Gründer

Klimafreundliche Werbung erobert Hamburgs Straßen

So sehen die fahrenden Werbeplakate auf der Mönckebergstraße aus.

So sehen die fahrenden Werbeplakate auf der Mönckebergstraße aus.

Idee zu Werbeplakaten auf Fahrradanhängern kam acht Schülern in Allermöhe – jetzt fährt sie durch deutsche Städte.

Hamburg. Neben E-Scootern, Taxen und Bussen fahren über die Mönckebergstraße seit Kurzem auch Fahrräder mit Werbeanhängern. Auf ihnen sitzen Studenten oder Abiturienten, die täglich für lokale oder überregionale Unternehmen bis zu 40 Kilometer durch die Stadt fahren. Anbieter der Werbeflächen ist ein Hamburger Unternehmen, das ursprünglich die Idee von acht Schülern aus Allermöhe war.

In einem Projektkurs am Gymnasium Allermöhe gründeten die Schüler in der elften Klasse ein Unternehmen. Sie wollten mit einem Fahrradanhänger durch Bergedorf fahren und Werbung für Unternehmen im Bezirk machen. Daraus wurde jedoch nichts. "Wir waren kleine Jungs und noch nicht so fleißig", erklärt Carlos Sievers das vorzeitige Aus der Idee.

Mobile Fahrradwerbung auf Hamburgs Straßen

Diese hatte ihn jedoch beim Sozialökonomie-Studium nach dem Abitur und während der Arbeit in einer Wirtschaftskanzlei nicht losgelassen. "Letztes Jahr im Oktober habe ich dann gemeinsam mit einem Kindergartenfreund die DyBill GmbH gegründet", sagt der 23-Jährige Hamburger. Gemeinsam bieten sie eine Komplettlösungen für mobile Fahrradwerbung an und stellen dafür ein Paket aus Fahrern, Fahrrädern und individuell bedruckten Werbeplakaten für die Fahrradanhänger zur Verfügung.

Mittlerweile ist das Unternehmen mit Sitz in Bergedorf deutschlandweit in 30 Städten und in der Schweiz tätig. Zu den größten Werbeaufträgen gehörten bisher Lotto Hamburg und in Nordrhein-Westfahlen das Reiseportal Ab-in-den-Urlaub.de. In Hamburg betreibt das Unternehmen zur Zeit vier Werbeanhänger. Zeitraum, Routenplanung und Einsatzort passen Sievers und sein Kollege für Auftraggeber individuell an.

Klimadebatte kommt Fahrradwerbung zugute

Direkte Konkurrenz mit einem ähnlichen Geschäftsmodell gibt es in der Hansestadt laut Sievers bisher keine. Werbung auf Pkw oder Transportern, die dafür extra durch die Stadt fahren, jedoch schon. Das sei laut dem 23-Jährigen jedoch "sowas von 20. Jahrhundert" und gerade wegen der aktuellen Klimadebatte nicht mehr zeitgemäß.

Besonders für lokale Werbung würden sich die Werbeflächen lohnen, so der Jungunternehmer. In den nächsten Wochen können Hamburger die werbenden Fahrrad-Anhänger daher auch in Barmbek entdecken. Dort eröffne ein Fitnessstudio, das auf die mobile Werbeform setzt und dadurch Neumitglieder aus der Nachbarschaft gewinnen möchte, verrät Gründer Sievers.