Tagesschau-Moderatorin

Judith Rakers sagt Moderation bei Semperopernball ab

Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers sagte der Semperoper ab. Den Ball 2020 wird sie nicht moderieren.

Tagesschau-Sprecherin Judith Rakers sagte der Semperoper ab. Den Ball 2020 wird sie nicht moderieren.

Foto: dpa

Erklärung der Hamburger Moderatorin bei Twitter. Trotz der Absage von Judith Rakers will ein prominenter Schlagersänger kommen.

Dresden/Hamburg. Das ist konsequent: Die Hamburger Tagesschau-Sprecherin und NDR-Moderatorin Judith Rakers (44) hat nach einer umstrittenen Ehrung für Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi die Moderation beim Dresdner Semperopernball abgesagt. „Als SemperOpernball respektieren wir den Wunsch von Judith Rakers. Wir haben in ihrer Rolle als Tagesschau-Sprecherin volles Verständnis dafür“, teilte das Ball-Presseteam mit.

Judith Rakers hatte zuvor getwittert: „Ich habe den Ballverein bereits am Montag um Auflösung des Moderations-Vertrages gebeten und warte noch immer auf Zustimmung.“

Judith Rakers bei Twitter

Schlagersänger Roland Kaiser dagegen wird den Ball am 7. Februar wie geplant moderieren. Er erklärte am Montagabend bei Facebook mit Blick auf die Ehrung für Al-Sisi allerdings: „Hätte ich vorab davon erfahren, hätte ich meine Teilnahme an der Veranstaltung nicht zugesagt.“

Er habe sich nun für die Moderation entschieden, um zu zeigen, „dass das Herz des SemperOpernballs für Pluralismus, Meinungs- und Pressefreiheit, Toleranz, Freiheit und Demokratie schlägt“.

Semperoper ehrt umstrittenen Staatschef Al-Sisi

Der Opernballverein hatte Al-Sisi am Sonntag trotz Protesten in Kairo einen seiner St.-Georgs-Orden überreicht - in der Kategorie Politik und Kultur. Der frühere General und Armeechef war 2013 nach einem Militärputsch an die Macht gekommen und 2014 als Präsident vereidigt worden. Seitdem geht er hart gegen Oppositionelle und Kritiker vor, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sind stark eingeschränkt.

Rakers und Kaiser hatten sich am Dienstag „irritiert“ über die Verleihung gezeigt. Ballvereins-Chef Hans-Joachim Frey entschuldigte sich außerdem: „Die Verleihung war ein Fehler.“ Die Auswahl hatte er damit gerechtfertigt, dass der Ball eine kulturelle und keine politische Veranstaltung sei.