Volksdorf

Weil ein Raum fehlt: Waldkindergarten vor dem Aus

Die Waldkita Buckhorn sucht dringend einen Raum.

Die Waldkita Buckhorn sucht dringend einen Raum.

Foto: Sonya Osmy

Auf dem Grundstück gibt es noch Platz für einen Raum. Aber Behörde lehnt bislang ab. Die Eltern sind "fassungslos und traurig".

Hamburg. Sie sind viel draußen. Aber manchmal müssen die 20 Kinder der Waldkita Buckhorn in Volksdorf doch in einen sicheren Raum – bei Sturm oder wenn sie bei Kälte Laternen basteln. Jetzt steht der Waldkindergarten vor dem Aus, weil die Einrichtung ihren Raum verliert. Vor sieben Tagen bekamen die Eltern die Nachricht, dass sie sich eine neue Kita suchen müssen.

Sonya Osmy ist verzweifelt, ihre Tochter Safyia soll in eine andere Kita wechseln: „Wir Eltern sind fassungslos und traurig.“ Die an die Grundschule Buckhorn angeschlossene Kita muss nach 14 Jahren geschlossen werden, wenn sich nicht bald ein Baugrundstück oder ein geeigneter Raum finden. „Die Schule benötigt die Räume jetzt selbst, da eine weitere nunmehr vierte 1. Klasse zum laufenden Schuljahr aufgenommen wurde – und wir der Schulpflicht natürlich gerecht werden müssen“, sagt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde.

Waldkinder brauchen einen Unterschlupf

„Wir hatten unseren Gruppenraum auf dem Gelände der Schule. Diesen mussten wir bereits zum Beginn des Schuljahres räumen, weil die Grundschule Platz brauchte“, so Sonya Osmy. Immerhin dürfen die Kitakinder dank des Entgegenkommens der Grundschule vorläufig in einen Klassenraum ausweichen – das war nur eine Übergangslösung. „Wir hatten schon einmal die Situation, dass es vormittags eine Sturm­warnung gab und die Kitakinder dann mucksmäuschenstill mit der Grundschulklasse in dem Klassenraum sein mussten“, so Osmy. Die Waldkinder brauchen dann einen Unterschlupf, wenn sie aufgrund von Sturm nicht in den Wald dürfen oder wenn ein Erzieher ausfällt. Denn ein Pädagoge allein nicht mit den Kleinen in den Wald. Nachmittags benötigen sie immer einen Raum.

Der Kitaträger, der Hamburger Schulverein, sucht nun nach einem Grundstück oder einer passenden Immobilie. Bislang erfolglos. Sonya Osmy: „Das Unfassbare: Sowohl auf dem Gelände der Schule als auch gegenüber gibt es geeignete Plätze, an denen der Träger gern Raum für die Kinder bauen würde – diese Flächen müssten aber von der Schulbehörde freigegeben werden. Auch ein Container würde ausreichen.“ Die Behörde aber stelle sich quer.

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Von Behördensprecher Albrecht heißt es indes: „Wir werden erstmal prüfen, ob wirklich alle Raumreserven vor Ort ausgeschöpft sind. Wenn dies der Fall sein sollte, müssten wir schauen, ob ein mobiles Klassenzimmer oder eine temporäre Lösung für eine Gruppe möglich ist. Wir gehen davon aus, dass für eine Gruppe – also dem bisherigen Bedarf – eine Lösung gefunden werden kann.“ Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) erklärte: „Unser Landesbetrieb Schulbau Hamburg ist mit dem Kitabetreiber Hamburger Schulverein im Gespräch, um zu einer Lösung der Standortfragen zu kommen. Für diesen und ähnliche Fälle gilt: Wir müssen Schul- und Kitabedarfe vernünftig zusammendenken!“

Unterstützung bekommen Eltern und Kinder auch von der CDU. „Die Waldkita leistet eine sehr gute Arbeit, das Angebot muss erhalten bleiben. Wir setzen uns dafür ein, dass der Träger an der Schule oder in der Nähe bleiben kann“, sagt der Bürgerschaftsabgeordnete Thilo Kleibauer.

Auch die Grünen sagen Unterstützung zu: "Wir setzen uns für den Erhalt des naturnahen Kindergartens Buckhorn ein, weil es nicht hinnehmbar ist, dass heute überhaupt eine Kita aufgrund mangelnder Räumlichkeiten nicht bestehen bleibt", sagt Maryam Blumenthal, Kreisvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen in Wandsbek. "Überall sind Kita-Plätze knapp und hier haben wir zudem eine Einrichtung, die nicht nur durch ihr Naturkonzept den Geist der Zeit trifft, sondern durch die räumliche Ankopplung an die Grundschule eine wunderbare Vernetzung der beiden Bildungsorte Kita und Schule herstellt."