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Hamburg-Kolumne: Die Hansestadt feiert sich in Berlin

Genossen die Party im Berliner Tempodrom: Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit.

Genossen die Party im Berliner Tempodrom: Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit.

Foto: Sergej Glanze

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Vorblicke auf Veranstaltungen – und alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Hamburg. Das Tempodrom in Berlin war in der vergangenen Woche fest in Hamburger Hand – und beim Jahresfest der Hamburger Landesvertretung gab es eigentlich nur ein Thema, um das sich die Gespräche früher oder später rankten: DSDS. Deutschland sucht die SPD-Chefs. Scholz und Geywitz? Oder doch Stegner und Schwan? Oder etwa Walter-Borjans und Esken? Während die Party im Berliner Tempodrom dem Höhepunkt entgegensteuerte, ließ sich der langjährige Gastgeber Scholz mit Partnerin Geywitz in Saarbrücken casten.

Daumendrücken für den Ex-Chef war das Motto bei etlichen Senatsmitgliedern, darunter Carsten Brosda (Kultur) und Cornelia Prüfer-Storcks (Gesundheit). „Die Qual der Wahl – SPD auf Chef-Suche“ lautete am Abend denn auch das Thema eines Talkformats auf Phönix. Warum das relevant ist? Weil Seeheimer-Kreis-Chef Johannes Kahrs seinen Mann Christoph Rohde mal eben (für die Dauer der Sendung) sitzen lassen musste, um im TV über die Zukunft seiner Partei zu diskutieren.

Wer sonst noch dabei war? Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (ganz in Rot), CDU-Spitzenkandidat Marcus Weinberg, Wirtschaftsstaatsrat Torsten Sevecke (kam dieses Jahr ohne Freundin Lydia Kleist, die mit dem gemeinsamen Baby Helene zu Hause geblieben war) und der langjährige Scholz-Vertraute Wolfgang Schmidt. Fast schon wie ein Stargast gefeiert wurde Falko Droßmann. Mitte der Woche hatte der Leiter des Bezirksamts Mitte die „Akte Jatta“ geschlossen. Großes Lob und beinahe schon kollektives Schulterklopfen heimste Droßmann ein für eine Verwaltungsentscheidung im Identitätsstreit um den HSV-Profi. Überhaupt ging es in Berlin sportlich zu: Bürgermeister Peter Tschentscher spielte Tischtennis, an einer Handballwand versuchte Innensenator Andy Grote sein Glück – und traf immerhin einmal.

Auf der Bühne spielte derweil Pianist Joja Wendt, und Anke Harnack, die jüngst beim NDR gekündigt hatte und sich jetzt auf neue Projekte freut, führte durch das Programm. Messechef Bernd Aufderheide war erleichtert, dass der Brand auf der CCH-Baustelle wohl für keine Verzögerungen bei der Eröffnung des Kongresszentrums sorgt. Und Steigenberger- Treudelberg-Direktor Michael Fritz berichtete, dass die Wiedereröffnung des Hotels nach der Modernisierung Ende Januar ansteht. Flughafenchef Michael Eggenschwiler unterhielt sich mit Rechtsanwalt und Ex-CDU-Politiker Heiko Hecht, der neuerdings Hamburger Honorarkonsul von Armenien ist.

Es ist schon gute Tradition, dass sich zwei Wochen vor der großen Gala zur Verleihung des Hamburger Gründerpreises die aktuellen Gewinner und die früheren Sieger auf Einladung der Hamburger Sparkasse zum Dinner for Winner in der Hanse Lounge treffen. Haspa-Chef Harald Vogelsang zeigte sich als stolzer Gastgeber, denn zum 18. Mal wird der Gründerpreis nun schon verliehen: „Unser Baby ist volljährig geworden. Und es waren 18 Jahre mit bester Laune – das gibt es bei einem Heranwachsenden eher selten.“

