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Kolumne: Dirndl und Lederhosen für einen guten Zweck

Tracht steht den Hamburgern: Unternehmer Alexander Otto (v. l.), Herzchirurg Hermann Reichenspurner, Dorit Otto, Mäzen Ian Kiru Karan und Frau Barbara feierten gemeinsam mit Barkassenunternehmer Hubert Neubacher  ein zünftiges Oktoberfest am Speersort.

Tracht steht den Hamburgern: Unternehmer Alexander Otto (v. l.), Herzchirurg Hermann Reichenspurner, Dorit Otto, Mäzen Ian Kiru Karan und Frau Barbara feierten gemeinsam mit Barkassenunternehmer Hubert Neubacher ein zünftiges Oktoberfest am Speersort.

Foto: Thorsten Ahlf

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Vorblicke auf Veranstaltungen – und alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Während in München die Oktoberfest-Zelte schon längst abgebaut sind, ließen es rund 550 Hanseaten im Hofbräu Wirtshaus am Speersort noch mal richtig zünftig in Dirndl und Lederhosen krachen. Jonica Jahr-Goedhart und Barbara Karan hatten erstmals gemeinsam zur Benefiz-Gaudi zugunsten des „Fördervereins Universitäres Herzzentrum Hamburg“ geladen. „Da ich ein absoluter Wiesn-Fan bin und dort häufig Hamburger treffe, kam mir die Idee, dass wir nach zwölf Jahren mal den Ort und das Format unserer Charity-Veranstaltung wechseln“, sagte Jonica Jahr-Goedhart schick geschnürt im grünen Dirndl. Das Konzept ging voll auf - Johannes B. Kerner moderierte gut gelaunt im Karohemd. Moderatorin Verona Pooth war da, Pianist Sebastian Knauer ebenso wie Friseurin Marlies Möller, HSV-Präsident Marcell Jansen, Unternehmerin Christina Block sowie Sportjournalist Gerhard Delling, der mit Ex-Fußballprofi Günter Netzer am Tisch saß. Gemeinsam zogen sie die Gewinnlose für die Tombola. Ein Höhepunkt war der Auftritt des Herzchirurgen Prof. Hermann Reichenspurner, der in Krachlederner und Seppelhut „Marmor, Stein und Eisen bricht“ intonierte. „Bei einer Herzoperation bin ich weniger angespannt“, sagte er nach seinem Auftritt strahlend. Die Anstrengung hat sich gelohnt: 205.000 Euro Erlös brachte die Gaudi zugunsten des Herzzentrums, dazu kommt noch eine sagenhaft großzügige Spende von 1,3 Millionen Euro des Ehepaares Dorit und Alexander Otto, die zu den Tanzwütigen des gelungenen Abends gehörten.


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Wie ein perfektes Fest aussieht, das erlebten rund 250 Personen am Donnerstag in der Kulturkirche Altona. Nadine Metgenberg, Gründerin und CEO von Fine Wedding & Parties, feierte ihr Debüt als Buchautorin („Das Hochzeitsbuch. Alles, was ihr für euren großen Tag wissen müsst“). Liveband, Lichtershow, Blumen-Deko, Cocktailbar, Catering, Shuttle-Service, Champagner – „die lässt es richtig krachen!“, stellte ein Gast beeindruckt fest. Moderatorin Sarah Richmond, frisch verlobt mit BVB-Fußballprofi Julian Weigel, gratulierte Metgenberg und holte sich direkt den einen oder anderen Tipp von der Expertin für die eigene anstehende Hochzeit ab. Auch Phonglan und Jan Hofer waren in Partylaune: „Ich habe die Gelegenheit genutzt, mein Hochzeitskleid noch mal anzuziehen. Und ich fühle mich jetzt fast wie bei meiner eigenen Hochzeit“, schwärmt Phonglan Hofer. Moderiert wurde der Abend von Rebecca Mir, die später mit ihrem Mann Massimo Sinato die Tanzfläche eröffnete.


