Einwohnerzahlen

Immer mehr Hamburger haben Migrationshintergrund

Mehr als ein Drittel der Hamburger hat einen Migrationshintergrund

Mehr als ein Drittel der Hamburger hat einen Migrationshintergrund

Foto: picture alliance

So viele Einwohner Hamburgs wie noch nie haben Wurzeln, die außerhalb von Deutschland liegen. Welche Altersgruppe am stärksten ist.

Hamburg. Die Zahl der Hamburgerinnen und Hamburger mit Migrationshintergrund nimmt weiter zu. Ende vergangenen Jahres betrug ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bereits mehr als ein Drittel, wie aus der Senatsantwort auf eine Anfrage des Integrationsexperten der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Kazim Abaci, hervorgeht.

Demnach hatten im vergangenen Jahr 670.000 Bewohner Hamburgs Wurzeln, die außerhalb von Deutschland liegen – 20.000 mehr als im Vorjahr und 40.000 mehr als 2017. Besonders hoch ist der Anteil bei Kindern, Jugendlichen und Erwerbstätigen. Die häufigsten Herkunftsländer sind die Türkei und Polen – 94.000 beziehungsweise 76.000 Hamburger stammen dorther.

Abaci: Migranten haben "enormen Anteil am Erfolg" Hamburgs

„Dass mehr als ein Drittel der Hamburgerinnen und Hamburger ausländische Wurzeln hat, zeigt den enormen Anteil, den Migrantinnen und Migranten am Erfolg unserer Stadt haben“, sagte Abaci. Hamburg profitiere seit Jahrhunderten von Weltoffenheit. „Dass das Miteinander in einer vielfältigen und pluralistischen Stadtgesellschaft gelingt, bedeutet aber nicht, dass es keine Konflikte gibt.“

Gegensätze resultierten gerade aus gelebter Unterschiedlichkeit. „Wichtig ist, wie wir damit umgehen.“ Denn Integration bedeute nicht Konformität und Anpassung, „sondern gelebte Freiheit auf der Grundlage von wechselseitigem Respekt“.

Mehr als die Hälfte der unter 18-Jährigen haben Migrationshintergrund

In der Gruppe der unter 18-Jährigen stellen die Kinder und Jugendlichen mit ausländischen Wurzel in Hamburg laut Senatsantwort mit über 50 Prozent inzwischen die Mehrheit. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es rund 40, bei den über 64-Jährigen hingegen nur noch gut 18 Prozent. Mit 50 beziehungsweise 46 Prozent haben die Bezirke Mitte und Harburg den größten Bevölkerungsanteil von Menschen mit Migrationshintergrund, den geringsten Anteil haben Nord (28,0) und Eimsbüttel (28,2). Den größten Zuzug gab es im vergangenen Jahr mit 3201 Menschen aus Rumänien gefolgt von Polen (2865), Bulgarien (1767), Italien (1474) und der Türkei (1374).

Hamburg habe seit 2011 viel dafür getan, um neu hinzugezogenen Menschen die Integration zu erleichtern, sagte Abaci. „Mit unserem umfassenden Integrationskonzept und -monitoring verfolgen wir einen wertebasierten Ansatz und setzen bewusst auf messbare Indikatoren, die eine Überprüfbarkeit unserer Maßnahmen möglich machen.“ Projekte wie die „Ausbildungsvorbereitung Migration Dual“ oder „Work and Integration for Refugees“ trügen dem Rechnung, sagte er. „Nur wenn wir als Stadtgesellschaft gemeinsam an einem Strang ziehen und eine gemeinsame Wertebasis teilen, können wir Hamburg voranbringen.“