Psychiatrie

Ausschuss befasst sich mit Tod von UKE-Patienten

Der Haupteingang des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Der Haupteingang des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.

Foto: Michael Rauhe

Der 34-jährige William T. war von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes gewaltsam fixiert worden. Umstände sind weiterhin nicht geklärt.

Hamburg. Der Fall sorgte für Entsetzen und Empörung: Im April dieses Jahres starb der 34 Jahre alte Patient William T., nachdem er von Sicherheitskräften im UKE fixiert worden war. Die genauen Umstände des Vorfalls sind weiterhin nicht geklärt. Am Donnerstagabend befasste sich jedoch der Wissenschaftsausschuss der Bürgerschaft mit dem Tod des Mannes und dem Umgang mit Psychiatrie-Patienten am UKE.

Direkt nach dem Vorfall waren Videosequenzen aufgetaucht, in dem mehrere Zeugen davon berichten, dass der 34-jährige Kameruner William T. vom Sicherheitspersonal der Klinik bei einer Fixierung gewalttätig angegriffen worden sei. Bereits damals wurde auch eine Überprüfung der Abläufe angekündigt.

William T. starb an Herzversagen

Nach Abendblatt-Informationen ergab die Obduktion, dass der Leichnam William T. auch Spuren körperlicher Gewalt aufwies, diese jedoch sehr wahrscheinlich nicht ursächlich für seinen Tod waren. Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft starb William T. demnach an einer „sauerstoffmangelbedingten Hirnschädigung infolge eines Herzversagens“.

Es konnte aber weder eine äußere Todesursache, ein Herzversagen infolge der unmittelbaren Aufregung in der Situation noch eine andere Todesursache ausgeschlossen werden. Es wurden deshalb weitere Gutachten in Auftrag gegeben, das Ermittlungsverfahren gegen die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ist weiterhin offen.

Für die Ermittler und Abgeordneten ist auch die Frage wichtig, ob es rechtmäßig war, den Mann zu fixieren und William T. unter extremen Stress zu setzen. Dies kann im Ermessen des Pflegepersonals und auch der Sicherheitsleute einer psychiatrischer Station liegen, wenn ein Patient eine akute Gefahr für sich oder andere darstellt. Die fehlende Bereitschaft, sich zu behandeln lassen, reicht als Anlass dagegen nicht.

( crh )

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