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In dieser Woche wurde in der Hansestadt eine außergewöhnliche Aktion gestartet, eine Spielzeugsammlung für bedürftige Hamburger Kinder und für Kinder aus Flüchtlingsfamilien. Den Startschuss für die Sammelaktion gab Moderator Steffen Hallaschka auf dem Recyclinghof Wilma-Witte-Stieg – zusammen mit dem Geschäftsführer der Stadtreinigung Hamburg (SRH), Holger Lange, Daniel Fürstenberg (Hamburger Toys Company) und Rolf Weber vom Weissen Ring. Noch bis zum 30. November sammeln alle Recyclinghöfe und die zwei Filialen des SRH-Gebrauchtwarenkaufhauses Stilbruch Spielzeug von Hamburgern. Arbeitslose Männer und Frauen aus der Hansestadt arbeiten bei der Hamburger Toys Company das Spielzeug wieder auf und verteilen es an bedürftige Familien. „Ich unterstütze die Aktion sehr gerne, weil sie ein besonders schönes Beispiel für Nachhaltigkeit ist. So einfach kann es sein, Glück zu verschenken“, sagte der Moderator. Holger Lange von der Stadtreinigung ergänzte: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf den Recyclinghöfen freuen sich, so viel Spielzeug wie möglich entgegenzunehmen, um an den Rekord vom letzten Jahr heranzukommen.“

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Babyfreuden bei der CDU. Der Bürgerschaftsabgeordnete und Wirtschaftsexperte David Erkalp und seine Frau Janet erwarten ihr viertes Kind. Die Tochter soll im Januar, also mitten in der heißen Phase des Bürgerschaftswahlkampfs, geboren werden. Das verriet Erkalp auf der Feier von Rechtsanwalt Heiko Hecht, der anlässlich seiner Ernennung zum Honorarkonsul von Armenien in den Anglo-German Club eingeladen hatte. Aus diesem Anlass war extra der armenische Botschafter aus Berlin, Ashot Smbatyan, angereist. Zu den Gästen zählten auch viele Konsuln, darunter Reeder Hermann Ebel (Luxemburg) und Kourosh Pourkian (Tadschikistan) sowie Gerd-Winand Imeyer (Bulgarien).

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Seit jeher halten Hardrock und Bier zusammen wie Pech und Schwefel, nicht von ungefähr ergänzen zahlreiche Rock- und Metalbands ihr Fanartikel-Angebot um Pilsener, Wein und Spirituosen. So gibt es bereits das „Iron Maiden Trooper Bier“ oder Weine wie den „Back In Black“-Shiraz (AC/DC), „Forty Licks“-Merlot (Rolling Stones) oder „Reign In Blood“-Cabernet Sauvignon (Slayer). Auch die Scorpions geben einen aus: Nachdem die Hannoveraner Hardrocker bereits im Frühjahr ihren „Rock’n’Roll-Star“-Whiskey vorstellten, präsentierten Sänger Klaus Meine (71) und seine Gitarrenkollegen Rudolf Schenker (71) und Matthias Jabs (63) im Hamburger Hard Rock Café ihr eigenes „Scorpions“-Bier. Bevorzugte die Band auf der Plattenhülle von „Animal Magnetism“ 1980 noch schnödes „Carlsberg Lager“ aus der Dose, so hat jetzt die ABK Aktienbrauerei Kaufbeuren ein leichtes, sehr süffig-sommerliches Allgäuer Pale Ale für Deutschlands Rock-Exporteure gebraut. „Das ist ein schönes Helles, das eiskalt nach einem Scorpions-Konzert oder zu Hause beim DVD-Gucken reinzuziehen sicher eine runde Sache ist“, war Klaus Meines Fazit nach einem ersten Schluck aus der Pulle.

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Die vor fünf Jahren gegründete Stiftung Kulturglück freut sich über einen prominenten Schirmherrn. Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni hat die Aufgabe übernommen. „Das ist das schönste Geschenk zum Jubiläum. Ingo Zamperoni kann unserer Stiftung außergewöhnliche und neue Impulse geben, wir hätten uns keinen geeigneteren Schirmherren vorstellen können“, sagen die Vorstände Nicola Verstl und Andrea Wasmuth. Zamperoni, selbst Vater von drei Kindern, ist von dem Engagement der Stiftung begeistert. „Über meinen Beruf bin ich in vielen Ländern der Welt unterwegs; immer wieder hat sich gezeigt, dass die nachhaltigste Verbindung zwischen Menschen über die Vermittlung der Kulturen passiert.“ Er wolle sich gern unterstützend einbringen, „damit die Arbeit auch in Zukunft erfolgreich weitergeführt und ausgebautwerden kann“. Am 27. November feiert die Stiftung ihr Jubiläum in der Hamburger Kunsthalle.

