Langjähriger DGB-Chef

Hans Saalfeld – eine Hamburger Institution ist tot

Hans Saalfeld, langjähriger Hamburger  SPD-Abgeordneter und DGB-Chef in Hamburg, starb in der Nacht zum 29. Oktober 2019.

Hans Saalfeld, langjähriger Hamburger SPD-Abgeordneter und DGB-Chef in Hamburg, starb in der Nacht zum 29. Oktober 2019.

Foto: Privat

Er war fast 20 Jahre lang DGB-Chef in Hamburg, 25 Jahre lang Abgeordneter der Bürgerschaft – und gut mit Helmut Schmidt bekannt.

Hamburg.  Er war fast 20 Jahre lang Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Hamburg, gehörte als SPD-Abgeordneter 25 Jahre lang der Bürgerschaft an, war 13 Jahre lang deren Vizepräsident und gut mit Helmut Schmidt bekannt – mit dem ihn auch der Wohnort Langenhorn verband: Hans Saalfeld war in Hamburg eine Institution, nicht nur für Gewerkschafter und Sozialdemokraten. In der Nacht auf Montag ist er im Alter von 91 Jahren in seiner Geburtsstadt verstorben, wie der DGB mitteilte.

„Hans Saalfeld hat sich sein Leben lang für die Interessen der Beschäftigten eingesetzt, für den Erhalt von Arbeitsplätzen in Hamburg, die 35-Stunden-Woche und das Bildungsurlaubsgesetz. Für dieses herausragende Engagement gebührt ihm unser aller Respekt“, sagte Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger.

Hans Saalfeld kämpfte gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung

In seiner Zeit als DGB-Vorsitzender von 1969 bis 1988 habe er es stets verstanden, den Gedanken der Einheitsgewerkschaft mit Leben zu füllen und die Gewerkschaftsbewegung mit seinen Überzeugungen hinter sich zu sammeln. „Seine Solidarität galt allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, ganz gleich aus welcher Branche“, so Karger. „Für ihre Interessen setzte er sich auch in vielen Funktionen bei der SPD ein. Aus einer Arbeiterfamilie stammend, die in der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft schweren politischen Verfolgungen ausgesetzt war, hatte der Kampf gegen Rechtsextremismus und Ausgrenzung für ihn eine sehr hohe Bedeutung.“

Erst im vergangenen Jahr hatten sowohl der DGB als auch die SPD-Bürgerschaftsfraktion anlässlich Saalfelds 90. Geburtstag zu Empfängen geladen. Dabei habe er gezeigt, „wie sehr ihn noch Fragen der sozialen Gerechtigkeit und Arbeitsmarktpolitik umtrieben“, so Karger.

Hans Saalfeld – ein Mann der ersten Stunde für die Demokratie

Der SPD-Abgeordnete Wolfgang Rose, selbst viele Jahre Ver.di-Vorsitzender in Hamburg, hatte Saalfeld damals einen Mann der ersten Stunde für die Demokratie und die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen gewürdigt: „Hans Saalfeld ist uns ein Vorbild im Kampf für die Freiheit und gegen den Rechtsextremismus. Sein Satz ‘Wer die Freiheit nie verloren hat, wird nie ermessen können, wie schwer es ist, sie zurückzugewinnen’, ist gerade heute angesichts der aktuellen Entwicklungen besonders bedeutsam“, sagte Rose seinerzeit. Saalfeld hatte der Bürgerschaft von 1966 bis 1991 angehört, war von 1972 bis 1978 stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion und von 1978 bis 1991 Vizepräsident des Hamburgischen Landesparlamentes.

Silke Kettner, Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Region Hamburg-Elmshorn, deren Vorsitzender Saalfeld ebenfalls viele Jahre war, sagte am Dienstag: „Richtig gut, dass wir einen wie Hans Saalfeld in unseren Reihen hatten. Sein jahrzehntelanges Engagement für die Gewerkschafts- und die Arbeiterbewegung und sein Einsatz gegen Krieg und Faschismus waren einzigartig. Wir werden ihn als Vorbild in Erinnerung behalten und in jedem Fall sehr vermissen.“