Hamburg

Terrorverdächtige müssen maximal fünf Jahre in Haft

Drei Angeklagte sitzen im Landgericht im Saal neben ihren Anwälten. Den drei Männern aus dem Irak wird vorgeworfen, einen islamistisch motivierten Terroranschlag vorbereitet zu haben.

Drei Angeklagte sitzen im Landgericht im Saal neben ihren Anwälten. Den drei Männern aus dem Irak wird vorgeworfen, einen islamistisch motivierten Terroranschlag vorbereitet zu haben.

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Geplanter Sprengstoffanschlag: Hanseatisches Oberlandesgericht vereinbart im Fall von Geständnissen Strafobergrenze.

Hamburg. Sie sollen einen islamistisch motivierten Terroranschlag mit „möglichst vielen Toten“ geplant haben. Am Dienstag hat sich der Staatsschutz­senat des Hanseatischen Oberlandesgerichts nach Verständigungsgesprächen mit den Angeklagten und den Prozessbeteiligten im Falle von „umfassenden und glaubhaften Geständnissen“ auf Strafober- und -untergrenzen festgelegt.

Demnach erwartet die beiden Cousins Hersh F. und Shahin F., angeklagt wegen „Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“, eine Freiheitsstrafe von mindestens vier Jahren und drei Monaten und höchstens fünf Jahren, so die Vorsitzende Richterin Ulrike Taeubner. Taeubner erwähnte auch, dass sich der Angeklagte Hersh F. bereits im Ermittlungsverfahren vom islamischen Extremismus distanziert habe. Beide Angeklagten waren zuvor aus dem Irak nach Deutschland geflüchtet.

Verheerender Anschlag

Die Bundesanwaltschaft wirft den 23 Jahre alten Männern vor, einen verheerenden Anschlag vorbereitet zu haben. Unklar ist, wo sie das Attentat begehen wollten. Nachdem sie in ihrem Wohnort Meldorf (Landkreis Dithmarschen) Ende Dezember zwei aus ihrer Sicht enttäuschende Test-Sprengungen mit selbst gebastelten Schwarzpulver-Sprengsätzen durchgeführt hatten, sollen sie versucht haben, über Kontaktpersonen an TNT (Sprengstoff) zu gelangen.

Zudem sollen sie Fahrunterricht genommen haben, um ein mit zehn Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto bei dem Anschlag einzusetzen. Am 30. Januar 2019 wurden die Männer aber von Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) festgenommen.

Geständnisse am 4. November

In dem Verfahren ist noch ein weiterer Mann angeklagt, wie berichtet nur wegen Beihilfe: Sarkawt N. Die Haupt­täter sollen ihren Landsmann laut Bundesanwaltschaft mit der Beschaffung von mindestens einer Schusswaffe beauftragt haben, um diese ebenfalls bei dem Attentat zu verwenden. Zwar soll Sarkawt N. von der radikal-islamischen Gesinnung der beiden 23-Jährigen gewusst haben.

Für unwahrscheinlich hält das Gericht nach vorläufiger Bewertung des Ermittlungsergebnisses jedoch, dass der bisher unbestrafte 36-Jährige auch in die Anschlagsplanungen eingebunden war. Für ihn komme bei einem Geständnis noch eine Bewährungsstrafe zwischen 21 und 24 Monaten in Betracht, so das Gericht. Die Angeklagten wollen am 4. November ihre Geständnisse ablegen.