Vogelsang bedankte sich bei den Kooperationspartnern des Gründerpreises: Der Handels-, Handwerkskammer, Studio Hamburg, Hamburg 1, dem Abendblatt und der Fischauktionshalle, in der die Gala stattfinden wird. Unter den mehr als 60 geladenen Gästen in der Hanse Lounge waren auch viele frühere Gewinner des Lebenswerkspreises wie Entsorgungsunternehmer Horst Dörner, Bijou-Brigitte-Gründer Friedrich-Wilhelm Werner, die Bauunternehmer Arne Weber und Karl-Otto Wulff sowie Reeder Hermann Ebel. Aber auch Mirko Wiegert (Fritz-Kola), Schuhunternehmer Ulf Lunge und Peter Merck (Golf Lounge) genossen ein leckeres Essen auf dem Balkon der Hanse Lounge.

Zwischen den Gängen stellten sich die Gewinner des Gründerpreises 2019 in den drei Kategorien Gründer, Aufsteiger und Lebenswerk vor. Es gab viel Beifall für launige Reden und noch mehr Respekt vor den herausragenden Leistungen der diesjährigen Sieger. Wer gewonnen hat? Das wird der breiten Öffentlichkeit am 16. September verraten, bei der großen Gründerpreis-Gala in der Fischauktionshalle. Nur so viel kann man verraten: Die Laudationes halten Peter Tschentscher, Abendblatt-Chef Lars Haider und Johannes Züll, der Chef von Studio Hamburg.

Ein altgedienter Journalist versteht es, Jung und Alt nicht nur zur Weihnachtszeit in die Kirche zu holen: Knut Terjung, der frühere Leiter des ZDF-Landesstudios Hamburg, hat sich mit seiner unkommerziellen Gesprächsreihe „Knut Terjung trifft ...“ in der Hauptkirche St. Nikolai einen Platz im kulturellen Veranstaltungskalender der Stadt erobert. Bester Beweis war der Auftakt in seine fünfte Saison: Mehr als 700 Besucher – und damit noch mehr als beim bisherigen Rekord im Februar mit Hamburgs Alt-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi (SPD) – strömten in die proppenvolle Kirche am Klosterstern, um Markus Lanz zu erleben.

Der smarte ZDF-Talker, wie Terjung ein Wahlhamburger, war mit dem Fahrrad gekommen und nahm die ungewohnte Rolle des Befragten an. Es entwickelte sich ein tiefgründiges Gespräch zwischen Gastgeber und Gast, das von aktuellen politischen Themen wie AfD und SPD bis zu Persönlichem wie Lanz’ Jugend in einfachen Verhältnissen in seiner Heimat Südtirol reichte. Wie der Südtiroler generell habe auch er einen Hang zur Melancholie, offenbarte der ZDF-Moderator. „In der Enge dieser abgelegenen Täler, bei herunterhängenden Nebelfetzen kann man schon mal auf schräge Gedanken kommen“, sagte Lanz.

Mit Barbara Plankensteiner, Direktorin des Museums am Rothenbaum, Kulturen und Künste der Welt (Markk), hörte eine Südtirolerin im Publikum aufmerksam zu, ebenso die Hamburger Publizistin Peggy Parnass – beide frühere Gesprächsgäste Terjungs. Und Klaus Ebert, Vorstandsmitglied des Allgemeinen Hamburger Presseclubs, staunte nicht nur über die Zuschauerzahl in der Kirche, er freute sich auch über Lanz’ Dank: Als ehemaliger Chef von RTL Nord hatte Ebert die Fernsehkarriere des jungen Südtirolers in den 90er-Jahren in Hamburg maßgeblich gefördert. Lanz hatte übrigens in seiner Talkshow am Donnerstag selbst gleich zwei Hamburger zu Gast: Segler Boris Herrmann erzählte, wie es war, Greta Thunberg in die USA zu bringen – und bekam dafür unter anderem großes Lob von Ulrich Wickert, dem ehemaligen „Tagesthemen“-Moderator.