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Bis in die Nacht hinein shoppen und das noch zusammen mit jeder Menge Promis. Wer träumt nicht davon. Das Alstertal-Einkaufszentrum (AEZ) hat diesen Traum für viele Hamburger wahr gemacht. Bis 23 Uhr konnte eingekauft werden, was das Zeug hält. Dazu gab es jede Menge Events in dem Center. Wie etwa die Aktion „Style Deinen Star“, bei der sich die Schauspielerinnen Christine Neubauer, Nina Bott und Sila Sahin von einem Fan einkleiden ließen und das Ergebnis bei einer Modenschau präsentierten – moderiert von Hardy Krüger jr. Dazu gab es einen Liveauftritt der DSDS-Gewinnerin Aneta Sablik. Das abwechslungsreiche Programm scheint Eindruck gemacht zu haben, zumindest standen viele Prominente auf der Gästeliste, unter anderem Schauspieler Patrick Bach, Sabia Boulahrouz und Tänzerin Isabel Edvardsson.


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Bereits vor der offiziellen Durchsage hatte sich in der Thalia-Buchhandlung in der Europa Passage eine kleine Schlange gebildet. Sara Nuru sollte kommen, um ihr Buch „Roots“ zu signieren. Nuru wurde durch die Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ bekannt, die sie mit 19 Jahren als erste dunkelhäutige Kandidatin gewann. Aus der Tochter äthiopischer Einwanderer ist inzwischen eine Unternehmerin geworden, die mit ihrer Schwester zusammen ein Kaffee-Unternehmen betreibt und äthiopischen Frauen mit Mikrokrediten hilft, ein unabhängiges Leben aufzubauen. „Ich habe mich mit der Modebranche versöhnt. Früher war ich nur schönes Beiwerk, nun habe ich mir ein richtiges Business aufgebaut und kann anderen helfen“, sagt Sara Nuru, die heute umso lieber zu Foto-Shootings geht. „Kaffee hat mein Leben verändert.“

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„Manchmal denke ich, ein kleines Skandälchen wäre gut, damit unsere Arbeit noch mehr wahrgenommen wird“, sagte Professor Norbert Aust, Vorsitzender des Vereins Hamburger Theater, in seiner Eröffnungsrede anlässlich der Verleihung des Theaterpreises Hamburg – Rolf Mares.So ein Aufreger ist aber vermutlich gar nicht nötig, beeindrucken die kreativen Höchstleistungen der Kulturschaffenden doch auch so, wie die geladenen Gäste, darunter Ballett-Ikone John Neumeier mit Ehemann Professor Dr. Hermann Reichenspurner, die Schauspieler Gustav Peter Wöhler, Sandra Keck und Sandra Quadflieg sowie Ex-Bildungssenatorin Christa ­Goetsch mit Ehemann Karlheinz, im Ohnsorg-Theater in Anwesenheit nahezu aller Intendanten der Hamburger Spielstätten (u.a. Amelie Deuflhard, Georges Delnon, Isabella Vértes-Schütter, Karin Beier) erleben durften. Politisch bissig und unterhaltsam führte Kabarettist Michael Frowin vom Theaterschiff durch die Preisverleihung, für Musik sorgten die Matrosen der Band Albers Ahoi. Ein Thema des Abends: die witzige und zugleich intellektuell tiefgreifende Rede von Kultursenator Carsten Brosda. Oder wie Schauspielerin Anika Mauer, eine der in diesem Jahr Geehrten, von der Bühne herunter sagte: „Und, Herr Senator, was für eine Rede! Wahnsinn.“ Ohnsorg-Intendant Michael Lang stellte zum wiederholten Male sein Haus für die Preisverleihung zur Verfügung.

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Die Hamburger Gesellschaft hat eine neue Adresse, um sich kosmetisch behandeln zu lassen: Anna Brandenburg ist die Hautärztin, der viele Hamburger vertrauen. Jetzt in neuen Praxisräumen an der Heilwigstraße in Harvestehude, die die 39-Jährige am Sonnabend eröffnet. 200 Prominente und Nicht-Prominente sind zur Eröffnungsfeier in der dermatologischen Privatpraxis geladen. Aber: „Diskretion ist in meinem Beruf natürlich Ehrensache“, sagt Anna Brandenburg.