Hamburg

Die Stadt hat schon Dutzende Radwege abgebaut

Radwege auf der Straße empfinden viele Fahrradfahrer als zu gefährlich.

Radwege auf der Straße empfinden viele Fahrradfahrer als zu gefährlich.

Foto: Andreas LaiblE

CDU kritisiert die ungeschützte Verlagerung der Wege auf Straßen – und fordert abgetrennte Radstreifen.

Hamburg. Die Stadt hat seit Beginn der aktuellen Wahlperiode 2015 bereits an mehr als hundert Abschnitten auf Dutzenden Kilometern Länge Radwege in Hamburg zurückgebaut, diese also etwa zugunsten breiterer Fußwege oder von Grünflächen aufgegeben. Der Radverkehr wurde stattdessen auf die jeweiligen Straßen verlegt. Das geht aus einer Antwort des rot-grünen Senates auf eine Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Dennis Thering hervor.

Die längsten Strecken, auf denen Radwege auf den Bürgersteigen aufgehoben und zurückgebaut wurden, sind nach Angaben des Senates: die Liebigstraße mit 3,2 Kilometern, die Hammer Landstraße mit 2,3 Kilometern, die Osterstraße mit 2,2 Kilometern, der Leinpfad mit 1,6 Kilometern, sowie die Steilshooper Straße und die Straßburger Straße mit jeweils 1,5 Kilometern abgebauten früheren Radwegen.

Allerdings räumt der Senat ein, dass die von ihm jetzt vorgelegte Liste nicht vollständig ist. „Radwege werden dann zurückgebaut, wenn anforderungsgerechte und regelkonforme Führungsformen für den Radverkehr realisiert werden, insbesondere Radfahrstreifen, Schutzstreifen, Fahrradstraßen oder eine Führung im Mischverkehr auf der Fahrbahn nach Einrichtung von Tempo-30-Zonen“, schreibt der Senat in seiner Antwort. „Dies geschieht in der Regel bei der Überplanung und Neuaufteilung ganzer Straßenräume im Zuge von Maßnahmen zum Beispiel des Erhaltungsmanagements Straße, der Busbeschleunigung oder des Veloroutenausbaus.“

Was geschieht mit den Radwegen?

Es handle sich jeweils „um Radwege, die den aktuellen Anforderungen nicht mehr genügen, weil sie entweder zu schmal sind, unstetig geführt werden, durch ihre Lage und Beschaffenheit Konflikte mit Fußverkehr, Busfahrgästen und ruhendem Verkehr sowie an Knotenpunkten aufweisen oder im Bereich von Baumwurzeln liegen und aufgrund der örtlichen Randbedingungen nicht ausbaufähig sind“. Dabei würden die ersetzten Radwege „nicht ausschließlich in Gehwege umgewandelt, sondern im Rahmen einer sinnvollen Aufteilung des öffentlichen Straßenraums unterschiedlichen Nutzungen zugeführt“, so der Senat. „Dies können neben Gehwegen insbesondere Grünflächen, Parkstände und Fahrradabstellanlagen sein.“

Die CDU sieht die Verlagerung des Radverkehrs auf die Straßen nach wie vor kritisch. „Um die Hamburger vom Umstieg auf das Fahrrad zu begeistern, braucht es mehr als ein paar Striche Farbe auf der Straße“, sagt CDU-Verkehrspolitiker Thering. „Viele Radfahrer lehnen die ungeschützte Fahrt neben 40-Tonnern auf Hauptverkehrsstraßen ab und lassen ihr Fahrrad dann lieber stehen.

CDU favorisiert geschützte Fahrradstreifen

Die CDU setze „auf geschützte Hochbordradwege abseits der Straße“ und auf „Protected Bike Lanes“. Diese geschützten Fahrradstreifen ersetzen meist eine Fahrspur auf der Straße und sind vom Kraftverkehr durch Poller oder andere Bauelemente abgetrennt. Die CDU verweist auch darauf, dass Radfahrer bei der aktuellen Gestaltung mancher Radstreifen nicht mehr überholt werden dürften. Denn dafür müssen Kraftfahrer einen Mindestabstand von 1,5o Meter einhalten. Das sei an vielen Stellen bei der aktuellen Gestaltung des Straßenraums kaum möglich.