Klimaschutz

CO2-Bilanz: BUND wirft Senat Versagen vor

Ein Flugzeug im Landeanflug über einem Wohnhaus im Stadtteil Niendorf: Der Flugverkehr hat Hamburgs CO2-Bilanz deutlich eingetrübt.

Ein Flugzeug im Landeanflug über einem Wohnhaus im Stadtteil Niendorf: Der Flugverkehr hat Hamburgs CO2-Bilanz deutlich eingetrübt.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Vor allem der Verkehr verfehle die Einsparziele bei den Emissionen. Die Umweltschützer fordern Sofortmaßnahmen.

Hamburg. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat scharfe Kritik an der Klimaschutzpolitik des Hamburger Senats geübt. Nach einer Auswertung der amtlichen CO2-Bilanz für 2017 warnt der Landesverband davor, dass die Einsparziele bis 2030 deutlich verfehlt werden könnten. Im Verkehrssektor stiegen die Emissionen seit zwei Jahren sogar an.

"Jetzt ist klar, der Senat hat bislang beim Klimaschutz versagt", sagte BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. "So darf es nicht weitergehen, zumal vom Klimapaket aus Berlin kaum nennenswerte Effekte ausgehen werden." Braasch forderte, dass Hamburg seine eigenen Klimaanstrengungen deutlich verstärken müsse.

BUND: CO2-Einsparziele so nicht erreichbar

Die Stadt will den Ausstoß klimaschädlichen Kohlendioxids im Vergleich zu 1990 (20,7 Millionen Tonnen) bis 2030 mehr als halbieren. Um diesen Kurs zu halten, hätte Hamburg bis 2017 laut BUND sieben Millionen Tonnen CO2 einsparen müssen. Tatsächlich waren es aber nur 4,3 Millionen Tonnen.

Während in Privathaushalten, Gewerbe und Industrie die Emissionen sanken, läuft die Entwicklung im Verkehr in die Gegenrichtung. Hier nahm der CO2-Ausstoß im Vergleich zu 2016 sogar um zwei Prozent auf 4,64 Millionen Tonnen zu. Besonders der Flugverkehr (plus mehr als sechs Prozent) hat die Bilanz eingetrübt.

"Hamburg ist weit davon entfernt, bis 2035 klimaneutral zu werden. Im jetzigen Tempo brauchen wir 100 Jahre länger für dieses Ziel. Zeit, die wir nicht haben", sagte Braasch. Er forderte von der Stadt ein Maßnahmenpaket, das vor allem die Industrie in die Pflicht nehme. Sie habe bisher am wenigsten zur CO2-Einsparung beigetragen.

Hamburg will nach Angaben von Umweltsenator Jens Kerstan im Dezember einen neuen Klimaplan beschließen. Die Stadt müsse und werde Maßnahmen ergreifen, die über das Klimaschutzpaket der Bundesregierung hinausgehen, kündigte der Grünen-Politiker an.