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Coronavirus: 87 Patienten in Hamburg auf Intensivstationen

| Lesedauer: 21 Minuten
Coronavirus in Hamburg: Ein Labormitarbeiter des UKE wird wegen einer Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus auf der Intensivstation behandelt.

Coronavirus in Hamburg: Ein Labormitarbeiter des UKE wird wegen einer Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus auf der Intensivstation behandelt.

Foto: picture alliance/Georg Wendt/dpa

Polizei zieht Karfreitagsbilanz. Erste Lieferung von Beatmungsgeräten angekommen. Seebrücke plant Abstands-Mahnwache. Der Newsblog.

Hamburg. Auch am Osterwochenende ist das Coronavirus in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern das beherrschende Thema. Über schrittweise Lockerungen der Corona-Auflagen und Kontaktbeschränkungen beraten Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und die anderen Ministerpräsidenten der Länder erst nach dem Osternfest. Auch Ostern gilt deshalb, sich trotz des sonnigen Frühlingswetters an die Coronaregeln zu halten. Aber es gibt auch gute Nachrichten in Coronazeiten – zum Beispiel die besondere Oster-Überraschung der Hamburger Feuerwehr.

Unterdessen ist die Zahl der an Covid-19 Erkrankten in Hamburg am Freitag um 124 weitere Fälle (Vortag 148) auf insgesamt 3642 gestiegen, die Zahl der Coronatoten hat sich laut Gesundheitsbehörde auf 38 (Vortag 33) erhöht. 87 Coronapatienten liegen in Hamburg auf einer Intensivstation – am Vortag waren es 79.

Coronavirus – alle Entwicklungen im Newsblog des Hamburger Abendblatts:

Corona-Verfügungen: Ruhiger Karfreitag im Norden

In Hamburg und Schleswig-Holstein wurden bei sonnigem, aber kühlem Wetter am Karfreitag kaum Ausflügler gesehen. Auf den Straßen war es ruhig, lediglich der Weg rund um die Außenalster war etwas lebhafter besucht, teilte die Polizei Hamburg mit. Zu nennenswerten Verstößen gegen die Corona-Einschränkungen kam es nicht.

Auch in Schleswig-Holstein lagen der Polizei keine Erkenntnisse über nennenswerte Verstöße gegen die Corona-Regeln vor. Die Autobahnen waren weitgehend leer. Schleswig-Holstein hat die Einreise zu touristischen Zwecken untersagt.

Corona-Konzert live: Arien von Bach, Mozart und Beethoven

Bach, Mozart, Beethoven - Arien im Allee Theater

Im Rahmen unserer „Digitalen Kulturreihe“ haben am Karfreitag um 21 Uhr Natascha Dwulecki (Sopran) und ihr Kollege Titus Witt (Bariton) gesungen. Zu hören gibt es Oratorien, Geistliches und Oper – von Bach, Beethoven, Mozart. Am Klavier begleitet Ettore Prandi, musikalischer Leiter der Kammeroper. Natürlich stand auch etwas aus der Matthäuspassion zum Anlass auf dem Programm.

Alle bisherigen Folgen der Digitalen Kulturreihe können Sie hier abrufen

Corona: Seebrücke Hamburg plant Abstands-Mahnwache

Die Seebrücke Hamburg hat am Freitag eine große Abstands-Mahnwache für die sofortige Evakuierung der griechischen Lager am 18. April angekündigt. Eine entsprechende Anmeldung mit detaillieren Angaben, wie der Infektionsschutz bei der Aktion gewährleistet wird, werde der Polizei unmittelbar nach dem Osterwochenende übermittelt, teilte der Verein mit.

„Die Ankündigung der Bundesregierung statt der bis zu 40.000 Schutzbedürftigen gerade einmal 50 aufnehmen zu wollen, steigert unsere Empörung nochmals“, sagte Christoph Kleine von der Seebrücke Hamburg. "Stattdessen erwarten wir dringend, dass allein in Hamburg mehrere Hundert Menschen aus Moria ankommen."

Auf Grundlage der Ankündigung von Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) erwarte die Seebrücke nun Kooperation statt Total-Verbote. „Wir denken an eine Mahnwache rund um die Binnenalster", so Kleine. "In einem Abstand von drei Metern können dort etwas mehr als 500 Menschen teilnehmen." Zudem fordert die Seebrücke, dass alle Bußgeldverfahren gegen protestierende Menschen, die sich an alle Abstandsregeln gehalten hätten, unverzüglich eingestellt werden.

Erste Lieferung von Beatmungsgeräten in Hamburg angekommen

Am späten Donnerstagabend ist die erste Lieferung von Beatmungsgeräten – 74 Stück – in Hamburg angekommen. Darunter sind 16 Geräte für Patienten, die nicht mehr selbständig atmen können, und 58 Beatmungsgeräte, die Patienten bei der Atmung unterstützen können, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Eine Lieferung von sogenannten „High End Intensiv Beatmungsgeräten“ und Patientenmonitoren ist vom Bund für die kommende Woche angekündigt worden.