Mit mehr als 500.000 Followern auf In­s­tagram ist Milena Karl, vielen besser bekannt als „Milenalesecret“, eine der bekanntesten Hamburger Influencerinnen. Jetzt hat die gebürtige Dresdnerin die Launch-Party für ihre neue Kollektion, die in Zusammenarbeit mit Amazon the drop entstanden ist, gegeben. „Die Kollektion ist maximal 30 Stunden lang erhältlich, da die Stoffe begrenzt verfügbar sind“, so das Internetportal. Karl ist nach dem Abitur nach Hamburg gezogen.

Der Regenwald brennt, und bei den schockierenden Bildern im Fernsehen bricht es vor allem einer Hamburgerin das Herz: der deutsch-brasilianischen Künstlerin Fernanda Brandao: „Es ist eine der größten Naturkatastrophen unserer Zeit, und sie betrifft uns alle.“ Brandao kam als Einwandererkind nach Deutschland, wo sie eine Bilderbuchkarriere hinlegte (Fitness-Ikone, Hot Banditoz, DSDS-Jury). Seit vier Jahren unterstützt Brandao 36 indigene Völker, die ohne Strom und fließend Wasser im Amazonas-Regenwald leben. Die Reisen, die sie dorthin unternimmt, sind extrem aufwendig, und was sie dort tut, passt überhaupt nicht zu dem Bild, das man ansonsten von der hübschen Frau auf dem roten Teppich hat: Sie baut Brunnen und Toiletten, versucht eine Hühnerzucht aufzubauen. „Es geht mir nicht nur darum, das Habitat der Völker und der Tiere dort zu schützen. Unser Verhalten führt letztendlich dazu, dass dort gerodet, gezüchtet, mehr angebaut wird. Das ist der Grund für diese Brände,“ sagt Brandao. „Es ist ein Moment, in dem wir alle innehalten müssten, um uns zu fragen, ob unser Wertesystem noch eine Berechtigung hat, wenn es keinen Planeten mehr gibt? Wozu brauchen wir dann noch Geld?“

Was haben Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg, der brasilianische Fußball-Star Grafite, Olympiasiegerin Katarina Witt und Let’s-Dance-Juror Joachim Llambi gemeinsam? Die Freude an alten Autos. Zumindest haben alle vier zusammen mit 340 Männern und Frauen an der 12. Hamburg-Berlin-Klassik-Rallye, veranstaltet von „Auto Bild Klassik“, teilgenommen. Die Fahrer hatten sichtlich Spaß an den drei Tagen, als es in gemütlichem Tempo von der Hauptstadt auf insgesamt 717 Rallyekilometern in den Norden ging. Insgesamt fuhren 180 Youngtimer und Oldtimer die Strecke mit. Außerdem dabei waren Moderator Sidney Hoffmann, DTM-Gewinnerin Ellen Lohr und Prinz „Poldi“ Leopold von Bayern.

Mit einem Blitzlichtgewitter sind die vier Schauspieler Hugh Bonneville, Laura Carmichael, Phyllis Logan und Sophie McShera im Hotel Vier Jahreszeiten an der Alster empfangen worden. Sie alle spielen im Kinofilm „Downton Abbey“ mit. Zurzeit touren die Darsteller durch Europa, um den Kinofilm des Regisseurs Michael Engler und dessen Saga um die adelige Familie Crawley vorzustellen. Am 19. September läuft die 122-minütige Leinwand-Adaption der gleichnamigen und preisgekrönten Fernsehserie, die weltweit großen Erfolg feierte, in den deutschen Kinos an. Die Handlung des Kinofilms stellt keine weitere und lediglich längere Folge der Serie dar – es ist eine unabhängige Geschichte über den britischen Adeligen Lord Crawley, dessen Familie und ihrer Bediensteten.