Hamburger Hafen

Grüne fordern Landstrompflicht für Kreuzfahrtschiffe

Katharina Fegebank und Anjes Tjarks bei steifer Brise am Anleger Elbphilharmonie: Sie fordern Landstrompflicht für Kreuzfahrtschiffe.

Katharina Fegebank und Anjes Tjarks bei steifer Brise am Anleger Elbphilharmonie: Sie fordern Landstrompflicht für Kreuzfahrtschiffe.

Foto: Andreas Laible

Motoren sollen im Hafen nicht mehr für Stromversorgung laufen dürfen. Umsetzung bis 2025 angekündigt.

Hamburg. Die Grünen haben die Forderung aus ihrem Wahlprogramm bekräftigt, dass Kreuzfahrtschiffe künftig im Hafen an die Landstromversorgung verpflichtend angeschlossen werden sollen. Damit soll verhindert werden, dass sie ihre Motoren auch während der Liegezeiten laufen lassen, um so die Stromversorgung an Bord sicherzustellen.

„Wir haben dafür gesorgt, dass Klimaschutz nun als Staatsziel in der Hamburgischen Verfassung steht. Und das nehmen wir sehr ernst“, sagte Grünen-Bürgermeisterkandidatin Katharina Fegebank. „Wir wollen nun die Landstrompflicht für Kreuzfahrtschiffe einführen und dies in der kommenden Legislatur konkret umsetzen. Das ist eine gute Nachricht für alle Menschen, die in Hafennähe wohnen. Eine Landstrompflicht ist nicht nur gut für den Klimaschutz, sondern wir stärken damit auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Hafens. Denn die Zeichen der Zeit stehen auch bei den Reedereien der Kreuzfahrtschiffe auf Umweltschutz.“

2019 liefen 210 Kreuzfahrtschiffe den Hamburger Hafen an

Allein 2019 hätten 210 Kreuzfahrtschiffe Hamburg angelaufen, sagte Grünen-Fraktionschef Anjes Tjarks. „Der Landstromanschluss in Altona wird noch auf freiwilliger Basis genutzt. Wir wollen einen ersten Schritt weitergehen und sagen: Schluss mit laufenden Motoren während der Liegezeiten. Wir wollen die Kür nun zur Pflicht machen und auch in Steinwerder und in der HafenCity Landstromanschlüsse für Kreuzfahrtschiffe installieren.“ Innerhalb der nächsten Wahlperiode sollten so alle Kreuzfahrtschiffe, die Hamburg anlaufen, verpflichtend Landstrom nutzen. „Ich bin mir sicher, dass uns dies gelingen wird“, so Tjarks. „Denn auch für die Kreuzfahrtindustrie gilt: Nachhaltigkeit ist ein zentraler Marktfaktor geworden.“

Die Kreuzfahrtbranche habe das Potenzial, auch durch die Forderung ihrer Kundschaft nach ressourcenschonendem Tourismus zur Treiberin bei der Entwicklung neuer Antriebssysteme zu werden, heißt es bereits im Grünen-Wahlprogramm. "Wir wollen daher in den Dialog mit den Betreiber*innen gehen, um eine ökologische Entwicklung zu forcieren. Und wir wollen das Augenmerk auch auf den sozialen Bereich im Tourismus richten. Die Branche ist sehr dienstleistungsintensiv, und wer in der Hamburger Tourismuswirtschaft tätig ist, soll den Job unter anständigen Bedingungen ausführen können, zu einer angemessenen Bezahlung und in gesicherten Strukturen."