Den Angaben zufolge gehen die Geräte zunächst an die Kliniken, die bereits in größerem Umfang Covid-19-Fälle versorgen und dringenden Bedarf an Beatmungsgeräten angemeldet haben. "Voraussetzung ist, dass die Geräte auch mit den bereits vorhandenen ITS- und Beatmungssystemen kompatibel sind", teilte die Behörde mit. Deshalb kommen die Geräte, die Patienten invasiv beatmen, in erster Linie in die sechs Hamburger Asklepios Kliniken und das Katholische Marienkrankenhaus.

Coronavirus: Behörde meldet 124 neue Infizierte in Hamburg

Wie die Gesundheitsbehörde am Freitag mitteilte, verzeichnet Hamburg seit gestern 124 neue Corona-Fälle. Damit ist die Zahl der in Hamburg an Covid-19 Erkrankten auf 3642 angestiegen. Am Vortag hatte es 148 neue Corona-Fälle gegeben und insgesamt war die Zahl auf 3518 Infizierte gestiegen.

Nach aktuellem Stand befinden sich derzeit 264 Hamburger (Vortag 260 Patienten) wegen des Coronavirus in Krankenhäusern, davon liegen 87 Personen auf Intensivstationen (Vortag 79). Eine neue Schätzung zu Genesenen hat die Gesundheitsbehörde heute nicht veröffentlicht.

Nach den Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Hamburg 53 Personen mit einer Covid-19-Infektion verstorben. Laut Angaben des Instituts für Rechtsmedizin konnte bei 38 Personen die Covid-19 Infektion als todesursächlich festgestellt werden, teilte die Behörde am Freitag mit. Am Vortag waren es fünf Corona-Tote weniger. Zum Hintergrund der Zählweise der Todesfälle: Das RKI listet alle Todesfälle mit dem Nachweis einer Coronavirus-Infektion auf. In Hamburg werden alle Todesfälle mit Corona-Infektion durch das Institut für Rechtsmedizin begutachtet. Dadurch wird medizinisch differenziert nachgewiesen, welche nicht nur mit, sondern ursächlich durch eine Covid-19-Erkrankung gestorben sind.

Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde:

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum und halten Sie Abstand von mindestens 1,50 Metern zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Corona in Hamburg: Cornelia Poletto kocht um 16 Uhr live

Wer der Hamburger Star-Köchin mal über die Schulter schauen möchte, hat heute am Karfreitag die Gelegenheit dazu: Poletto wird um 16 Uhr live auf Instagram kochen. In Coronazeiten findet so der ein oder andere vielleicht noch eine Anregung für sein Ostermenü.

Corona: Oberhafen-Kantine öffnet alte Kaffeeklappe

Wegen der Corona-Pandemie geht die Oberhafen-Kantine in Hamburg 100 Jahre zurück – zurück in die Zeit der Kaffeeklappen. Von diesen ist die Oberhafen-Kantine heute die einzige real bewirtschaftete – abgesehen von der im Hafenmuseum, schreiben die Betreiber des kleinen schiefen Häuschens an der Stockmeyerstraße.

In dieser Woche hat die Oberhafen-Kantine bereits einen Testlauf mit der Kaffeeklappe gestartet. "Die Testtage in dieser Woche verliefen bisher schon recht gut", heißt es vonseiten des Restaurants. "Und vor allem hatten wir sehr, sehr viele glückliche und hocherfreute Gäste." Man wolle in der kommenden Woche von Dienstag bis Freitag auf jeden
Fall weitermachen. Und auch am Ostersonnabend und Ostersonntag ist die Kaffeeklappe jeweils von 12 bis 15 Uhr geöffnet.


Sechs neue Corona-Fälle im Landkreis Lüneburg

Seit Freitag gibt es im Landkreis Lüneburg sechs weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen – damit liegt die aktuelle Zahl der gemeldeten Fälle bei 140. Eine Person befindet sich wegen Covid-19 in stationärer Behandlung im Klinikum Lüneburg und eine Person in der Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg. Die Zahl der Genesenen ist gegenüber dem Vortag unverändert: Insgesamt haben 71 Menschen aus dem Landkreis Lüneburg, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, die Corona-Infektion überwunden.

Corona im Norden: Regierung und Sozialpartner rücken zusammen

Die Landesregierung, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Nord und die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord) haben sich in der Coronakrise zu einer engen Zusammenarbeit bekannt. Gemeinsames Ziel aller Sozialpartner sei es, Unternehmen und Arbeitsplätze zu schützen, heißt es in einer am Freitag in Kiel verbreiteten Mitteilung der Landesregierung. Vereinbart sei ein wöchentlicher Meinungsaustausch, in den auch die Industrie- und Handelskammern, die Handwerkskammern sowie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) einbezogen seien.

Verabschiedet wurde eine gemeinsame Erklärung. „Wir senden damit ein wichtiges Signal an alle Unternehmen und ihre Beschäftigten“, teilte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) mit. Es gehe um zügige, zielgerichtete und transparente Lösungen, die schnell in den Unternehmen und bei den Beschäftigten ankommen. Der Austausch mit allen Sozialpartnern sei daher auch in den kommenden Wochen notwendig, um die Fragen und alle Herausforderungen gemeinsam zu besprechen und zu klären.

Coronavirus – die Bilder zur Krise: