelle in Hamburg seit Beginn der Messungen im Jahre 1891 gesprochen. Acht Tage in Folge habe die Temperatur über 30 Grad gelegen. Bis dahin galt eine Hitzewelle von sieben Tagen aus dem Jahr 1994 als Rekord. Damals war es vom 22. bis 28. Juli immer über 30 Grad heiß gewesen.

Doch am Freitag wurden an der Messstelle in Hamburg-Fuhlsbüttel nur 29,7 Grad erreicht, wie Meteorologin Franka Nawrath sagte. Damit endete der Rekord, wenngleich das Thermometer an einer anderen Messstelle in Hamburg-Neuwiedenthal 30,7 Grad anzeigte. Am Samstag und Sonntag wurden in Fuhlsbüttel wieder 31,7 Grad gemessen.

Die Baderegeln im Überblick – Achtung an Alster und Elbe

Die weiterhin sommerlich hohen Temperaturen locken viele Hamburger nicht nur an, sondern auch ins Wasser: Doch es gilt, einiges zu beachten, damit aus der Badeausflug nicht im Krankenhaus endet. Erst am Wochenende musste die Feuerwehr einen Betrunkenen aus der Elbe retten.

Hamburg: So gefährlich ist die Strömung der Elbe
Hamburg: So gefährlich ist die Strömung der Elbe

Schon vor Beginn des Hochsommers hatte die Feuerwehr mit einer spektakulären öffentlichen Vorführung gezeigt, dass selbst erfahrene Schwimmer in der Elbe schnell in Lebensgefahr geraten können. Neben dem Schiffsverkehr ist auch der Fluss selbst gefährlich: Die Strömung ist speziell in der Nähe der Fahrrinne so stark, dass man schnell von ihr mitgerissen wird. Auch die Umweltbehörde rät vom Schwimmen in Alster und Elbe ab.

  • Schon bevor man ins kühle Nass springt, sollte man für Abkühlung sorgen, sonst kann es zu Kreislaufproblemen kommen.
  • Nicht mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser gehen.
  • Nicht betrunken oder unter Drogeneinfluss ins Wasser gehen
  • Nicht in unbekannte oder trübe Gewässer springen – Untiefen oder Gegenstände unter der Wasseroberfläche können gefährlich sein
  • Nicht dort baden, wo Schiffe und Boote unterwegs sind
  • Als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser gehen – wo starke Strömungen herrschen, kann es empfehlenswert sein, sogar nur bis zu den Knien ins Wasser zu gehen
  • Luftmatratzen, Gummitiere und andere aufblasbare Schwimmhilfen bieten Nichtschwimmern keine Sicherheit – am Meer können sie bei ablandigen Strömungen und Wind sogar gefährlich werden
  • Bei Gewitter sofort das Wasser verlassen
  • Die eigenen Kräfte nicht überschätzen
  • Nur um Hilfe rufen, wenn man tatsächlich in Gefahr ist

Tschentscher segelt auf der Außenalster

Den heißen Temperaturen am Wochenende entging Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) mit einer Segeltour auf der Außenalster. Bei Twitter teilte er ein Video seines Ausflugs, das ihn im sportlichen Outfit mit Cap zeigt. "Nichts prägt das Lebensgefühl in Hamburg stärker als Alster, Elbe und Bille: Sport und Freizeit am Wasser. #HamburgSommer", schrieb er dazu.

Auch Christoph Ploß (CDU) war am Wochenende auf der Hamburger Alster unterwegs. Er teilte am Sonntag ein Foto, das ihn barfuß und mit Sonnenbrille auf einem Segelboot auf der Außenalster zeigt, auf Instagram. "Ab aufs Wasser! Das Wochenende lasse ich mit einer kurzen Auszeit auf der Alster ausklingen", schreibt Ploß dazu.

Versichertenbund warnt vor Dieben beim Baden

Viele Hamburger haben die heißen Tage am Wochenende an Hamburgs Badeseen, dem Elbstrand oder im Kaifu-Freibad verbracht. Aber auch Taschendiebe locken die Menschenmassen an. „Badegäste sollten daher besonders gut auf ihre Wertsachen achten, denn im Falle eines Diebstahls zahlt meist keine Versicherung“, warnt Bianca Boss, Pressesprecherin beim Bund der Versicherten e. V. (BdV).

Wertgegenstände wie Portemonnaie, Handy oder Handtasche gehören zwar zum Hausrat und sind auch unterwegs über die Außenversicherung der Hausratversicherung versichert, jedoch greift diese nur bei Einbruchdiebstahl oder Raub. Bei einfachem Diebstahl komme die Versicherung nicht auf, so der Bund der Versicherten.

Olaf Scholz macht "nach ereignisreicher Woche" Fahrradtour

Olaf Scholz (SPD), der vergangene Woche mit seiner Kanzlerkandidatur für Schlagzeilen sorgte, suchte am Wochenende den Ausgleich in der Natur. "Nach einer ereignisreichen Woche war ich heute mit dem Rad in Ostprignitz-Ruppin unterwegs. Schöne Tour", schrieb der Bundesfinanzminister auf Twitter und teilte ein paar fotografische Impressionen seines Ausflugs aufs Brandenburger Land.

Lesen Sie hier den Hitzeblog vom Wochenende

( coe/lag/josi )

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